Italien im Ausnahmezustand: So erlebt BVB-Leihspieler Toljan die Folgen des Coronavirus

Borussia Dortmund

Der Coronavirus hat massive Auswirkungen auf den Fußball. Besonders hart trifft es die italienische Liga - und BVB-Leihspieler Jeremy Toljan.

Dortmund

, 12.03.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Leihspieler wie Jeremy Toljan müssen Einschränkungen hinnehmen - auch wegen Corona

Jeremy Toljan (r.) ist derzeit vom BVB an US Sassuolo ausgeliehen - frühestens Anfang April geht der Ligabetrieb in Italien weiter. © imago images/AFLOSPORT

Jeremy Toljan ist nicht der einzige BVB-Leihspieler. Aber einer, der wohl mit am heftigsten die Folgen des Coronavirus zu spüren bekommt. Während in der Bundesliga Spielabsagen noch nicht in Betracht gezogen werden, ist das in Italien anders. Toljan kickt seit dem vergangenen Sommer für US Sassoulo, Borussia Dortmund hat ihn für ein Jahr ausgeliehen. Dort, in der ersten italienischen Fußballliga, erlebt der 25-jährige Rechtsverteidiger nicht nur Geisterspiele.

Coronavirus: Serie A stellt Spielbetrieb ein - BVB-Leihspieler Toljan betroffen

Bis Anfang April sind auf Anordnung der italienischen Regierung wegen des Coronavirus alle Spiele der Serie A abgesagt. Zwangspause also für Toljan und seine Teamkameraden. „Die Stimmung ist schlecht. Wir als Fußballer möchten jedes Spiel spielen. Es ist ärgerlich, dass die Liga unterbrochen wird“, sagte Toljan der NRZ.

Toljan könne die Maßnahmen allerdings auch verstehen und nachvollziehen. Eigenartig sei es dennoch. „Als Profi ist man es gewohnt, vor Fans zu spielen. Wenn diese dann nicht da sind, dann fühlt sich das einfach nicht richtig an. Da fehlt ein wenig das Adrenalin“, erklärte der BVB-Leihspieler mit Blick auf den 3:0-Sieg im Geisterspiel gegen Brescia Calcio.

BVB-Leihspieler spüren die Auswirkungen des Coronavirus

Insgesamt sieben Spieler hat der BVB aktuell verliehen. Neben Jeremy Toljan spielen davon drei weitere im Ausland. Felix Passlack bei Fortuna Sittard in der niederländischen Eredivisie, Sergio Gomez in der zweiten spanischen Liga bei SH Huesca und Andre Schürrle in Russland bei Spartak Moskau. Die Einschränkungen, die diese Spieler wegen des Coronavirus in Kauf nehmen müssen, sind unterschiedlich.

Felix Passlack hing mit Fortuna Sittard dabei wohl am meisten in der Schwebe. So wurden in der niederländischen Provinz Nordbrabant kürzlich Spiele abgesagt, eine einheitliche Regelung, wie mit dem Coronavirus umgegangen wird, gab es aber noch nicht. Bis Donnerstag. In der Eredivisie wird der Spielbetrieb bis zum 31. März ausgesetzt.

In Spanien sorgt der Coronavirus ebenfalls für Chaos. Zwar kickt BVB-Leihspieler Sergio Gomez „nur“ in der zweiten Liga, dürfte die Einschränkungen aber auch bald zu spüren bekommen. So hat in der La Liga der spanische Top-Klub Real Madrid seine weitere Teilnahme am Wettbewerb abgesagt - und könnte damit einen Stein ins Rollen gebracht haben.

Coronavirus: Schürrle ärgert sich über Geisterspiel

Wenig in Sachen Coronavirus hört man hingegen aus Russland. Zwar ist die Epidemie auch dort Thema, große Auswirkungen auf den Spielbetrieb hat sie bislang aber nicht. Andre Schürrle hat sich via Instagram zu den Geisterspielen in der Champions League geäußert. „Man, das ist so verrückt, dieses wunderschöne Spiel ohne Fans im Stadion ansehen zu müssen“, schrieb der BVB-Leihspieler und veröffentliche dazu ein Foto seines Fernsehers, auf dem das Spiel Paris Saint-Germain gegen Borussia Dortmund lief.

Fest steht: So unterschiedlich die BVB-Leihspieler aktuell noch die Corona-Krise erleben, so schnell kann sich die Lage auch ändern. Hier gibt‘s einen Überblick.

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