Ist Favre nach der BVB-Blamage gegen Paderborn noch zu retten?

Borussia Dortmund

Borussia Dortmund blamiert sich gegen den Tabellenletzten SC Paderborn bis auf die Knochen. Ob das spät erzielte 3:3 Trainer Lucien Favre im Amt retten kann, ist fraglich.

Dortmund

, 22.11.2019, 22:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ist Favre nach der BVB-Blamage gegen Paderborn noch zu retten?

Lucien Favre erlebte gegen Paderborn einen Abend zum Vergessen. © imago / Moritz Müller

Eine gute halbe Stunde dauerte es, dann jubelten die Dortmunder Fans über die ersten Spielszenen. Bei gelungen Aktionen der Gäste wohlgemerkt! Anfeuerungen für den Gegner, Häme und Spott für die eigene Mannschaft: Der BVB hat sich in der beschämendsten ersten Hälfte der jüngeren Vergangenheit der Lächerlichkeit preisgegeben. Das 3:0 für den abgeschlagenen Tabellenletzten ging zur Pause sogar in Ordnung.

Der BVB ist ein zynischer Abklatsch seiner selbst

Borussia Dortmund - nur ein zynischer Abklatsch seiner selbst. In den schwarzgelben Trikots steckten Spieler, die den Blick in den Spiegel in diesen Tagen vermeiden sollten. Als Sündenbock wird aber wohl eher Lucien Favre herhalten müssen. Den BVB-Trainer, ohnehin längst im Ansehen geschwächt im Klub, hält wohl nichts mehr im Amt.

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Bundesliga, 12. Spieltag: BVB - SC Paderborn 3:3 (0:3)

Die Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und dem SC Paderborn.
22.11.2019
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Die Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und dem SC Paderborn. © dpa
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Mit gleich fünf Änderungen wollte der Trainer auf das 0:4-Debakel von München reagieren. Seine neu aufgestellte Mannschaft spielte aber von Beginn an ähnlich bescheiden im Westfalen-Duell gegen den krassen Außenseiter. Auf wie billige Weise der Gast zu seinen Toren kam, erinnerte an eine Karikatur von Bundesliga-Fußball. Drei schnörkellose Konter reichten, um den BVB in die schlimmste Verlegenheit zu stürzen. Zweimal traf Streli Mamba (5., 37.) und einmal Gerrit Holtmann für die Paderborner. Wem diese Namen nichts sagen: Macht nichts, auch die Borussen, bei denen Nico Schulz und Julian Weigl bei den Gegentreffern ein dilettantisches Bild abgaben, waren vollkommen überrascht.

Der BVB zeigt zur Schau gestellte Lustlosigkeit

Die ersten Pfiffe schlugen Favres Elf nach 14 Minuten um die Ohren, minütlich mehr entluden sich Frust und Wut auf den Tribünen. Weil der BVB ja auch offensiv alles schuldig geblieben war. Standfußball, zur Schau gestellte Lustlosigkeit, Arbeitsverweigerung: Nach 20 Minuten diskutierten Axel Witsel und Marco Reus über die Taktik - bei dieser ungenügenden Arbeitsauffassung jedoch war die Herangehensweise vollkommen egal.

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Favre reagierte immerhin personell. Für den am Knie verletzten Paco Alcacer kam Julian Brandt (45.) in die Partie, nach dem Seitenwechsel Thorgan Hazard (für Mahmoud Dahoud) und Achraf Hakimi (für Nico Schulz).

BVB wacht nach Sanchos Treffer endlich auf

Und die Ohrfeigen in der Kabine müssen gesessen haben: Kaum hatte Schiedsrichter Christian Dingert wieder angepfiffen, setzte sich Hakimi über links durch, im Zentrum schob Jadon Sancho ein - Borussia Dortmund begann mit dem Fußballspielen. Endlich, endlich wachte der BVB auf.

Sekunden nach dem 1:3 hätte der schwache Reus fast den Anschluss hergestellt, dann zielte Mats Hummels per Kopf haarscharf daneben (56.). Allmählich nahm das Spiel die erwartete Fahrtrichtung - doch der BVB rannte gegen die Zeit an und dem Rückstand hinterher, den er sich selbst eingebrockt hatte. Mit einer Reihe von Ungenauigkeiten, die das verunsicherte Innenleben dieser fahrigen Unternehmung in Schwarzgelb schonungslos offenlegten, machten sich die Dortmunder viele Möglichkeiten eigenfüßig zunichte.

Reus-Treffer darf diesen Auftritt nicht kaschieren

Paderborn verteidigte leidenschaftlich, einer übermenschlichen Anstrengung bedurfte es nicht. Hazard (76., 82.) vergab zweimal aussichtsreich, dann das 2:3: Hummels flankte hoch in den Strafraum, Witsel köpfte in die rechte Ecke (84.). Umbiegen konnte sein Team das Ergebnis trotzdem nicht mehr. Der Ausgleich durch Reus (90.) darf diesen Auftritt nicht kaschieren.

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Bislang galt diese Mannschaft zumindest im eigenen Stadion als eine Macht. Wo auch diese Rechtfertigung ins Wanken gerät, kann die Klubführung kaum länger tatenlos zusehen. Bei der Mitgliederversammlung am Sonntag in der Westfalenhalle dürfte es die nächsten peitschenden Pfiffe geben.

BVB-Profis haben viel Kredit verspielt

Mit einem „Weiter so“ wird Klubboss Hans-Joachim Watzke die aufgeregten Gemüter nicht beruhigen können. Es braucht allerdings mehr Antworten als nur die auf die Trainerfrage. Auch die Spieler haben trotz der Aufholjagd viel Kredit verspielt.

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