„Ich wollte nur noch weg“: Reinier mit heftiger Kritik am BVB - „Es war ein Massaker“

Redakteur
Reinier am Ball.
Reinier rechnet in einem Interview mit dem BVB und seiner Zeit in Dortmund ab. © IMAGO/RHR-Foto
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Reinier galt als das nächste große Supertalent, Real Madrid legte für den damals 18-Jährigen stolze 30 Millionen Euro auf den Tisch. Weil er im Star-Aufgebot der Madrilenen allerdings kaum zum Zuge kam, lieh Real ihn an Borussia Dortmund aus. Zwei Jahre sollte der Brasilianer beim BVB Spielpraxis sammeln, sich weiterentwickeln und an den europäischen Fußball gewöhnen. Doch die zweijährige Leihe entpuppte sich schnell als großes Missverständnis. Jetzt hat sich Reinier erstmals zu seiner Zeit in Dortmund geäußert – und übt heftige Kritik am Verein und Umfeld.

Reinier über BVB-Zeit: „Ich habe alles getan, was ich konnte“

Weder unter Lucien Favre oder Edin Terzic noch unter Marco Rose kam Reinier über die Rolle als Ergänzungsspieler hinaus. Er absolvierte gerade einmal 39 Pflichtspiele für Borussia Dortmund, stand dabei nur 741 Minuten auf dem Platz. „Ich habe meine Pflichten erledigt. Ich habe trainiert, bin nach Hause gefahren und war am nächsten Tag wieder da – immer pünktlich. Ich habe alles getan, was ich konnte und sollte“, sagt Reinier im Interview mit der brasilianischen Zeitung Globo Esporte.

„Ich konnte mich fußballerisch nicht weiterentwickeln. Ich habe gut trainiert. Leute, deren Namen ich nicht nennen möchte, sagten zu mir: ‚Du trainierst wirklich super, Glückwunsch dazu, mach so weiter!‘ Doch ich habe nicht gespielt, was ich nicht verstehen konnte“, sagt der 20-Jährige, der die für ihn nicht nachvollziehbaren Entscheidungen dennoch akzeptiert habe. „Ich habe ein reines Gewissen. Es war ihre Entscheidung. Ich habe alle respektiert – den Klub selbst wie auch die Spieler, die spielen durften. Es ist einfach schade.“

Vom BVB zum FC Girona: Real leiht Reinier erneut aus

Er habe während seiner Zeit in Dortmund sehr gelitten. „Ich habe bei Flamengo immer gespielt. Und dann plötzlich nicht mehr zu spielen, obwohl man das Gefühl hat, seinem Team helfen zu wollen, fühlt sich nicht gut an“, sagt der 20-Jährige, dem darüber hinaus auch die massive Medien-Kritik an seiner Person zugesetzt habe. „Es war einfach ein Massaker, ich wurde verprügelt. Es war eine sehr schwierige Phase für mich.“

Am Ende wollte er „nur noch weg“ aus Dortmund. Nach zwei Jahren beim BVB kehrte er im Sommer zunächst zu Real Madrid zurück, wurde allerdings gleich wieder verliehen. Nun spielt der 20-Jährige beim FC Girona und fühlt sich dort nach eigenen Aussagen deutlich wohler als bei Borussia Dortmund. „Das Leben hier ist sehr ruhig. Ich gewinne wieder Selbstvertrauen und trainiere gut. Ich bin mit diesem Start sehr zufrieden.“ Reinier stand in allen fünf Ligapartien auf dem Rasen, dreimal sogar von Beginn an. Getroffen hat er auch schon einmal für den La-Liga-Klub – und damit genauso häufig wie in zwei Jahren für den BVB.