Hannes Wolf und HSV: Der neue Kurs kann nur Aufstieg lauten

dzKolumne „Lage der Liga“

Ex-Borusse Hannes Wolf hat das Kommando beim Hamburger SV übernommen. Unser Autor meint: Wenn einer das Ruder an der Elbe noch herumreißen kann, dann Wolf. So groß die Aufgabe auch ist.

26.10.2018, 10:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was so schade ist an englischen Wochen: Wir haben gar nicht genug Zeit, um uns über großartige Fußballabende wie gegen Atlético Madrid zu freuen, den Borussia Dortmund uns geboten hat – schließlich steht am Wochenende schon wieder das Alltagsgeschäft Bundesliga an.

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Nachdem der BVB die erste Reifeprüfung der Saison gegen die Spanier – immerhin eines der erfolgreichsten Teams in Europa in den letzten Jahren – bravourös gemeistert hat, wartet morgen Nachmittag Hertha BSC auf den Tabellenführer. Von der Statistik her hat der BVB nur vier von insgesamt 31 Bundesliga-Heimspielen gegen die Hauptstädter verloren.

Frage an die Twitter-Follower

Ein schwarzgelber Lieblingsgegner, der sich diese Saison allerdings in Schlagdistanz befindet und neben Mönchengladbach und Bremen zu den Überraschungen zählt – Teams, die nicht zum Favoritenkreis vieler Experten gehört haben. Deshalb habe ich meine BVB-Follower bei Twitter in dieser Woche gefragt: Dortmund, Gladbach, Bremen, Hertha – wer hat diese Saison das Potenzial, bis zum Ende den Titelkampf spannend zu gestalten? Und warum?

„exilborusse“ meint:

„Steve“ sagt:

„Eric Whi“ schreibt:

Und „Kylo Grämm“ findet:

Tenor: Meine BVB-Follower vermuten eine Aufholjagd des FC Bayern, der zuletzt nicht für sportliche Schlagzeilen gesorgt hat. Seit mehr als einer Woche schüttelt die Fußball-Nation wegen einer wieder mal legendären Pressekonferenz ungläubig mit dem Kopf. Und wenn sich Ur-Bayer Paul Breitner schon für die Aussagen seiner Freunde Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß schämt, hängt im Freistaat wirklich der Haussegen schief.

Der Münchener Stolz ist angekratzt. Anders ist der kürzliche Angriff in Richtung Medien nicht zu erklären. Erneut hat die bajuwarische Chefetage ihre große Schwäche offenbart: Doppelmoral. Dass ausgerechnet Hoeneß von „Respektlosigkeit“ spricht, grenzt an Selbstironie.

Aufholjagd in Mainz?

Auch wenn auf den verbalen Rundumschlag des Vorstandes eine sportliche Reaktion der Mannschaft in Form eines 3:1-Sieges in Wolfsburg und eines unspektakulären 2:0-Erfolgs in Athen folgte, trennen den Rekordmeister immer noch vier Punkte von Spitzenreiter Dortmund.

Die von meinen BVB-Followern erwartete Aufholjagd kann der Rekordmeister an diesem Spieltag in Mainz starten. Der FSV hat allerdings keine seiner bisherigen vier Heimpartien verloren – ein Spaziergang nach zuletzt durchschnittlichen Leistungen sieht anders aus.

Fachmann aus Bochum

Zum Schluss noch ein Blick in die 2. Bundesliga, genauer gesagt in den hohen Norden, wo ein Ex-Borusse an der Elbe angeheuert hat: Hannes Wolf folgt auf Christian Titz und übernimmt das Ruder beim Hamburger SV. Diese Nachricht kam überraschend. Ein ehrlicher, authentischer und besonders kompetenter Fußball-Fachmann, der sich durch seine Verdienste im Dortmunder Stadtteil Aplerbeck und in der Jugendabteilung von Borussia Dortmund deutschlandweit einen Namen gemacht hat.

Es war zwar klar, dass sich ein Trainer mit so vielversprechenden Qualitäten wie der gebürtige Bochumer nicht lange nach einem neuen Job umschauen muss. Dass Wolf nun aber bei einem Verein gelandet ist, der nicht gerade für eine intakte Führung und ein ruhiges Umfeld bekannt ist, kommt unerwartet.

Eine große Herausforderung, für die sich Hannes Wolf entschieden hat. Schließlich lautet nach dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte das primäre Ziel des HSV: direkter Wiederaufsteig. Aber damit kennt sich der 37-Jährige bestens aus, hat er doch 2017 bereits den VfB Stuttgart zurück in die Erstklassigkeit geführt.

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