Nicht jeder BVB-Transfer hat sich bezahlt gemacht. Es gab Spieler, die sich in Dortmund nicht durchsetzen konnten und Spieler, die sich erst gar keine große Mühe gaben. Die BVB-Flop-Elf.

Dortmund

, 20.03.2019, 17:55 Uhr / Lesedauer: 4 min

Robert Lewandowski, Pierre-Emerick Aubameyang, Axel Wistel, Manuel Akanji, Jadon Sancho und viele, viele mehr. Die Liste der BVB-Neuverpflichtungen, die in Dortmund zündeten, ist lang. Sehr lang. Michael Zorc hat viel richtig gemacht auf dem Transfermarkt. Dennoch war nicht jeder Transfer ein Glücksgriff - und nicht immer ist er auf den aktuellen Sportdirektor zurückzuführen.

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Stürmer, die nicht ein Tor geschossen haben. Unmotivierte Mittelfeldspieler auf der Ersatzbank. Und Abwehrspieler, die in die zweite Mannschaft rutschten. Die elf schlimmsten Fehleinkäufe von Borussia Dortmund:



Andre Bergdölmo, Innenverteidung, 2003-2005

Häßler, Ikpeba, Januzaj und Co. - die elf Flop-Einkäufe des BVB

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In seinem Heimatland Norwegen wurde Andre Bergdölmo (31) 2002 noch zum Fußballer des Jahres gewählt. Bei seinen Einsätzen für den BVB enttäuschte er jedoch. Für 300.000 Euro wechselte Bergdölmo 2008 von Ajax Amsterdam nach Dortmund. Hier setzte er sich nicht durch und spielte sogar fünf Mal nur in der zweiten Mannschaft in der Regionalliga. Nach zwei Jahren und 28 Bundesligaeinsätzen wechselte Bergdölmo schließlich nach Dänemark zum FC Kopenhagen.



Robert Kovac, Innenverteidigung, 2007-2009

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Er war einer der beiden BVB-Verteidiger in der berühmt berüchtigten „Opa-Abwehr“: Robert Kovac (34). Gemeinsam mit Christian Wörns (36) spielte der ehemalige kroatische Nationalspieler unter Thomas Doll in der Saison 2007/2008 häufig in der BVB-Innenverteidigung. Aufgrund des fortgeschrittenen Alters waren die beiden viel zu langsam und zu passiv. Eine Chance für Mats Hummels, bei dem sich in diesem Jahr der Durchbruch anbahnte, Kovac dagegen hatte seine besten Tage bereits hinter sich. In der Folgesaison dann das krasse Gegenteil: Mit Mats Hummels (20) und Neven Subotic (20) setzte Jürgen Klopp auf die jüngste Abwehr der Liga.



Guy Demel, rechter Verteidiger, 2001-2005

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2002 verpflichtete der BVB Guy Demel (20) vom FC Arsenal. In Dortmund fiel er jedoch besonders durch eines auf: katastrophale Fehler im Zweikampfverhalten und im Stellungsspiel. Auch offensiv sorgte der Mann von der Elfenbeinküste für wenig Highlights. Null Tore, vier Vorlagen in 42 Pflichtspielen. Demel fand sich aufgrund der schlechten Leistungen häufig in der zweiten Mannschaft wieder, absolvierte dort sogar mehr Einsätze (43). 2005 wechselte er schließlich zum Hamburger SV. Dort galt er lange Zeit als Leistungsträger.



Adnan Januzaj, Mittelfeld, 2015-2016

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Bei Manchester United hatte Adnan Januzaj Talent und großes Potential angedeutet. Auf den letzten Drücker verpflichtete der BVB den jungen Belgier deshalb im Sommer 2015 auf Leihbasis. Januzaj schoss jedoch kein einziges Tor für den BVB. Stattdessen zeigte er sich unmotiviert und fiel durch mangelnden Einsatz beim Training auf. Bereits in der kommenden Winterpause ging es für Januzaj wieder zurück nach England - mit nur zwölf Pflichtspieleinsätzen im Gepäck.



Flávio Conceição, Mittelfeld, 2003-2004

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Die Hoffnungen auf einen Glücksgriff waren bei Flávio Conceição (29) groß. Der ehemalige brasilianische Fußballspieler kam 2003 zum BVB und hatte zuvor für Real Madrid gespielt. Mit einem Tor zum Ausgleich im Derby gegen Schalke 04 ging es auch direkt super los für Conceição. Das war es dann aber auch. Nach nur 16 Spielen verließ er den BVB bereits ein Jahr später und wechselte in die Türkei.



Thomas Häßler, Mittelfeld, 1998-1999

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„Ich wünschte es wäre nie passiert“, sagte Thomas „Icke“ Häßler (32) im Nachhinein über sein Jahr beim BVB. Mit Andreas Möller gab es schon einen überragenden Spielermacher im Dortmunder Kader. So verbrachte Häßler die meiste Zeit auf der Ersatzbank. Nach einem Jahr mit nur zwei Treffern in 18 Bundesligaspielen wechselte er zu 1860 München. Dort konnte er noch einmal an seine Karlsruher Zeit anknüpfen. Das aus BVB-Sicht einzig Gute an der Geschichte: Häßler war ablösefrei vom KSC gekommen.



Ciro Immobile, Angriff, 2014-2015

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Ciro Immobile (24) wechselte 2014 vom FC Turin für 18,5 Millionen Euro in die Bundesliga zum BVB. Immobile kam als Torschützenkönig der Serie A und sollte die Nachfolge von Robert Lewandowski antreten. Doch die Sturmhoffnung erzielte nur zehn Tore in 34 Pflichtspielen. Der Italiener tat mit seiner Integration in Deutschland schwer, im Angriffsspiel des BVB wirkte er oft wie ein Fremdkörper. Nach nur einem Jahr wechselte Immobile erst leihweise und später fest zum FC Sevilla, danach kehrte er nach Italien zurück.



Julian Schieber, Angriff, 2012-2014

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Julian Schieber (23) wechselte 2012 für 5,5 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zum BVB. Der Stürmer konnte sich in Dortmund jedoch nie durchsetzen, obwohl er dazu genug Chancen bekam. Meistens kam er lediglich als Ergänzungsspieler zum Einsatz. In 57 Spielen gelangen ihm nur sechs Tore. So zog Schieber zwei Jahre später für den halben Preis weiter zu Hertha BSC.



Jan Derek Sörensen, Angriff, 2001-2003

Häßler, Ikpeba, Januzaj und Co. - die elf Flop-Einkäufe des BVB

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Jan Derek Sörensen (29) ist kein Name, der jedem BVB-Fan direkt etwas sagt. Und das hat einen Grund: Zwei Jahre lang spielte Sörensen für den BVB, kam dabei aber nur auf 24 Bundesliga-Einsätze, in denen er kein einziges Tor schoss. Der BVB hatte den Norweger 2000 von Rosenborg Trondheim für rund 800.000 Euro geholt.



Matthew Amoah, Angriff, 2005-2007

Häßler, Ikpeba, Januzaj und Co. - die elf Flop-Einkäufe des BVB

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Ein weiterer Stürmer, der den BVB nach zwei Jahren ohne ein einziges Tor wieder verließ, war Matthew Amoah (25). 2005 wechselte der Nationalspieler Ghanas von Vitesse Arnheim zum BVB. Nach nur 17 Einsätzen verließ Amoah Dortmund wieder in Richtung Breda.



Victor Ikpeba, Angreifer, 1999-2002

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Für die Rekordsumme von 15 Millionen Mark holte der BVB 1999 den Nigerianer Victor Ikpeba (26) vom AS Monaco. Er war Afrikas Fußballer des Jahres 1997 und einer der Top-Torjäger in Europa. Doch der Wechsel vom Jetset-Leben in den bodenständigen Pott schien Ikpeba nicht zu bekommen. Gute Leistungen auf dem Platz? Fehlanzeige. In 30 Pflichtspielen erzielte er nur drei Tore. Stattdessen legte sich der Nigerianer mit allen an: mit dem Trainer, mit Mitspielern und sogar mit der Polizei. Schlägereien, Gewichtsprobleme und öffentliche Pöbeleien. 2002 beendete der BVB das Fiasko nach kurzzeitiger Ausleihe zu Betis Sevilla dauerhaft und verkaufte Ikpeba für einen Bruchteil seines Einkaufspreises nach Libyen.

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