Es war keine Gala, aber das Ergebnis passt. Der 2:0-Sieg gegen Freiburg ist für den BVB nicht nur wichtig in der Tabelle, er ist auch wichtig für den Kopf. Tobias Jöhren kommentiert.

Dortmund

, 02.12.2018, 09:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wichtig, weil man nach dem zähen 0:0 gegen Brügge unter der Woche in der Champions League dieses Mal in der Lage gewesen ist, zwei Tore gegen einen Gegner zu schießen, der eine ähnliche Herangehensweise wie die Belgier gewählt hatte. Auch Freiburg verteidigte tief und kompakt, setzte eher auf das zerstörerische als auf das fußballerische Element, was nicht schön anzusehen, aber freilich völlig legitim war.

Die Mannschaft von BVB-Trainer Lucien Favre blieb trotz des Sieges gegen Freiburg den Beweis, dass sie jederzeit Torgefahr gegen diesen Typ Gegner entwickeln kann, über weite Strecken des Spiels schuldig. Der BVB zeigte zwar deutliche Fortschritte im Spiel nach vorne, brachte mehr Tempowechsel und mehr Bewegung auf den Platz, kam aber häufig nicht über gute Ansätze hinaus. Am Ende ebnete ein Elfmeter den Weg zum Sieg, den Jadon Sancho auf der einen Seite mit seinem Dribbling in den Strafraum provozierte, den Freiburgs Dominique Heintz auf der anderen Seite mit seinem plumpen Tackling aber auch fahrlässig verursachte.

Sei es drum. Es kann und muss nicht immer glanzvoll sein. Nach berauschenden Wochen und dem emotionalen Highlight gegen Bayern München muss der jungen BVB-Mannschaft zugestanden werden, dass nicht eine Fußballparty die nächste jagt. Der BVB wird weiter an Lösungen gegen sehr defensive, mitunter destruktive Gegner arbeiten müssen. Lucien Favre nennt es „Detailarbeit“ - und betont weiterhin gern bei jeder Gelegenheit, dass es noch „viel zu tun“ gibt. Die Basis im BVB-Spiel aber ist längst gelegt und in den Köpfen der Spieler verankert - und der Sieg gegen Freiburg war ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.

Schalke steht im Derby unter Druck

Zudem besteht durchaus Hoffnung, dass auch die Gegner in naher Zukunft wieder ein gesteigertes Interesse an attraktiven und mitreißenden Fußballspielen hegen. Der BVB trifft in der Bundesliga bis Weihnachten noch auf Schalke, Bremen, Düsseldorf und Mönchengladbach. Zumindest Bremen und Gladbach stehen nicht zwangsläufig im Verdacht, am liebsten mit elf Spielern 30 Meter vor dem eigenen Tor zu verteidigen - auch Schalke muss im Derby am kommenden Samstag nach logischem Ermessen vor eigenem Publikum ein bisschen mehr Eigeninitiative an den Tag legen, als es jüngst Freiburg und Brügge mussten.

Glanzloser BVB-Sieg gegen den SC Freiburg ist wichtig für den Kopf

Am Ende zählt im Derby aber wie immer nur das Ergebnis. Das gilt für Schalke genauso wie für den BVB. Eine Gala braucht es also auch am nächsten Samstag. Ein weiterer glanzloser Sieg würde voll und ganz reichen.

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