Gewinner und Verlierer beim BVB: Bellingham beeindruckt - Dahoud außen vor

dzBorussia Dortmund

Borussia Dortmund setzt die Vorbereitung ab Mittwochnachmittag in der Heimat fort. Es gibt schon erste Gewinner beim BVB - aber auch Verlierer.

Dortmund

, 19.08.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eine Woche Trainingslager im Schweizerischen Bad Ragaz liegt hinter Borussia Dortmund. Ab Mittwochnachmittag bereitet sich der BVB auf dem heimischen Trainingsgelände in Dortmund-Brackel auf eine intensive Hinrunde vor, die am 14. September mit der ersten Runde des DFB-Pokals beim Drittligisten MSV Duisburg beginnt. Noch sind viele Fragen offen, aber einige Profis dürfen sich als Gewinner der Tage in Bad Ragaz fühlen, andere hingegen konnten die Zeit in der Ostschweiz nicht nutzen, um Werbung in eigener Sache zu betreiben.

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Jude Bellingham: Der 23 Millionen Euro teure Neuzugang vom englischen Zweitligisten Birmingham City hat das Trainingslager genutzt, um eine erste Duftmarke zu setzen. Bellingham überzeugte sowohl im Training als auch in den beiden Testspielen gegen den SCR Altach (6:0) und Austria Wien (11:2), als er sein erstes Tor für den BVB erzielte. Trainer Lucien Favre sagt: „Er ist gut, aber vergessen Sie nicht, dass er erst 17 Jahre alt ist.“ Bellingham selbst sagt: „Alles, was ich tun kann, ist 100 Prozent zu geben. In jedem Training, in jedem Spiel, wenn ich die Chance dazu bekomme. Es ist gut losgegangen für mich, und ich will es so weitergehen lassen, um dem Coach die Möglichkeit zu geben, mich auch einzusetzen.“ Der erste Eindruck ist, dass Favre diese Möglichkeit jederzeit bedenkenlos in Erwägung ziehen kann.

Giovanni Reyna: Drei Tore in den ersten beiden Testspielen, dazu Lobeshymnen vom Trainer noch und nöcher: Giovanni Reyna, wie Bellingham ebenfalls noch 17 Jahre jung, steht vor dem Sprung in Favres erste Elf. Der Trainer schätzt Reynas Spielintelligenz, nennt ihn „sehr, sehr, sehr clever“. Reyna laufe viel, laufe richtig, spiele gut zwischen den Linien und verteidige richtig, betont Favre immer wieder. Es gibt eigentlich keine Zweifel: Bleibt Reyna gesund und hält die aktuelle Form, wartet nach einer beeindruckend rasanten Entwicklung im vergangenen Jahr, Reynas erstem in Dortmund, nun der Schritt hin zum Stammspieler beim BVB - trotz aller namhafter Konkurrenz in der Offensive.

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Youssoufa Moukoko: Er darf noch nicht spielen, zumindest nicht im Seniorenbereich - und vielleicht ist das auch ganz gut so. Denn der Hype um den 15-jährigen Stürmer, der bereits in der Nachwuchsabteilung mehr Treffer erzielt hat als andere Torjäger in ihrer ganzen Karriere, ist auch so schon groß genug. Und auch ohne Testspiel-Einsätze hinterließ Moukoko in Bad Ragaz einen bleibenden Eindruck. „Er hat mir sehr gut gefallen, er hat ein Super-Potenzial. Du weißt nicht, mit welchem Fuß er abschließt. Er ist sehr jung, aber er ist sehr effizient. Das ist schön zu sehen, und es macht Spaß, mit ihm zu arbeiten“, sagt Favre. Und Stürmer-Kollege Erling Haaland meint: „Ich will nicht zu viel Druck ausüben, aber ich habe in meinem Leben noch nie so einen guten 15-Jährigen gesehen.“

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Mahmoud Dahoud: Für den Mittelfeldspieler war das Trainingslager in Bad Ragaz eine mehr oder weniger gebrauchte Woche. Eigentlich hätte Dahoud in der Schweiz wieder voll ins Mannschaftstraining einsteigen sollen, aber mehr als nur wenige Teile des Teamtrainings ließ sein Knie, an dem sich der 24-Jährige in der vergangenen Rückrunde beim Spiel gegen den FC Bayern München (0:1) verletzt hatte, nicht zu. Dahoud musste tatenlos zuschauen, wie seine Konkurrenten Axel Witsel, Emre Can, Thomas Delaney, Julian Brandt und Neuzugang Jude Bellingham ihre Empfehlungsschreiben beim Trainer abgaben.

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Dan-Axel Zagadou: Der Franzose mit der Eisschrank-Statur klagt über Knieprobleme - und hat in der Schweiz wichtige Einheiten verpasst. Favre sagt, der 21-jährige Innenverteidiger dürfe „momentan nichts machen, für 10, vielleicht 15 Tage“. Bis zum ersten Pflichtspiel in Duisburg am 14. September wird es schwer für Zagadou, den Rückstand auf seine Konkurrenten um Mats Hummels, Emre Can, Lukasz Piszczek, den Favre in Bad Ragaz im Abwehrzentrum ausprobierte, und Manuel Akanji aufzuholen.

Marius Wolf: Der Rückkehrer, der in der vergangenen Saison auf Leihbasis für Hertha BSC spielte, konnte sich in der Schweiz nicht nachhaltig für eine zweite Chance bei Borussia Dortmund empfehlen. In den Testspielen gegen Altach und Wien lief der 25-jährige Rechtsfuß einmal im linken Mittelfeld und einmal als Rechtsverteidiger auf, ohne dabei , trotz eines Tores, wirklich Akzente zu setzen. Weder in der Offensive noch in der Defensive scheint beim BVB Platz für Wolf zu sein, der 2018 für fünf Millionen Euro aus Frankfurt nach Dortmund wechselte.

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