Ex-Talent Marian Sarr über das Wechselbad der Gefühle in der Zeit beim BVB

Borussia Dortmund

Marian Sarr galt beim BVB einst als großes Talent und lief in der Champions League gegen Marseille auf. Mittlerweile spielt er in der dritten Liga - doch er will es noch einmal allen zeigen.

Dortmund

, 18.11.2019, 12:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ex-Talent Marian Sarr über das Wechselbad der Gefühle in der Zeit beim BVB

Debüt und dann direkt Champions League - Marian Sarr gegen Olympique Marseille. © imago sportfotodienst

Den 11. Dezember 2013 wird Marian Sarr wohl nie vergessen. Denn damals wurden für den heute 24-Jährigen gleich zwei Träume war - sein Profidebüt für Borussia Dortmund und sein erstes Spiel in der Champions League. Im Interview mit Spox und Goal erinnert sich Sarr daran. „Es ist noch ziemlich präsent, weil es einfach ein geiles Erlebnis war und ich immer wieder darauf angesprochen werde.“

Nach der Champions League folgten zwei Bundesligaeinsätze

Beim Spiel selbst sei er gar nicht aufgeregt gewesen, so Sarr. „Jürgen Klopp und Michael Zorc, aber auch jeder aus der Mannschaft, haben mir gesagt, ich soll es genießen, mein Spiel durchziehen und das Beste daraus machen. Kurz nervös war ich dann, als die Champions-League-Hymne lief. Ganz früher durfte ich als kleiner Junge für diese Spiele länger aufbleiben und dann stehe ich auf einmal selbst dort auf dem Platz.“

Ex-Talent Marian Sarr über das Wechselbad der Gefühle in der Zeit beim BVB

Eine Szene des Glücks nach dem Debüt: Marian Sarr und Jürgen Klopp nach der Champions-League-Partie gegen Olympique Marseille. © picture alliance / dpa

Nach der Champions League folgten zwei Einsätze in der Bundesliga. Doch in der Partie gegen Hertha BSC patzte Sarr und wurde zur Pause ausgewechselt. Die Situation war für den jungen Profi „ein Wechselbad der Gefühle, an dem ich auch zu knabbern hatte.“

Kurz vor der Pause sah er die Gelbe Karte und war danach laut eigener Aussage „mit den Gedanken komplett fernab vom Spiel. Es war die richtige Entscheidung, mich zur Pause runter zu nehmen. Fehler passieren einfach, man darf nicht groß darüber nachdenken und muss die richtigen Lehren daraus ziehen.“

Zwei schwere Verletzungen stoppen Sarr

Mehr Bundesligaeinsätze folgten nicht, ein Ermüdungsbruch im Schienbein, mit dem er sogar noch zwei Monate spielte und eine Operation an der Hüfte machten dem aufstrebenden Talent einen Strich durch die Rechnung. Für Sarr eine enorm schwierige Zeit.

„Wenn man mit 20 das zweite Mal in Folge weiß, dass man erneut sechs Monate raus ist und wieder von vorne durch dieselbe „Hölle“ gehen muss - da gab es Tage, an denen wollte ich gar nicht zur Anlage fahren. Ich hatte wenig Antrieb bezüglich meiner Übungen im Kraftraum. Ich wollte doch nur Fußball spielen!“

Ein Wechselbad der Gefühle bei Carl Zeiss Jena

Das kann Sarr mittlerweile wieder. Vom BVB wechselte er zunächst zur zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg, danach zum VfR Aalen und dann zu Carl Zeiss Jena. Wie schon während seiner gesamten Karriere, macht Sarr auch in Thüringen ein Wechselbad der Gefühle durch.

Ex-Talent Marian Sarr über das Wechselbad der Gefühle in der Zeit beim BVB

Bei Carl Zeiss Jena gab Marian Sarr einen äußerst unglücklichen Einstand. © imago images / Picture Point LE

In seinem allerersten Ligaspiel für Jena stellte Sarr einen Rekord auf, auf den er wohl gerne verzichtet hätte. Denn ihm unterliefen gleich zwei Eigentore in nur 13 Minuten. Trotzdem blieb Sarr bis zum fünften Spieltag in der Startelf, ehe er aus Fitnessgründen in die zweite Mannschaft Jenas versetzt wurde.

Dort blieb Sarr, bis der neue Trainer Rico Schmidt die erste Mannschaft übernahm und dem ehemaligen Borussen eine neue Chance gab. Eine Chance, die er nutzen möchte. „In den sechs Jahren seit Dortmund ist enorm viel passiert. Das reicht bei anderen für eine ganze Karriere. Ich habe viel mitgemacht, aber es haut mich nicht um. Natürlich war die Oberliga absolut nicht mein Anspruch. Durch diese Phase musste ich jetzt leider gehen. Ich möchte es aber allen Leuten, die mich abgeschrieben haben, noch einmal zeigen.“

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