Borussia Dortmund

Endlich Ruhe auf der Torwartposition beim BVB: Das sind die Gründe

Das erste Drittel der Saison ist vorbei. Zwischen Top und Flop war alles dabei beim BVB. Aber wie lief es in den einzelnen Mannschaftsteilen? Wir schauen genauer drauf - und starten mit den Torhütern.

Es sind 17 in der Bundesliga, 8 in der Champions League, 0 im DFB-Pokal: Macht in Summe 25 Gegentore in 17 Spielen für den BVB. Errechnet man den Schnitt, kommt man auf 1,47 Gegentreffer pro Spiel. Kein besonders guter Wert. Und einer, bei dem gerne schnell mal eine Torhüterdiskussion aufgemacht wird. Doch nicht so in Dortmund. Denn sowohl die BVB-Verantwortlichen als auch die Fans wissen: Trotz dieser Zahlen ist nach vielen Jahren ausgerechnet die Torwartposition der Mannschaftsteil, auf den sich die Schwarzgelben am meisten verlassen können. Und dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

Nur dreimal zu Null: BVB-Torhüter Kobel überzeugt trotzdem

Der offensichtlichste davon steht dauerhaft zwischen den Pfosten: Gregor Kobel. Was wiederum mit dem Blick auf die nackten Zahlen kurios erscheint. Schließlich blieb der 23-Jährige lediglich im DFB-Pokal in Wiesbaden, in der Bundesliga gegen Köln und in der Champions League gegen Sporting Lissabon ohne Gegentor. Sonst musste er in jedem Spiel mindestens einmal hinter sich greifen.

Zur ganzen Wahrheit – neben der Quote – gehört dann aber eben auch, dass Kobel bei fast allen Gegentreffern mehr oder weniger machtlos war. Ein echter Lapsus ist ihm bislang noch überhaupt nicht unterlaufen. Im Gegenteil: Er bewahrte Borussia Dortmund mit schnellen Reflexen, starken Paraden und mutigen Rettungsaktionen regelmäßig (zuletzt gegen Ajax und Leipzig) vor vielen weiteren Einschlägen. Der Schweizer pariert 68 Prozent aller Bälle, die auf seinen Kasten kommen. Anders als die Zahl der Gegentreffer: ein guter Wert.

BVB-Torhüter Gregor Kobel „ein fast kompletter Torhüter“

„Gregor Kobel hat für mich in allen Spielen gezeigt, wieso wir ihn verpflichtet haben“, sagte Michael Zorc vor Kurzem. In dieses Urteil des BVB-Sportdirektors dürften auch noch weitere Faktoren reingespielt haben. Zum Beispiel die große Präsenz, die Kobel auf dem Platz ausstrahlt. Lautstark dirigiert er seine Hintermannschaft, motiviert sie, kritisiert sie aber auch. Und nicht zuletzt die Sicherheit am Ball, die sich bei Rückpässen auf ihn zeigt. Er ist kein Torhüter, der die Bälle lang und sinnlos nach vorne schlägt, er hat Vertrauen in sich und seinen Fuß. Spielt auch mal den etwas riskanteren, direkten und flachen Ball zu einem der Verteidiger und verlagert somit das Spiel schnell auf die andere Seite.

„Er ist in seinen jungen Jahren schon ein fast kompletter Torhüter, der über viele Qualitäten in allen torwartspezifischen Bereichen verfügt,“ lobte BVB-Torwarttrainer Matthias Kleinsteiber die Nummer 1 von Borussia Dortmund im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. „Und trotzdem hat er noch viel Potenzial zur Entwicklung.“ Beispielsweise bei hohen Bällen bei denen der Schweizer Nationaltorhüter phasenweise noch etwas zögerlich agiert.

Gesunder Konkurrenzkampf zwischen Kobel, Hitz und Bürki

Doch es sind nicht nur Gregor Kobels Qualitäten, die dafür sorgen, dass beim BVB auf der Torwartposition Ruhe eingekehrt ist. Es sind auch die beiden hinten anstehenden Marwin Hitz und Roman Bürki, die ohne größeres Murren und Knurren ihre Rolle bei Borussia Dortmund hingenommen haben und sich trotzdem in jeder Trainingseinheit voll reinhauen.

Vor allem bei Roman Bürki, der innerhalb weniger Monate von der Nummer 1 zur Nummer 4 (Luca Unbehaun reist als dritter Torhüter in der Champions League mit) degradiert wurde, war das in der Form nicht unbedingt zu erwarten. Aber sowohl BVB-Trainer Marco Rose als auch Michael Zorc attestierten dem ehemaligen Stammtorhüter absolute „Professionalität“. Im Training ziehe er komplett mit, ließe sich nie hängen. Das führt natürlich automatisch dazu, dass weder Hitz als direkter Ersatzmann noch Kobel als Nummer 1 sich auf ihrem jeweiligen Status ausruhen können. Ein gesunder Konkurrenzkampf unter drei sehr guten Torhütern – das gibt es selten bis nie. Kann aus sportlicher Sicht aber nur förderlich sein.

Steht Marwin Hitz auch gegen den VfB Stuttgart im BVB-Tor?

Wie wichtig es ist, eine gute Nummer 2 – und auch eine Nummer 3 – zu haben, hat sich jetzt schon mehrfach gezeigt. Gegen Bielefeld musste Kobel verletzt runter, gegen Ingolstadt im Pokal musste er ebenfalls pausieren. Marwin Hitz übernahm und zeigte beide Male sehr gute Leistungen. Je nach Schwere der Verletzung von Kobel, der wegen einer Hüftblessur die Länderspielreise mit der Schweiz absagen musste, könnte Hitz auch beim nächsten Heimspiel in zwei Wochen gegen den VfB Stuttgart im Kasten des BVB stehen. Angst und Bange wird dann wohl keinem sein. Schließlich ist auf die Torhüter bei Borussia Dortmund mittlerweile Verlass.

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