Eines Titelkandidaten nicht würdig! BVB-Trainer Favre gerät erneut in die Schusslinie

dzKommentar

Der BVB kassiert in Leverkusen die zweite Niederlage binnen weniger Tage. Das 3:4 ist eines Titelkandidaten nicht würdig! Lucien Favre gerät erneut in die Schusslinie.

Leverkusen

, 09.02.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Trainer der Verzweiflung nahe, der Sportdirektor frustriert und sauer: Dieses Bild sah man nach Auswärtsauftritten der Borussia in dieser Saison in unschöner Regelmäßigkeit. Das Fazit nach einem für den neutralen Fan spektakulären Fußballspiel kann Borussia Dortmund nicht schmecken: So agiert keine Spitzenmannschaft, so wird es nicht reichen!

Pflichtspiel Nummer fünf der Rückrunde brachte für den BVB die Gegentore acht, neun, zehn und elf. Diese Tatsache an sich ist schon eines Titelkandidaten nicht würdig. Die Art und Weise der Entstehung vieler Gegentore aber gibt zusätzlich zu denken: die meisten fallen unter tatkräftiger Mithilfe der Borussia.

BVB-Trainer Favre steht vor einer Herkulesaufgabe

Der Defensive zu mehr Halt und Stabilität zu verhelfen, erweist sich für Lucien Favre als echte Herkulesaufgabe. In Leverkusen baute er Emre Can als zusätzliche Absicherung ein, postierte den Neuzugang als Abfangjäger im defensiven Mittelfeld und stellte zudem von Dreier- auf Viererkette um. Genügend defensiv denkende Spieler hatte Favre auf dem Platz - aber nicht die notwendige Entschlossenheit im Verteidigen.

Das Muster ist immer wieder erkennbar. Dortmund schaltet defensiv ab, spielt Situationen zu oft nicht zu Ende, ist im gemeinsamen Verteidigen oft zu nachlässig. Dazu gesellen sich die individuellen Fehler. Tor Nummer eins resultierte aus dem Stellungsfehler von Manuel Akanji, bei Tor Nummer zwei gab es von Akanji keinen Druck auf Flankengeber Amiri, zudem verteidigte Raphael Guerreiro arg halbherzig gegen Jonathan Tah. Beim dritten und auch beim vierten Gegentor agierte die gesamte Kette zu nachlässig, außerdem übte der BVB im Mittelfeldzentrum viel zu wenig Druck auf den ballführenden Spieler aus. So oder so ähnlich kamen einige Gegentore zustande. Es ist viel zu oft dasselbe Spiel.

Der Aufschwung des BVB ist schon wieder futsch

Favre wirkt zunehmend ratlos ob der nicht abzustellenden Fehler. Ohne es so auszusprechen, stellt der Trainer längst die Qualitätsfrage. Dabei gerät er selbst zunehmend wieder unter Beschuss, denn am Ende trägt er die Verantwortung. Für Aufstellung und Einstellung. Und auch dafür, erkannte Mängel zu beheben. Zwei Niederlagen innerhalb von fünf Tagen haben den BVB-Frühjahraufschwung gleich wieder zum Erliegen gebracht. Die eine Titelchance (im Pokal) ist schon futsch, über die zweite verbietet es sich aktuell zu reden.

Wichtiger scheint momentan der Blick nach hinten. Die chronische Auswärtsschwäche könnte sehr schnell dazu führen, dass die Champions League ernsthaft in Gefahr gerät. Man muss kein Prophet sein, dass sich die Vereinsführung spätestens dann zum Handeln gezwungen sehen dürfte.

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