Edin Terzic verrät die Aufgabenverteilung im BVB-Trainerteam

dzBorussia Dortmund

BVB-Co-Trainer Edin Terzic ist selbst Fan „durch und durch“. Er gibt Einblicke in die Zusammenarbeit, Ideenfindung und Gefühlswelt des Trainerteams.

Dortmund

, 16.11.2018, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Auf und Ab, 90 Minuten lang. Weitere fünf Minuten schließen sich an. Sie vergehen auf der einen Seite wie im Zeitraffer - auf der anderen zäh wie Kaugummi. Dann ein Hackentrick, der Ball im Tor. Jubel auf der einen, Entsetzen auf der anderen Seite. Doch zwischen den Köpfen der Jubelnden hebt sich in der Ferne plötzlich eine Fahne. Die Gefühlswelten der beiden Seiten kehren sich schlagartig um. Edin Terzic, Co-Trainer des BVB, erinnert sich genau an diesen Moment. Den Moment, als beinahe ein ganzes Stadion ein aberkanntes, wie ein geschossenes Tor feierte. Robert Lewandowskis Abseitstor in der Nachspielzeit beim 3:2 gegen den FC Bayern.

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„Die 90 Minuten waren noch recht entspannt. Die letzten fünf, sechs Minuten, die der Schiedsrichter dann hat nachspielen lassen, da wurden wir dann auch ein bisschen nervös“, erklärte Terzic beim Brinkhoff‘s Ballgeflüster in der BVB-FanWelt am Mittwoch. „Das war cool“, sagte der Co-Trainer mit den kroatischen Wurzeln.

Terzic ist „BVB-Fan durch und durch“

Hier eine lockere Anekdote, da eine schlagfertige Antwort. Terzic‘ Auftritt vermittelte schnell einen Eindruck, warum ihm die Spieler gerne zuhören. Von 2010 bis 2013 war er in der Jugend- und Scoutingabteilung des BVB aktiv und kehrte er nach einer Auslandserfahrung zurück an die Strobelallee. Es war eine Heimkehr des gebürtigen Mendeners, der schon immer „BVB-Fan durch und durch“ war, wie er sagt.

Edin Terzic verrät die Aufgabenverteilung im BVB-Trainerteam

Nicht nur beim Training mittendrin: Edin Terzic. © Inderlied/Kirchner

Das jetzige Trainer-Dreigespann kannte sich vorher nicht. Manfred Stefes und Lucien Favre hatten zwar schon in Gladbach zusammen gearbeitet, Terzic stellte der BVB. Schon vor der Saison hatte er Favre besucht und viel mit ihm telefoniert. Aber: „So wirklich kennenlernen tut man sich erst in Drucksituationen“, etwa wenn die ersten Bankdrücker „sauer werden“. Es hätte zwischen ihnen jedoch sofort gepasst.

Das macht Terzic, das macht Steffes

Fachlich ist Terzic selbst vor allem für die Gegnervorbereitung zuständig. Er stelle der Mannschaft die Stärken und Schwächen des kommenden Gegners vor. Sowohl vor der Gruppe als auch individuell, erklärte er.

Edin Terzic verrät die Aufgabenverteilung im BVB-Trainerteam

Neben Edin Terzic (M.) waren auch Patrick Owomoyela (l.) und Stephan Kaußen (r.) zu Gast bei Moderator Nobby Dickel (2.v.r.). © BVB/Mareen Meyer

Manfred Stefes kümmere sich dagegen eher um Standards. „Aber es macht niemand etwas exklusiv – außer Lucien, der hat exklusiv die Entscheidungsgewalt“, stellte er klar. Die Co-Trainer helfen bei der Entscheidungsfindung und geben Ideen.

Konkretes Beispiel: Mario Götze

Konkretes Beispiel: Mario Götze in der Sturmspitze. Favre und Stefes kannten ihn aus ihrer Gladbacher Zeit. Aus einem Spiel, in dem Götze schon einmal auf der Neuneinhalb gespielt hatte. So entwickelte sich die Idee in der Diskussion. Nach dem Abwägen von der Pro- und Contra-Seite sei man zu dem Entschluss gekommen, es mal auszuprobieren – und es hätte sich gelohnt.

„Wir können nicht jedem die Minuten versprechen, die er vielleicht braucht. Aber was wir den Jungs versprechen können, ist die Aufmerksamkeit.“
Edin Terzic

Terzic: „Man darf aber nicht vergessen, dass Mario sehr lange nicht involviert war im Team. Genauso Dan-Axel Zagadou, der am Anfang nicht viele Anteile bekommen hat. Dann hat sich aber gezeigt, dass die Jungs sofort da sind, wenn sie gebraucht werden.“ Der große Kader sei eine echte Herausforderung für die Trainer. „Wir können nicht jedem die Minuten versprechen, die er vielleicht braucht. Aber was wir den Jungs versprechen können, ist die Aufmerksamkeit.“

Ein Auge muss das Trainerteam auf die vielen jungen Spieler haben. Wie etwa Jadon Sancho. Der Engländer kam zu Saisonbeginn hauptsächlich von der Bank. „Das ist ja nicht nur ein junger Spieler, sondern auch ein junger Mensch. Er muss auch erst mal erwachsen werden.“ Der große Kader hat so auch etwas Gutes: Braucht ein junger Spieler eine Pause, kann man rotieren. „Das sind Jungs, die ihr Elternhaus verlassen haben und hier alleine wohnen. Dass die irgendwann mal in eine Formkrise kommen können, das wissen wir.“

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