Duell der Kuba-Klubs: Blaszczykowski spielte für Wolfsburg und den BVB

Borussia Dortmund

Jakub „Kuba“ Blaszczykowski spielte für den BVB und den VfL Wolfsburg in der Bundesliga. Am Samstag dürfe er einem Verein die Daumen aber etwas fester drücken.

Dortmund

, 22.05.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
Jakub Blaszczykowski spielte für den BVB und den VfL Wolfsburg.

Jakub Blaszczykowski spielte für den BVB und den VfL Wolfsburg. © picture alliance / Ina Fassbende

Als der BVB im April die Meistermannschaft 2011 virtuell am Bildschirm versammelte, tauchte auch Jakub Blaszczykowski noch einmal ein in eine Vergangenheit, die ihm als Sportler die schönsten Karrieremomente bescherte. Blaszczykowski war mit einem Dauergrinsen zu sehen, als er den Flachsereien der Kollegen lauschte, und das Grinsen wurde noch breiter, als sich verspätet Jürgen Klopp in die Video-Schalte einloggte.

Kubas Liebe trifft auf seinen Ex-Klub

Am Samstag wird der 34-Jährige, den alle nur „Kuba“ gerufen haben, wohl mit besonderem Augenmerk vor dem Fernseher sitzen, wenn sein BVB bei seinem VfL Wolfsburg zu Gast ist. Wobei die Beziehung zu den Wölfen nach nur drei durchwachsenen Jahren sicher deutlich weniger innig war als zur Borussia, für die er zwölf Jahre spielte.

Anders als Robert Lewandowski, der sich zu einem Medienprofi entwickelt hat, seit er aus Posen nach Deutschland gekommen ist und hier seine Brötchen verdient, hat sich Jakub Blaszczykowski so gut es ging vor der Öffentlichkeit versteckt. Als Gesprächspartner stand er selten zur Verfügung, er habe den Rummel nie gebraucht, hat er in einem bemerkenswerten Interview mit dem Magazin „11 Freunde“ im Jahr 2018 gesagt. Mit dem Begriff „Star“ könne er nichts anfangen, „es ist doch egal, was du machst. Es ist wichtig, wie du bist.“

Jakub Blaszczykowski: Luxus war ihm ebenso fremd wie eine Sonderbehandlung

Nach der Maxime hat er immer gehandelt. Luxus war ihm ebenso fremd wie eine Sonderbehandlung, nur weil er gut Fußball spielen konnte. Als es Wisla Krakau, dem Klub, der ihn zum Profi entwickelte, schlecht ging, half Jakub Blaszczykowski spontan. Zunächst mi einem Darlehen, dann vor einem Jahr mit einer Aktion, die große Schlagzeilen produzierte: Er kaufte mit mehreren Geschäftspartnern die Mehrheitsanteile und darf sich heute neben anderen Fußballgrößen wie Eric Cantona oder David Beckham „Klubbesitzer“ nennen. Auch die Fußballschuhe schnürt Kuba heute wieder für Wisla – ohne Gage. Dass er es noch draufhat, davon zeugen fünf Tore in 15 Saisonspielen in der polnischen Ekstraklasa.

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Blaszczykowski blickt zufrieden auf seine Zeit in Deutschland zurück. Für die Borussia spielte er in 253 Pflichtspielen (32 Tore, 52 Assists), in Dortmund feierte er seine größten Erfolge - bis der Trainerwechsel von Jürgen Klopp zu Thomas Tuchel seinen Abschied beschleunigte. Mit Tuchel kam Blaszczykowski nicht klar, die Gründe seien für ihn auch heute noch schwer ersichtlich. „Wir haben nie miteinander gesprochen“, sagte Kuba bei „11 Freunde“.

Kuba hat noch regen Kontakt zu Klopp

Zu Klopp hingegen besteht auch heute noch reger Kontakt. Der Pole verzieh dem Coach auch, dass er ihn einmal vor der versammelten Mannschaft zur Rede stellte, nachdem Blaszczykowski bei einer Reise zur Nationalmannschaft in Polen seinen Unmut über seine Situation beim BVB geäußert hatte. Damals hatte Klopp ihm einen gewissen Mario Götze vorgezogen, nach der Kabinenpredigt aber kämpfte sich Kuba zurück in die Mannschaft. Heute kann er darüber lachen.

Ohnehin blickt der Pole mit einer großen Gelassenheit auf die Aufgeregtheit im Profigeschäft. Das liegt sicher an seiner besonderen Vergangenheit mit einem Familiendrama, das seinen Lebensweg prägte. Der zehnjährige Blaszczykowski musste mit ansehen, wie sein Vater seine Mutter erstach, eine Tat, die ihn seither begleitet. Über die Folgen sagte er „11Freunde“: „Du musst auf dem Boden liegen, damit du weißt, wie er schmeckt. Natür­lich bin ich mir auch bewusst dar­über, dass ich nicht das größte Schicksal der Welt trage. Es gibt Men­schen, denen noch viel Schlim­meres pas­siert ist. Trotzdem blicke ich heute auf gewisse Dinge ein wenig gelas­sener. Eine Ver­let­zung ist eine Ver­let­zung. Nicht mehr, nicht weniger.“

Mehr Kontakt zum BVB als zu Wolfsburg

Allein schon aufgrund der langen Vereinszugehörigkeit sind Blaszczykowskis Kontakte zum BVB noch intensiver als zu den Wölfen. Lukasz Piszczek ist für ihn „bis heute ein echter Freund“. Es dürfte ihn gefreut haben, dass Piszczek noch ein Jahr dranhängt bei der Borussia. Polnische Spieler bei Borussia Dortmund, das war immer eine Erfolgsgeschichte. Sie begann mit einem gewissen Ebi Smolarek. Und mit Jakub Blaszczykowski.

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