Dietmar Hopp wird beleidigt und ein BVB-Spiel könnte abgebrochen werden – doch was dann?

Fragen und Antworten

Am vergangenen Wochenende ist viel über den Drei-Stufen-Plan gesprochen worden. Doch was besagt der überhaupt und was sind die Konsequenzen? Wir klären die wichtigsten Fragen.

Dortmund

, 03.03.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dietmar Hopp wird beleidigt und ein BVB-Spiel könnte abgebrochen werden – doch was dann?

Der Wirbel um seine Person könnte sogar zu einem Spielabbruch führen: Dietmar Hopp. © picture alliance/dpa

Seit wann gibt es den Drei-Stufen-Plan des DFB?

Die UEFA hat den Drei-Stufen-Plan bereits im Jahr 2009 festgelegt, er soll bei rassistischen und diskriminierenden Vorfällen im Stadion zum Einsatz kommen. Seit 2017 kommt er in FIFA-Wettbewerben zum Einsatz, der DFB hat ihn ebenfalls übernommen.


Wie läuft der Drei-Stufen-Plan genau ab?

In der ersten Stufe soll der Schiedsrichter die Partie kurz unterbrechen und eine Lautsprecherdurchsage im Stadion veranlassen, um diskriminierende Äußerungen oder Spruchbänder zu unterbinden.

Die zweite Stufe folgt, wenn sich der Vorfall wiederholt. Also wenn erneut Spruchbänder in dieser Form auf den Tribünen auftauchen oder die Fans die Schmähgesänge wieder aufnehmen. Dabei verlässt der Schiedsrichter dann mit beiden Mannschaften das Spielfeld für einige Minuten, es wird noch eine weitere Durchsage geben.

Die dritte Stufe ist die Ultima Ratio. Dann nämlich soll der Schiedsrichter das Spiel abbrechen.

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Wie wird ein Spielabbruch gewertet – welche Mannschaft gewinnt in diesem Fall?

Die vermutlich spannendste Frage rund um den Drei-Stufen-Plan. Die Antwort darauf liefert die Rechts- und Verfahrensordnung des DFB. In § 18 Nr. 4 heißt es dazu: „Wird ein Bundesspiel ohne Verschulden beider Mannschaften vorzeitig abgebrochen, so ist es an demselben Ort zu wiederholen. Trifft eine Mannschaft oder ihren Verein oder beide Vereine ein Verschulden an dem Spielabbruch, ist das Spiel dem oder den Schuldigen mit 0:2-Toren für verloren, dem Unschuldigen mit 2:0-Toren für gewonnen zu werten. Hat der Unschuldige im Zeitpunkt des Abbruchs ein günstigeres Ergebnis erzielt, so wird dieses Ergebnis gewertet.“


Was passiert nach einem Spielabbruch, wenn die Fanlager beider Teams diesen provoziert haben?

In diesem Fall müssten nach § 18 der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB beide Mannschaften ohne Punkte nach Hause fahren. Sollte es beim Spiel Borussia Mönchengladbach gegen Borussia Dortmund am kommenden Samstag (18.30 Uhr/Sky) also zu einer Eskalation beider Fanlager kommen, die zu einem Abbruch führt – würden in diesem Fall das Spiel für den BVB mit einer 0:2-Niederlage gewertet werden und für Borussia Mönchengladbach ebenso.

Letztendlich treffen die Entscheidung über die Spielwertung die Rechtsorgane des DFB. Denkbar wäre auch ein Wiederholungsspiel.

Wie wahrscheinlich ist es, dass die dritte Stufe wirklich in Kraft tritt?

Es ist nur schwer vorstellbar, dass der Schiedsrichter zur Ultima Ratio greifen wird. Die Emotionen kochen eh schon über, ein Spielabbruch wäre nur der nächste Schritt in der Eskalationsspirale. Vermutlich würde es in Absprache mit den Verantwortlichen ablaufen wie zuletzt beim Spiel TSG 1899 Hoffenheim gegen FC Bayern München. Da spielten sich die Spieler in den letzten Minuten den Ball einfach locker zu, griffen sich gegenseitig nicht an.

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