Der BVB bleibt auch im 15. Pflichtspiel ohne Niederlage. Die Mannschaft liefert Woche für Woche - und rückt eine Frage in den Vordergrund: Wo soll das alles enden? Tobias Jöhren kommentiert.

Wolfsburg

, 03.11.2018, 23:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf dem Weg zurück in die Kabine hielt die versammelte Entourage des BVB für einen kurzen Moment inne und ließ den Blick fast ein wenig ungläubig in Richtung Wolfsburger Stadionleinwand wandern. FC Bayern München eins, SC Freiburg eins, so stand es dort riesengroß geschrieben. Das überraschende Straucheln des Rekordmeisters rundete einen erfolgreichen Fußballnachmittag für Borussia Dortmund ab. Der Gästeblock bebte. Die Fans schmetterten die Klassiker. „Wer wird Deutscher Meister? BVB Borussia! Wer wird Deutscher Meister? Borussia BVB“, rangierte ganz oben in der schwarzgelben Hitparade, dicht gefolgt von „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“.

Lucien Favre quittierte das alles nur mit einem Lächeln. Seit 15 Pflichtspielen ist er nun ungeschlagen mit dem BVB, so lange wie kein BVB-Trainer jemals zuvor. Er habe das gar nicht gewusst, gab Favre zu Protokoll. Er denke nur von Spiel zu Spiel, eigentlich sogar nur bis zum nächsten Training. Das sei schließlich „immer das Wichtigste“, meinte Favre - und sein Credo kam sogar irgendwie glaubwürdig daher.

Von Training zu Training also. Diese Floskel ist neu im Fußballer-Sprech. Aber vielleicht ist sie ja das Geheimnis für die beeindruckende Erfolgsserie des BVB in dieser Saison. Favres Elf setzt jedenfalls Woche für Woche derart viele Ausrufezeichen und liefert so konstant Antworten, dass eine Frage immer präsenter wird: Wo soll das alles enden?

Messlatte wandert rasant nach oben

Die Antwort kennen die BVB-Spieler vermutlich selbst noch nicht. Zumindest sprechen sie noch nicht öffentlich darüber. Das Gefühl aber, dass gerade etwas Besonderes entsteht und zusammenwächst, ist allgegenwärtig. Bei den Fans. Bei den Spielern. Bei den Verantwortlichen. Borussia Dortmund ist Tabellenführer in der Bundesliga, hat vier Punkte Vorsprung auf die Bayern, ist ohne Punktverlust in der Champions League. Die Messlatte wandert stetig und rasant nach oben.

Die kommende Fußballwoche wird die Frage, wo das alles enden soll, nicht beantworten. Aber sie hat das Zeug dazu, sie noch ein bisschen stärker in den Fokus zu rücken. In Madrid winkt dem BVB der vorzeitige Gruppensieg in der Königsklasse. Am vierten Spieltag. Und am Samstagabend besteht die Möglichkeit, die Bayern tatsächlich mal wieder ohne Hosen zurück nach München zu schicken. Am elften Spieltag. Mit dann sieben Punkten Rückstand auf Borussia Dortmund.

Weiteres Ausrufezeichen setzen

Das würde ziemlich sicher in einem „Wer wird Deutscher Meister? BVB Borussia! Wer wird Deutscher Meister? Borussia BVB“ enden. Es wäre noch immer keine Antwort auf die Frage, wo das alles enden soll, aber ein weiteres Ausrufezeichen. Ein verdammt großes.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Borussia Dortmund

Vom BVB-Senkrechtstarter zum Bankdrücker - eine schwierige Saison für Jacob Bruun Larsen

Meistgelesen