Am 16. Spieltag muss der BVB die erste Niederlage in der Bundesliga schlucken. Kein Drama, wenn die Borussen die richtigen Lehren daraus ziehen. Jürgen Koers kommentiert.

Düsseldorf

, 19.12.2018, 10:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ob es jetzt neun, sechs oder drei Punkte Vorsprung auf die Verfolger seien, das sei ihm „latte“, sagte BVB-Kapitän Marco Reus. Also total egal. Sich nicht vom Blick auf die Tabelle irritieren zu lassen, wo die Konkurrenz nach dem 1:2 in Düsseldorf näher rückt, ist einer der richtigen Ansätze aus der ersten Pleite dieser Spielzeit.

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Eine weitere Lehre lautet, dass im großen und ausgeglichenen Kader einige Spieler eben doch nicht ersetzbar sind. In den letzten 30 Minuten in Düsseldorf sorgten die eingewechselten Jadon Sancho und Paco Alcacer für mehr Dynamik als ihre Kollegen zusammen in der Stunde zuvor. Christian Pulisic lähmt eine erschreckende Formschwäche. Jacob Bruun Larsen, der sich den Ballverlust vor dem 0:1 ankreiden muss, spielt längst nicht mehr so konstant stark wie in den ersten Saisonwochen. Mario Götze fand zu keinem Zeitpunkt ins Spiel und blieb jegliches Durchsetzungsvermögen schuldig. Der aufstrebende Raphael Guerreiro saß nur auf der Bank. Die Rotation misslang.

Gerade wo sich die Gegner immer besser auf den BVB und seine Spielweise einstellen, tief verteidigen und keine Räume für Kombinationen lassen, ist die Favre-Elf auf gewonnene Eins-gegen-Eins-Situationen auf dem Flügel angewiesen. Fehlen diese, wird es schwer. In Düsseldorf blieben auch die wenigen Umschaltmomente ungenutzt, dem teils halbherzigen Gegenpressing entsprangen zu wenig Ballgewinne. Sehenden Auges der zu erwartenden Kontertaktik der Fortuna zu erliegen, stellt den Spielern kein gutes Zeugnis aus. Diszipliniertes Verteidigen und permanente Absicherung der eigenen Angriffe hat den BVB ausgezeichnet bisher. Das muss der Grundpfeiler bleiben. Im Spiel weiter schwer berechenbarer zu sein, ist der nächste Schritt.

Niederlage gibt Favre Recht

Favre wird gern belächelt für seine redundanten Erklärungen, es gebe noch so viel zu verbessern. Die erste Niederlage gibt ihm Recht. Jetzt muss der Schweizer Trainer in der kurzen Zeit bis zum Spiel gegen Gladbach am Freitagabend seine Korrekturen anbringen. Sollten tatsächlich in Akanji, Diallo und Zagadou drei Innenverteidiger ausfallen, würde dies die Aufgabe erheblich erschweren.

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Ein misslungener Hinrunden-Ausklang würde die herausragende Hinrunde der Schwarzgelben nicht schmälern, könnte aber die Ausgangs- und Stimmungslage trüben.

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