Der BVB macht einen Schritt zurück in die Normalität

Borussia Dortmund

Borussia Dortmunds Schritt zurück in die Normalität ist auch ein wichtiges Zeichen von Jadon Sancho. Trainer Lucien Favre geht gestärkt in die kommenden Partien.

Berlin/Dortmund

, 01.12.2019, 18:29 Uhr / Lesedauer: 3 min
Der BVB macht einen Schritt zurück in die Normalität

Ungewohnte Emotionen: Lucien Favre (l.) bejubelt gemeinsam mit Jadon Sancho den BVB-Sieg in Berlin. © imago/Nordphoto

Die Minuten nach dem Schlusspfiff im Berliner Olympiastadion waren außergewöhnliche Momente für Jadon Sancho. Als er vom Platz ging, fiel ihm Trainer Lucien Favre um den Hals, das kam nicht nur deshalb überraschend, weil Favre nicht dafür bekannt ist, überbordende Euphorie öffentlich auszuleben. Selbst wenn in ihm in diesem Moment die Glückshormone Purzelbäume geschlagen haben sollten.

Auf einen Spieler wie Sancho kann der BVB nicht verzichten

Das dem so war, davon kann man getrost ausgehen. Der Liebesbeweis an Sancho aber war auch deshalb bemerkenswert, weil es um das begnadete Talent ja diese Vorgeschichte gab. Das Ausmaß von Sanchos Verfehlungen in Barcelona konnte im Anschluss nur schwammig aufgeklärt werden, ohnehin hatte Sportdirektor Michael Zorc das Thema schon am Freitag für beendet erklärt.

Aus gutem Grund, wie auch das Spiel in Berlin zeigte. Denn auf einen Spieler wie Sancho kann der BVB nicht verzichten. Er machte das wichtige 1:0, er arbeitete bis in die Schlussminute mit nach hinten, stellte sich in den Dienst der Mannschaft und demonstrierte damit glaubhaft Läuterung. Borussia Dortmunds Schritt zurück in die Normalität war auch ein wichtiger Schritt zurück in die Normalität für Jadon Sancho.

Dortmund überzeugt auch in Unterzahl

Favres beherzte Umarmung war am Ende natürlich auch ein Ausdruck der großen Erleichterung, die alle in Schwarzgelb ergriff, als die umkämpfte Partie beendet war. Dass der BVB in Unterzahl den Berlinern 45 Minuten lang nur sehr wenig zugestand und die Hertha weitgehend vom eigenen Strafraum fernhalten konnte, floss ebenso positiv in die Bewertung mit ein wie die ersten 25 Minuten, als Dortmund nicht nur bei den beiden Toren von Sancho (15.) und Thorgan Hazard gefällig den Ball nach vorne trug.

Video
Die RN-Analyse zum 2:1 des BVB in Berlin

Nur 104 Sekunden lagen zwischen beiden Toren. Auch für die Fans, vor deren Kurve der BVB innig feierte, war das ein selten erlebtes Glücksgefühl. Und diesmal warf auch Daridas Anschlusstreffer (34.) das Gerüst nicht gleich wieder um. Der BVB brauchte nur einmal Glück, als der Video-Assistent die äußerst knappe Abseitsentscheidung beim vermeintlichen 2:2 von Davie Selke erkannte (47.).

Erst der dritte BVB-Auswärtssieg in dieser Saison

Das Zusammenspiel aus früher Kombinationsfreude und harter Arbeit in Unterzahl nach der Gelb-Roten Karte gegen Mats Hummels (45.+1) im weiteren Verlauf gefiel auch Michael Zorc überaus gut. „Wir haben eine richtige Mannschaft gesehen, in der einer für den anderen gespielt, aber auch gearbeitet hat“, meinte der Sportdirektor gut gelaunt. „Wir haben gelitten in der zweiten Hälfte, da mussten wir sehr viel laufen“, analysierte Favre, „aber wir haben in Unterzahl intelligent verteidigt und auch versucht, das 3:1 zu machen.“

Dortmunds Trainer durfte nach vielen Diskussionen um seine Person den ersten Auswärtssieg seit dem 2. Oktober (2:0 in Prag) und den zweiten überhaupt in dieser Bundesliga-Saison auch als persönlichen Erfolg verbuchen. An Favres sturem Festhalten an seinem bevorzugten 4-2-3-1-System hatte sich viel Kritik entzündet, in Berlin stellte er seine Elf so offensiv wie selten zuvor auf. Und im neuen 3-4-3, in dem sich die Mannschaft sichtlich wohl fühlte, präsentierte er in Julian Brandt auf der Acht eine spielerische Variante, die dem Dortmunder Aufbau gut tat.

Brandt macht einen großen Schritt nach vorne

Brandt konnte aus der Tiefe in die Nahtstellen vorstoßen, so entwickelte sich die Situation, die nach seinem Traumpass auf Sancho zum 1:0 führte. Der Trainer, meinte Brandt später schmunzelnd, „war ja praktisch dazu gezwungen, nachdem Jule Weigl ausgefallen war. Aber für mich war das natürlich top!“

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Bundesliga, 13. Spieltag: Hertha BSC - BVB 1:2 (1:2)

Die Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund.
30.11.2019
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Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund.© picture alliance/dpa
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Rund um den BVB war viel Aufbruchsstimmung erkennbar nach diesem Dreier. Borussia Dortmund kann einiges mitnehmen aus diesem Auftritt, einiges sollte aber auch der Standard sein für die kommenden Aufgaben. „Wir haben einen wichtigen Schritt gemacht“, meinte daher Kapitän Marco Reus, „aber wir wissen, dass noch nicht alles wieder gut ist.“ Die Erinnerung daran, dass guten Auftritten oft unerklärliche Rückfälle folgten, ist allen noch präsent. Harte Arbeit sei daher weiter gefragt.

Die Mannschaft folgt Trainer Lucien Favre

Während der Halbzeit hatte Favre seine Elf auf diese harte Arbeit eingeschworen und Zusammenhalt eingefordert. Diesmal folgte ihm die Elf. Ob die Trainerdiskussion jetzt vorerst beendet sei, wurde Michael Zorc noch gefragt. „Nein“, meinte er, „der ist jetzt weg!“ Zorc lachte lauthals, als er zufrieden davonging.

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