Der BVB kommt gegen Union Berlin mit einem blauen Auge davon

dzKommentar

Sieben Wechsel sind am Ende ein paar zu viel - Borussia Dortmund und Trainer Lucien Favre kommen gegen Union Berlin mit einem blauen Auge davon. Dirk Krampe kommentiert.

Dortmund

, 01.11.2018, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf das glückliche Händchen seines neuen Trainers bei der Personalauswahl konnte Borussia Dortmund in den ersten Saisonwochen mit großer Zuverlässigkeit vertrauen. Was Lucien Favre auch anpackte, welche Korrekturen er während des Spiels vornahm, welchen Spielern er Schonung verordnete - es funktionierte in der Regel. Gegen Union Berlin aber wollte Favre zu viel. Und wäre beinahe bestraft worden.

Enorme Belastungen

Angesichts der enormen Belastungen und auch der Bedeutung der kommenden drei Spiele (Wolfsburg, Altetico Madrid, FC Bayern München) hatte Favre „einige Veränderungen“ für die Pokalpartie bereits im Vorfeld angedeutet. Kandidaten gab es in der Tat einige: Marco Reus, der bislang kaum eine Pflichtspiel-Minute verpasst hatte, Axel Witsel, der sich zum unverzichtbaren Chef im defensiven Mittelfeld aufgeschwungen hat und sich kaum Pausen gönnt.

Solche Spiele sind dann zudem auch eine dankbare Gelegenheit, um der Nummer zwei im Tor ein Pflichtspiel zu ermöglichen. Marwin Hitz für Roman Bürki, auch das war in Ordnung. Diese drei Wechsel waren zu erwarten, Wechsel Nummer vier ergab sich durch die Erkrankung von Mario Götze. Doch Favre reichte das noch nicht. Er tauschte drei weitere Spieler.

Fehlende Statik

Das tat der Statik im Dortmunder Spiel nicht gut, es war fatal für die Organisation und half auch nicht dem sonst so zuverlässig funktionierenden Kombinationsfluss. Julian Weigl, Marius Wolf, Hitz, auch Shinji Kagawa - sie alle eint ihre fehlende Spielpraxis. Sie gemeinsam in der Startelf zu bringen, das führte zu einer Unruhe und Unordnung im Dortmunder Spiel, die man so nicht kannte aus den bisherigen Saisonwochen.

Das 14. Pflichtspiel des BVB, es war das Erste, in dem sich Favre vercoachte, in dem seine Überlegungen auf dem Rasen nicht aufgingen. Dortmund mühte sich, hatte unübersehbare Probleme mit der taktisch ausgefuchsten Spielweise der Berliner und versuchte nach dem 1:0 das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Besser zu spielen, das gelang der Mannschaft erst, als Favre sukzessive die Korsettstangen einwechselte, Marco Reus und Axel Witsel, und als er dann in der Verlängerung in Jadoch Sancho einen frischen und starken Eins-gegen-Eins-Spieler aufs Feld schickte.

Siebter Achtelfinal-Einzug in Serie

Favre atmete an der Seitenlinie sichtbar tief durch, als Schiedsrichter Guido Winkmann endlich abpfiff. Der BVB und sein neuer Trainer, sie waren gegen einen zugegeben erstaunlich starken Gegner am Ende mit einem blauen Auge davongekommen. Der siebte Vorstoß in ein Pokal-Achtelfinale in Serie, er hing am seidenen Faden.

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