Der BVB blamiert sich gegen Köln - und die Diskussionen beginnen von vorne

Borussia Dortmund

Einen gefestigten Eindruck hatte der BVB in den vergangenen Wochen hinterlassen. Das peinliche 1:2 gegen Köln offenbart jedoch zahlreiche Schwachstellen - und die Diskussionen beginnen von vorne.

Dortmund

, 28.11.2020, 17:48 Uhr / Lesedauer: 3 min
Enttäuschender Auftritt gegen Köln: BVB-Kapitän Marco Reus.

Enttäuschender Auftritt gegen Köln: BVB-Kapitän Marco Reus. © imago / firo

Zwei Standards, extrem nachlässig verteidigt, die schwächste Leistung seit Wochen: Als nach dem Abpfiff des umsichtigen Ersatzschiedsrichters Arne Aarnink die Niederlage des BVB gegen den Tabellen-17. aus Köln perfekt war, sah man in elf fassungslose Gesichter auf dem Rasen und etliche weitere am Rand.

BVB muss einen empfindlichen Rückschlag gegen Köln hinnehmen

Statt weiter Druck auf den FC Bayern auszuüben, kassierte Borussia Dortmund beim 1:2 (0:1) gegen den seit März sieglosen 1. FC Köln einen empfindlichen Rückschlag. Thorgan Hazards Treffer allein reichte nicht, um mutig aufspielende Kölner wieder einzufangen. Die profitierten bei beiden Toren von Ellyes Skhiri von einem Tiefschlaf der Dortmunder Defensive.

Der Rückfall kam aus den Nichts und wirft die Borussia in der Tabelle empfindlich zurück. Die Bayern sind wieder auf vier Zähler enteilt, Leipzig ist vorbeigezogen, am Sonntag kann auch Bayer Leverkusen den BVB noch hinter sich lassen.

Ein schwerer Rückfall für den BVB, der aus dem Nichts kommt

Betretene Mienen schon zur Pause, aus denen auch eine gewisse Ratlosigkeit sprach: Als elf konsternierte Dortmunder schweigend auf dem Weg in die Kabinen waren, roch es im leeren Signal Iduna Park stark nach Sensation. Mit 0:1 lagen die Schwarzgelben zurück, und die Führung für die saisonübergreifend seit 18 Spielen sieglosen Kölner war noch nicht einmal unverdient.

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Für den BVB war es ein schwerer Rückfall, der aus dem Nichts kam. Vom Reifeprozess, der dieser Mannschaft unter der Woche aus allen Ecken der Republik attestiert wurde, war wenig zu sehen. Fast 70 Prozent Ballbesitz führten nur zu vier Torschüssen und zwei echten Chancen. Im Spiel der Borussia vermisste man Tempo, überraschende Aktionen und Zielstrebigkeit - dazu gesellten sich viele defensive Nachlässigkeiten.

Der Gegentreffer zeigt deutliche Wirkung beim BVB

Die Kölner Führung resultierte aus einer von Duda perfekt getretenen Ecke, die der aus Dortmund ausgeliehene Marius Wolf perfekt verlängerte. Große Ratlosigkeit in Schwarzgelb dann allerdings, wieso FC-Torschütze Ellyes Skhiri im Fünfmeterraum so frei einschießen durfte (9.).

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Je länger die Führung Bestand hatte, desto mehr Wirkung erzielte der Gegentreffer beim Team von Lucien Favre, das offensiv nicht in die Gänge kam und dazu ungewohnte Konzentrationsschwächen zeigte. Stellvertretend für einige Szenen dieser Art war die Uneinigkeit zwischen Manuel Akanji und Torhüter Roman Bürki nach der Hereingabe von Wolf, Thomas Meunier klärte in höchster Not vor Öczan (21.). Auch der sehr ambitionierte Querpass von Mats Hummels im eigenen Strafraum an Akanji vorbei ließ Favre die Haare zu Berge stehen - Jakobs konnte die Einladung nicht annehmen (38.).

Haaland hat in den ersten 45 Minuten nur sechs Ballkontakte

Nur zwei echte Torchancen der Heimelf in 45 Minuten belegen die Schwierigkeiten des BVB, Kölns gut gestaffelte Defensive in Verlegenheit zu bringen. Jadon Sancho spitzelte den Ball schon nach vier Minuten Richtung rechter Torwinkel, der Ball touchierte noch die Latte. Und nach Reus‘ schönem Ball in die Tiefe Richtung Erling Haaland verzog der Norweger nur knapp (26.). Es war die einzige Szene, in der Haaland bis zur Pause überhaupt auftauchte - nur sechs Ballkontakte des 20-Jährigen zeigen, dass die BVB-Angriffe nur selten bis zu ihrem Zielspieler durchkamen.

Der Wille zu mehr Elan und Biss war nach dem Wiederanpfiff erkennbar und mündete in Chancen für Reus (49.), Emre Can (51.) und Axel Witsel (57.). Doch Dortmund torpedierte die geplante Aufholjagd mit einer Kopie des fehlerhaften Abwehrverhaltens beim 0:1. Wieder Ecke von Duda, wieder die Verlängerung von Wolf - und wieder fand sich Skhiri am zweiten Pfosten sträflich alleingelassen wieder. Reus hatte ihn in seinem Rücken entwischen lassen. Der Abstauber war auch diesmal kein Problem (60.).

BVB-Trainer Lucien Favre stellt gegen Köln auf Dreierkette um

Favre reagierte mit einer taktischen Umstellung auf Dreierkette und warf personell alles an Offensive auf den Rasen, was der Kader hergab. Beide Außenverteidiger verließen den Platz, dazu auch der erneut sehr blasse Julian Brandt. Thorgan Hazard und wenige Minuten später Giovanni Reyna und Youssoufa Moukoko kamen ins Spiel. Und der 16-Jährige, als zweiter Stürmer neben Haaland aufgeboten, hatte in seinem ersten Profispiel im Signal Iduna Park gleich eine richtig gute Schusschance, nur knapp zischte der Linksschuss vorbei (70.).

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Bundesliga, 9. Spieltag: BVB - 1. FC Köln 1:2 (0:1)

Die Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und dem 1. FC Köln.
28.11.2020
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Bilder der Bundesliga-Partie zwischen Borussia Dortmund und dem 1. FC Köln.© dpa
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Der Erfolg der Umstellung auf bedingungslose Offensive stellte sich ein. Reyna eroberte den Ball, nach Doppelpass mit Moukoko bediente der Amerikaner Hazard, der den Ball überlegt aus spitzem Winkel an Horn vorbei ins lange Eck schob (74.).

Hummels hat das 2:2 auf dem Fuß - doch Horn pariert

Sieben Kilometer mehr als der BVB waren die Gäste zu diesem Zeitpunkt schon gelaufen, das machte sich bemerkbar. Den Kräfteverschleiß kompensierte der FC mit einer Barrikade vor dem eigenen Strafraum. Neun Gäste-Verteidiger verengten den Raum, erst der Ball von Hazard, einfach mal in den Strafraum geschlagen auf Reus, brachte Dortmund die dicke Gelegenheit zum Ausgleich. Dortmunds Kapitän legte klug zurück auf den aufgerückten Hummels, dessen Schuss lenkte Horn spektakulär über die Latte.

85 Minuten waren da allerdings schon gespielt, eine ähnlich klare Chance konnte sich die verzweifelt anrennende Heimmannschaft erst in der letzten der fünf Minuten Nachspielzeit herausspielen. Ausgerechnet Haaland, der zuletzt alles traf, lenkte die scharfe Hereingabe von Marco Reus knapp am Kölner Tor vorbei. Ernüchterung und Frust auf der einen Seite waren nach dem Abpfiff mindestens so groß wie der Jubel auf der anderen. Für den BVB war es ein völlig unerwarteter Nackenschlag.

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