Der Bessermacher Julian Nagelsmann und RB Leipzig vor dem BVB: Ein Herz und eine Seele

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Julian Nagelsmann hat das Spiel bei RB Leipzig verändert - es ist variantenreicher und offensiver geworden. Der 32-Jährige möchte seine Spieler unterstützen und beschützen - auch gegen den BVB.

von Guido Schäfer

Dortmund

, 16.12.2019, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

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2018 sickerte durch, dass Julian Nagelsmann eine Ausstiegsklausel hat. Eine, die aber erst 2019 greift und 4,5 Millionen Euro schwer ist. Weder die Bayern-Bosse noch die Chefs des BVB konnten oder wollten ein Jahr aufs Hoffenheimer Wunderkind warten. RB Leipzig konnte und wollte, füllte ein Übergangsjahr mit Leben, Ralf Rangnick und Platz drei. RB und Nagelsmann haben sich bis 2023 aneinander gebunden. In dieser Zeit soll Werthaltiges nach oben gereckt werden. Möglicherweise gewinnt der Sachsenpokalsieger von 2010 und 2013 schon vor der Zeit richtige Trophäen. Der Vertrag enthält übrigens kein Ausstiegsszenario.

Der Bessermacher Julian Nagelsmann und RB Leipzig vor dem BVB: Ein Herz und eine Seele

© imago/STAR-MEDIA

Guido Schäfer ist Chefreporter der „Leipziger Volkszeitung“ und schreibt auch über RB Leipzig.

Platz eins in der Liga, im Pokal weiter, im Achtelfinale der Champions League gegen Tottenham. RB und Nagelsmann - das passt nicht nur ergebnistechnisch. Der 32-jährige Bayer hat auf Rangnicks Fundament ein todschickes Penthouse gebaut, das RB-Spiel variantenreicher, offensiver und seine Spieler besser gemacht. Paradebeispiel: Timo Werner. Der parkt nicht mehr nur am Strafraum, sondern ist als schwer zu stellender Ballverteiler, Anbahner und Vollstrecker unterwegs. Und auch einem knorrigen Innenverteidiger wie Stefan Ilsanker hat Nagelsmann neue Werkzeuge in den Werkzeugkasten gelegt.

Eine Regierungserklärung ohne Manuskript

Jung, erfolgreich, visionär selbstgewiss. Das gefällt nicht jedem. Und so hörten 500 Stars und Sternchen der Trainer-Szene beim Internationalen Trainerkongress in Kassel genau hin, was ihnen Referent Nagelsmann zu sagen hatte. Eine 45-minütige Regierungserklärung ohne Manuskript. Aus der Lamäng. Themen: Überforderung im Training, das organisierte Chaos. „Wenn ich meinen Spielern drei Dinge vorgebe und sie merken sich drei, ist das gut. Wenn sie sich von zehn fünf merken, ist es besser.“

Das Coachen im Wortsinn - „das ist die Königsdisziplin“. Über Einwechslungen, die keine Auswechslung sind. Nagelsmannn sucht nicht die Bremse im Spiel, sondern den Beschleuniger auf seiner Bank. Über seine Leitlinien: „Wir wollen mutig und selbstbewusst spielen, offensiv und attraktiv.“ Nagelmanns Mantra: Unterstütze und beschütze deine Spieler. „Good luck, boys, reicht nicht.“ Auch und vor allem am Dienstagabend nicht. In Dortmund.

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