500 Dauerkarten-Kündigungen hatte der BVB Ende Mai ausgesprochen, nicht alle Fans nahmen das klaglos hin. Jetzt gab es für einige Anhänger erneut Post des Vereins - und weitere dürfen noch hoffen.

Dortmund

, 26.06.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sieben Spiele. Das war die markante Schwelle. Wer als Dauerkartenbesitzer weniger als sieben der 17 Saison-Heimspiele von Borussia Dortmund in der Fußball-Bundesliga besucht hatte, der bekam vor drei Wochen Post mit unangenehmem Inhalt ins Haus.

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Der BVB kündigte, wie vor der Saison bekannt gegeben, das Abonnement - im Sinne der Fans, die schon lange erfolglos auf eine Dauerkarte warten. Und im Sinne einer noch besseren Atmosphäre im Signal Iduna Park.

„Wir sind von der Kraft unseres Heimvorteils überzeugt. Aber dazu müssen auch wir unseren Teil beitragen. “
Carsten Cramer

„Wir sind von der Kraft unseres Heimvorteils überzeugt. Aber dazu müssen auch wir unseren Teil beitragen. Also muss es unser Ziel sein, dass sich die Stimmung auch dadurch noch weiter verbessert, dass möglichst kein Platz im Stadion frei bleibt“, erklärte Carsten Cramer, Borussias Direktor für Marketing und Vertrieb. Es gab teilweise bis zu 1000 freie Plätze im Dortmunder Stadion, obwohl die Partie offiziell als ausverkauft galt. Der Hauptgrund: Nicht genutzte Dauerkarten.

Intensive Prüfungen durch den BVB - Cramer nennt keine Zahlen

Jede einzelne Beschwerde der Gekündigten landete auf Cramers Schreibtisch. „Jedes Schreiben habe ich mir durchgelesen. Und wir haben uns jeden Fall genau vorgenommen und durchleuchtet, ob die Angaben der Menschen stimmen. Schließlich wollten wir fair urteilen“, betonte Cramer.

Wie viele Kündigungen der BVB nach der intensiven Prüfung zurückgezogen hat, wollte Cramer zwar nicht kommentieren. Doch es gab diese Fälle. Wie bei Salim Omeirat. Der Selmer bekam drei Wochen nach der Kündigung durch den BVB jetzt erneut einen Brief. Er darf seine Dauerkarte behalten. „Ich bin einfach nur glücklich“, gestand er, „das ist eine sehr sehr schöne Nachricht.“

Salim Omeirat verschickt gesamte Krankenakte per Einschreiben - mit Erfolg

Er hatte der Borussia per Einschreiben seine gesamte Krankenakte samt Verordnungen der Ärzte und Röntgenbildern geschickt, um zu beweisen, dass er nach einer Rücken-Operation gesundheitlich in der Rückrunde der Saison nicht mehr in der Lage war, die Heimspiele des BVB zu besuchen. „Mein Platz liegt im Stadion so weit oben, da komme ich auch heute noch nur mit höllischen Schmerzen rauf“, sagte er.

Bei aller Erleichterung darüber, dass er seine Dauerkarte nun behält, ist der Frust über die vorherige Kündigung noch nicht gewichen. „Ich hätte mir gewünscht, dass der BVB erstmal von den Betroffenen eine Stellungnahme einholt, warum sie denn so selten im Stadion waren, anstatt sofort zu kündigen“, erklärte er.

Nach jahrelangem Warten - Hunderte Fans bekommen endlich ihre Dauerkarte beim BVB

Carsten Cramer: „Wir haben ja von vornherein gesagt, dass wir uns die Härtefälle genau anschauen, und dann entsprechend reagieren. Das haben wir getan. Sehr viele Fans haben uns geschrieben, dass sie Verständnis für unsere Maßnahme haben.“ © imago

Freuen dürfen sich jetzt nicht nur Fans wie Salim Omeirat, die ihre Dauerkarten-Kündigung verhindern konnten. Freuen dürfen sich auch jene Anhänger der Borussia, die teils seit Jahren auf der Warteliste für eine der begehrten Dauerkarten stehen und nun endlich zum Zuge kommen.

„Die Warteliste wird jetzt abgearbeitet“ - große Chance auf Dauerkarten

„Die Warteliste wird jetzt abgearbeitet“, erklärt Carsten Cramer, binnen der nächsten 14 Tage bekommen voraussichtlich hunderte Wartende angenehme Post ihres Herzensklubs. Die Chance war lange nicht mehr so groß wie in diesem Sommer, zum Neuzugang des BVB auf der Tribüne zu werden.

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Einmalig bleibt die Dauerkarten-Aktion der Borussia nicht. „Wir werden weiterhin genau hinsehen und analysieren, ob Fans die Tickets auch nutzen“, erklärte Carsten Cramer. Dies geschieht künftig in Kooperation mit der Wirtschaftshochschule WHU in Düsseldorf.

Zehn Heimspielbesuche wohl künftig Pflicht

Wahrscheinlich sind künftig zehn besuchte Heimspiele pro Saison Pflicht, um die Dauerkarte nicht zu verlieren. Das hatten BVB, Fan- und Förderabteilung sowie Fanrat schon im Sommer 2018 so beschlossen, aus Kulanz im ersten Jahr der Aktion aber auf sieben „Pflichtspiele“ reduziert.

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