Der BVB zeigt großes Interesse an der Rückkehr von Mats Hummels. In den sozialen Netzwerken wird hitzig über die Personalie diskutiert - die Fangemeinde ist gespalten. Wir analysieren: Das würde eine Hummels-Rückkehr bedeuten.

Dortmund

, 15.06.2019 / Lesedauer: 3 min

In einer nicht-repräsentativen Umfrage dieser Redaktion sprechen sich 57 Prozent für eine Rückkehr von Mats Hummels zu Borussia Dortmund aus, 43 Prozent sind wenig begeistert von dieser Idee. Gute Gründe gibt es für beide Meinungen.


1.) Das spricht für eine Hummels-Rückkehr zum BVB:

Die Saison 18/19 hat gezeigt: Borussia Dortmund kassiert zu viele Gegentore. In der Hinrunde 18, in der Rückrunde 26. Macht zusammen 44. Zum Vergleich: In den Meisterspielzeiten 10/11 und 11/12 waren es lediglich 22 bzw. 25. Eklatant ist die Schwäche nach Standardsituationen. Die interne Saisonanalyse der BVB-Bosse hat ergeben, dass im Abwehrbereich durchaus Handlungspotenzial besteht. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erklärte Ende Mai: „Als Neven Subotic und Mats Hummels jung waren, haben sie auch jede Menge Böcke geschossen.“ Das lässt sich so und so interpretieren.

Umfrage

Macht die Hummels-Rückkehr zum BVB Sinn?

10556 abgegebene Stimmen

Der Spielertyp Hummels würde perfekt in das Dortmunder Anforderungsprofil „Leader“ passen. Der 30-Jährige ist robust im Zweikampf, kopfballstark und im Aufbauspiel technisch beschlagen. Entscheidend für einen Wechsel wäre zudem Hummels‘ Situation beim FC Bayern: Er spielte zwar eine überdurchschnittliche Rückrunde (Zweikampfquote 66 Prozent, Zuspielquote 92 Prozent), ist unter Trainer Niko Kovac aber nicht unumstritten. Zudem hat der FCB in Lucas Hernandez (Atletico Madrid) und Benjamin Pavard (VfB Stuttgart) bereits zwei neuen Defensivspieler verpflichtet.


2.) Das spricht gegen eine Hummels-Rückkehr zum BVB:

Als Hummels die Schwarzgelben im Sommer 2016 verließ, musste er „die schwerste Entscheidung meines Lebens“ fällen. „Am Ende bin ich zu der Erkenntnis gekommen, nochmal eine neue Herausforderung auf mich zu nehmen, noch dazu in meiner Heimatstadt, in der meine Familie und viele Freunde leben.“

Bei den BVB-Fans hatte der Innenverteidiger in seinen letzten Wochen einen schweren Stand: Beim Heimspiel gegen Wolfsburg wurde er bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen, die Ultras verhöhnten Hummels mit dem Plakat: „Der Kapitän geht als erster von Bord, am besten sofort.“

Hummels befindet sich im Herbst seiner Karriere, wird im Dezember 31 Jahre alt. Ein häufiger Kritikpunkt: Der Ex-Borusse ist nicht der sprintstärkste. Spöttisch wird seit Freitagabend in den sozialen Netzwerken ein kurzes Video geteilt, wie Jadon Sancho beim Dortmunder 3:2-Sieg in der Hinrunde Hummels im Sprintduell einfach stehen lässt. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Bayern-Innenverteidiger damals angeschlagen ins Spiel gegangen war und wenig später ausgewechselt werden musste.

Was am ehesten gegen einen Wechsel spricht: Eigentlich können es sich die Bayern gar nicht leisten, Hummels an den direkten Konkurrenten abzugeben. Zudem steht der in Ungnade gefallene Jerome Boateng vor dem Absprung.


3.) Das würde ein Hummels-Wechsel für den BVB bedeuten:

Hummels wäre aktuell Innenverteidiger Nummer sechs im Dortmunder Kader - und wäre bei einer Rückkehr natürlich gesetzt. Sein Partner im Zentrum wäre wohl Manuel Akanji. Hieße: Abdou Diallo, Dan-Axel Zagadou, Ömer Toprak und der im Winter für rund 15 Millionen Euro verpflichtete Leonardo Balerdi wären zunächst außen vor. Ein klares Zeichen!

Ein klares Zeichen würde der BVB mit einem Hummels-Transfer auch an die Liga-Konkurrenz senden. Nach Brandt, Schulz und Hazard wäre Hummels der vierte Transfer-Kracher dieser Sommerpause.

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4.) Und was sagt Mats Hummels?

Bislang nichts. Nach seiner DFB-Ausbootung genießt er seit Anfang Juni seinen Urlaub im Süden. Beiden Vereinen dürfte daran gelegen sein, die Personalie bis zum Trainingsstart (BVB: 3. Juli, Bayern: 8. Juli) zu klären. Hummels‘ Vertrag beim FCB läuft noch bis 2021. Im Raum steht eine Ablösesumme zwischen 20 und 30 Millionen Euro. Für den BVB kein Problem, obwohl der Kader nach aktuellem Stand viel zu groß ist.

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