Stefan Drljaca (l.) und Luca Unbehaun rücken beim BVB in den Kader für das Pokalfinale auf. © imago / Kirchner-Media
DFB-Pokalfinale

Das Hitz-Aus und seine Folgen: Drljaca und Unbehaun rücken beim BVB auf

Das Saisonaus für Marwin Hitz rückt nicht nur Roman Bürki zurück in den Blickpunkt. Auf der Bank werden im Pokalfinale gegen Leipzig zwei unerfahrene U23-Torhüter sitzen.

Stefan Drljaca kennen wohl die wenigsten, Luca Unbehaun vielleicht schon eher, weil der 20-Jährige vor einer schweren Knieverletzung, die ihn vor zwei Jahren ewig lange aus dem Tor beförderte, als ein vielversprechendes Torhüter-Talent gehandelt wurde. Das Duo, in Pflichtspielen bislang ausschließlich in der U23 im BVB-Tor, steht nun nach dem Saisonaus für Marwin Hitz vor einem Karriere-Highlight. Statt in Straelen oder Rödinghausen werden die beiden beim deutschen Pokalfinale in Berlin auf der BVB-Ersatzbank sitzen.

BVB-Torhüter Drljaca stand schon in der Champions League im Profikader

Schon seit einigen Wochen trainiert Drljaca ausschließlich bei den Profis unter Torwart-Trainer Matthias Kleinsteiber. Der 22-Jährige stieß vor einem Jahr aus der U23 der TSG Hoffenheim zum BVB und stand 14 Mal im Regionalliga-Tor der Borussia. Dort kassierte er zehn Gegentore, hielt sieben Mal den Kasten sauber und verdiente sich so auch drei Berufungen in den Bundesliga-Kader, als bei den Profis Roman Bürki verletzt ausfiel. In drei der sechs Gruppenspiele der Champions League sowie in allen vier Spielen der zwei K.o.-Runden stand er als dritter Torhüter mit im Kader. Mit 1,92 Metern Körpergröße überragt Drljaca Bürki um fünf Zentimeter. Nachteil für den Schlussmann, der die deutsche und die serbische Staatsangehörigkeit besitzt: Sein letztes Pflichtspiel absolvierte Drljaca am 14. Februar in der U23.

Dennoch hat er im Rennen um den Nummer-drei-Spot beim BVB derzeit die Nase vor Luca Unbehaun, der sich nach überstandenem Knorpelschaden im Knie bislang nicht so weiterentwickelt hat wie erhofft. Der 20-Jährige, gebürtig aus Bochum, stand zuletzt im Derby auf Schalke im Profikader, seither spielt er und trainiert er bei der U23. Seine Werte dort sind nicht schlechter als die von Drljaca. In 21 Pflichtspielen musste er 16 Mal den Ball aus dem Netz holen, acht Spiele blieb er ohne Gegentor.

Terzic und Zorc weisen Kritik an BVB-Torhüter Bürki zurück

Glück für die Borussia: Nach Informationen der Ruhr Nachrichten gehört Unbehaun nicht zu der großen Gruppe der Spieler des U23-Kaders, die nach dem positiven Corona-Test bei zwei Akteuren auf Anordnung des Dortmunder Gesundheitsamtes in Quarantäne mussten. Nach zwei negativen Tests könnte Unbehaun damit ins Training der Profimannschaft einsteigen und am Mittwoch mit dem Tross nach Berlin reisen. Als weitere Alternative stünde Jan-Pascal Reckert bereit.

Roman Bürkis nächster Einsatz nach seinem 45-Minuten-Comeback am Samstag sorgt bei Edin Terzic für keine größeren Bauchschmerzen. Bürki trainiere gut und gehe professionell mit der „für ihn sicher nicht leichten Situation“ um, erklärte Dortmunds Trainer vor dem Pokal-Halbfinale gegen Holstein Kiel. „Von einer Null-Bock-Einstellung kann da überhaupt nicht die Rede sein.“ Die Schlagzeile eines Boulevard-Blattes, die eine Geschichte über die angeblich lasche Trainingseinstellung des Schweizers mit der Überschrift „Null-Bock-Bürki“ betitelt hatte, kritisierte Sportdirektor Michael Zorc als „fast schon unanständig und ehrabschneidend. Und ich frage mich, wie ein Journalist das beurteilen will, wo unser Training ja zum großen Teil unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet.“

Die Bewährungschance im BVB-Tor kommt für Bürki unverhofft

Wie Bürki im Pokalfinale und darüber hinaus in den letzten beiden Saisonspielen, die ebenfalls ohne Hitz stattfinden werden, hält, werden Millionen Fans an den Bildschirmen verfolgen können. Für den 30-Jährigen ist es eine Bewährungschance, die unverhofft kommt. Kann er sie nutzen, könnte das auch seine persönliche Bewertung dieser schwierigen Saison verändern. Und eins ist nach Hitz‘ Saisonaus auch klar: Passieren darf im Tor der Borussia nun nichts mehr. Die Nummer eins soll nach seinem Kapselriss rechtzeitig zum Start der Saisonvorbereitung unter Marco Rose wieder einsatzfähig sein.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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Dirk Krampe
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