Darum ist die Debatte um die Erkältung von BVB-Kapitän Marco Reus eine Scheindiskussion

Borussia Dortmund

In den sozialen Medien wird seit Samstagabend eine Scheindiskussion um die Erkältung von Marco Reus geführt. Diese hat sich der Verein allerdings zum Teil selbst zuzuschreiben.

Dortmund

, 22.10.2019, 14:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Darum ist die Debatte um die Erkältung von BVB-Kapitän Marco Reus eine Scheindiskussion

Der Siegtreffer: Marco Reus traf gegen Mönchengladbach zum wichtigen 1:0. © Guido Kirchner

Nach dem Abpfiff am Samstag, als sich Erleichterung auch in den Fankreisen breit gemacht hatte, ließ ein Tweet des BVB-Accounts die Emotionen nach dem 1:0 gegen Gladbach noch einmal hochkochen.

Diskussion über „verantwortungslose Verhalten“

„Danke, Kapitän“, hieß es dort in Richtung von Marco Reus. Der Torschütze des entscheidenden Treffers habe sich trotz eines grippalen Infekts in den Dienst der Mannschaft gestellt.

Bei Twitter entbrannte prompt eine Diskussion über das angeblich „verantwortungslose Verhalten“ der medizinischen Abteilung, die Reus erkrankt unnötig ins Risiko getrieben habe. Begriffe wie „drohende Herzmuskelentzündung“ fielen, der BVB, so der überwiegende Tenor, habe verantwortungslos mit der Gesundheit des 30-Jährigen gespielt.

Bei Götze hatten sich die Symptome nicht gebessert, bei Reus schon

Trainer Lucien Favre hatte in der Pressekonferenz zuvor den Sachverhalt erläutert. Es ging um den am Samstag krank fehlenden Mario Götze, und Favre erklärte, Götze und auch Reus hätten am Freitag mit Grippesymptomen zu kämpfen gehabt, lediglich ein leichtes Lauftraining absolviert und nicht mit der Mannschaft trainiert.

Bei dem einen (Götze) hätten sich die Symptome über Nacht nicht gebessert, bei dem anderen (Reus) hingegen seien sie abgeklungen.

Als der BVB dann am Dienstag mitteilte, Reus werde in Mailand fehlen, fühlten sich viele Twitter-User bestätigt. Der zusätzliche Hinweis, Reus aus Vorsichtsgründen nicht zu nominieren, weil ihm geschwächt keine drei Spiele in sieben Tagen zuzumuten seien, verpuffte weitgehend.

Hoffen auf Einsatz von Marco Reus im Revierderby

Sebastian Kehl, Lizenzspieler-Chef beim BVB, hatte schon am Sonntag erklärt, der BVB sei sich der Verantwortung für die Spieler jederzeit bewusst. Über Reus‘ Einsatz am Samstag sei in enger Abstimmung mit der medizinischen Abteilung entschieden worden.

Darum ist die Debatte um die Erkältung von BVB-Kapitän Marco Reus eine Scheindiskussion

In der Bundesliga soll Marco Reus spielen, gegen Inter Mailand fehlt er. © picture alliance/dpa

In der Tat stehen alle Profis unter einer engmaschigen Überwachung. Dazu gehören regelmäßige Gesundheits-Checks mit Kontrollen der Blutwerte und aller Körperfunktionen.

Erst nach den entsprechend positiven Werten gab es Grünes Licht für einen Einsatz des Kapitäns, der nach der Rückkehr aus Mailand dann wieder voll belastbar sein soll. „Wir hoffen“, meinte Sportdirektor Michael Zorc beim Abflug der Mannschaft, „dass wir Marco dann am Samstag wieder dabei haben werden.“

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