BVB und die Comeback-Qualitäten: Eine magische Nacht in Mailand - doch dann kam Mancione

Zeitspiel

Der BVB trifft 1994 im Viertelfinale des UEFA-Cups auf Inter Mailand. Das Hinspiel verliert die Borussia mit 1:3 und benötigt im Rückspiel ein Wunder. Dazu kommt es - fast. Unser Zeitspiel.

Dortmund

von Dennis Winterhagen

, 23.10.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB und die Comeback-Qualitäten: Eine magische Nacht in Mailand - doch dann kam Mancione

Kann es nicht fassen: Matthias Sammer. © imago

Angst und Bange wurde den Profis des BVB sicherlich nicht, bei den Mannschaften, die sich ihnen 1994 im UEFA-Cup in den Weg stellten: Nacheinander eliminierten die Borussen im K.o.-System zunächst Spartak Wladikawkas aus Russland, NK Maribor aus Slowenien und Brøndby IF aus Dänemark. Doch dann wartete im Viertelfinale Inter Mailand.

BVB-Trainer Ottmar Hitzfeld setzt auf Attacke

Um doch noch das Halbfinale zu erreichen, musste der BVB im Giuseppe-Meazza-Stadion mindestens drei Tore erzielen. Folglich setzt Trainer Ottmar Hitzfeld an diesem Abend auf Attacke - im heute fast undenkbaren 2-6-2-System sollte das Weiterkommen gelingen. Die Schwarzgelben drückten von Beginn an auf das Tempo und schnürten die Italiener in der eigenen Hälfte ein. Die Belohnung hierfür gibt es noch vor der Halbzeit.

BVB und die Comeback-Qualitäten: Eine magische Nacht in Mailand - doch dann kam Mancione

BVB-Trainer Ottmar Hitzfeld setzte auf volle Offensive. © dpa

Nach einem Doppelpass zwischen Stephane Chapuisat und Michael Zorc tauchte der heutige Sportdirektor in der 38. Minute im Strafraum der Mailänder auf. Dort dribbelt er den letzten Verteidiger aus und schoss den Ball vorbei an Keeper Walter Zenga in die Maschen. 1:0 für Dortmund. Der Anfang einer Erfolgsgeschichte? Mehr als 45 Minuten standen den Borussen für zwei wetere Treffer noch zur Verfügung.

Lars Ricken bringt den BVB ganz nah an die Sensation

Im zweiten Spielabschnitt machten die Dortmunder da weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Direkt nach dem Anstoß geht es schnell in Richtung des gegnerischen Tores.

Ein Langer Ball in die Spitze wurde von einem Mailänder geklärt, allerdings zu kurz. Knut Reinhardt setzte nach und grätschte den Ball zu Lars Ricken, der nicht lange fackelte: Aus rund 20 Metern beförderte der 18-Jährige das Leder unten links ins Tor der Nerazzurri. Der BVB führte mit 2:0, hatt noch genügend Zeit, um das dritte Tor nachzulegen und versetzte die mitgereisten Fans endgültig in Ekstase. Spätestens jetzt glaubte jeder an das Wunder. In der Folge rannte die Borussia weiter an, versucht eviel, doch das dritte Tor wollte einfach nicht gelingen. Es folgte der bittere K.o.

Antonio Mancione trifft den BVB ins Herz

Nach einem Konter war es Mittelfeldspieler Antonio Manicone, der BVB-Keeper Stefan Klos keine Chance ließ und den Anschusstreffer für Inter erzeilte (81.). Neun Minuten blieben dem BVB noch, um sich in die Vrlängerung zu retten. Mit dem Mut der Verzweiflung spielte die Mannschaft viele lange Bälle. Vergeblich!

BVB und die Comeback-Qualitäten: Eine magische Nacht in Mailand - doch dann kam Mancione

Konnte den Treffer von Antonio Manicone nicht verhindern: BVB-Torhüter Stefan Klos. © imago

Am Ende blieb nur die bittere Einsicht: Mailand ist weiter, der BVB ausgeschieden - die Hypothek aus dem Hinspiel war zu hoch, die Europapokal-Reise der Westfalen beendet.

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