Reinier (r.) hat endlich sein erstes BVB-Tor in der Bundesliga erzielt. © SVEN SIMON/POOL
Borussia Dortmund

BVB-Youngster Reinier macht Hoffnung auf ein Ende der Leidenszeit

Reinier kam und traf: Das erste Tor des jungen BVB-Brasilianers zum 3:0 gegen Bielefeld löste große Glücksgefühle aus. Borussias Bosse wissen, warum der Angreifer plötzlich eine Option ist.

Es brauchte nur 29 Sekunden, um die Gefühlswelt dieses Teenagers schlagartig komplett ins Positive zu verdrehen. Reinier kam im Spiel gegen Arminia Bielefeld in Minute 80 als Ersatz für Marco Reus auf den Rasen, sprintete nach vorn – und schob mit seinem ersten Ballkontakt die Kugel zum 3:0 für den BVB, perfekt bedient von Erling Haaland, über die Linie.

BVB-Youngster Reinier trifft endlich: „Danke, mein Bruder Erling“

Reiniers erstes Tor – nach einer Zeit voller Rückschläge und Probleme seit seinem Wechsel zur Borussia im vergangenen Sommer, es kam einer Erlösung gleich. Das Strahlen bekam der 19-jährige Brasilianer gar nicht mehr aus dem Gesicht. „Ein großer Sieg heute, wir arbeiten weiter und mehr“, schrieb Reinier nach dem klaren Erfolg am Samstag gegen den Aufsteiger via Twitter, und er wusste genau, wen er in diesem besonderen Moment nicht vergessen durfte. „Danke, mein Bruder Erling“, schrieb Reinier.

Aus gutem Grund, denn Stürmer Haaland hätte in dieser 80. Minute in aussichtsreicher Position im Strafraum auch selbst abschließen können. Doch der Norweger setzte lieber uneigennützig per Querpass seinen Nebenmann in Szene – und gönnte diesem so eine XXL-Portion Balsam für die Seele. Alle Mitspieler umschlossen den jungen Brasilianer in einer Jubeltraube, feierten ihn. „Ich habe hart gearbeitet, meine Familie und ich haben nie aufgehört, daran zu glauben. Ich bin glücklich, dass es heute geklappt hat“, sagte er nach dem nach dem Spiel im vereinseigenen BVB-TV. Der gläubige Reinier bekreuzigte sich.

BVB-Treffer von Reinier macht Hoffnung

Das erste Tor im siebten Kurzeinsatz für die Borussia – es nährte urplötzlich die Hoffnung, dass Reinier nun doch noch zu einem wertvollen Baustein des schwarzgelben Kaders avancieren kann. Und das nach einem nahezu durchweg enttäuschenden Jahr.

Das BVB-Team feiert Reinier nach seinem Treffer gegen Bielefeld. © Ralf Ibing /firo Sportphoto/pool © Ralf Ibing /firo Sportphoto/pool

Als Reinier – für eine zweijährige Leihe – zu Saisonbeginn von Real Madrid nach Dortmund kam, reichte seine körperliche Verfassung nicht einmal im Ansatz, um auf Bundesliga-Niveau mitzuhalten. Der Brasilianer hatte ein halbes Jahr lang kein Spiel für Reals Profis absolviert, war nach seinem 30-Millionen-Euro-Transfer im Januar 2020 von Flamengo Rio de Janeiro lediglich zu wenigen Kurzeinsätzen in Madrids Reserve gekommen, hatte zudem wegen des Lockdowns kaum trainieren können.

Reinier brauchte viel Zeit, um sich in Dortmund anzupassen

Er brauchte Zeit, um sich in Dortmund anzupassen, um aufzuholen. Viel mehr Zeit als ursprünglich gedacht. Dann, nach ersten wenig berauschenden Kurzeinsätzen, fing er sich im November eine Corona-Infektion ein – der nächste Rückschlag hin zum ersehnten Ziel, sich zu einer wichtigen Offensivkraft für den BVB zu entwickeln.

Zu Jahresbeginn wurden gar Gerüchte laut, Reinier spiele mit dem Gedanken, die Leihe in Dortmund frühzeitig abzubrechen. Ihm drohte der Flop-Stempel. Doch nach Informationen der Ruhr Nachrichten bekräftigen der Vater und der Berater des hochtalentierten U23-Nationalspielers im Januar in einem Gespräch mit den noch immer von Reiniers Qualitäten überzeugten BVB-Verantwortlichen, dass sich ihr Schützling in Dortmund durchsetzen, seinen Vertrag bis Sommer 2022 erfüllen wolle.

BVB-Verantwortliche sind froh über das erste Tor von Reinier

Den Worten folgten offenbar entsprechende Taten im Training. „Reinier hat sich dieses Tor verdient, denn er hat an sich gearbeitet und nach einer schweren Zeit für ihn deutliche Schritte nach vorn gemacht“, lobte Sebastian Kehl, der Leiter der BVB-Lizenzspieler. Und: „Ich hoffe, dass ihm dieses erste Tor nun Selbstvertrauen gibt und er eine echte Option für uns werden kann in den nächsten Wochen.“ Auch Sportdirektor Michael Zorc blieb die positive Entwicklung Reiniers nicht verborgen: „Er ist jetzt nah dran an der Mannschaft. Langsam zeigt er, dass er eben auch auf höchstem Niveau spielen kann.“

Bei aller Freude über die aktuellen Fortschritte: In Euphorie verfallen Borussias Bosse nun nicht. Sie setzen lieber auf die nächste Etappe. Cheftrainer Edin Terzic betonte: „Wir werden weiter hart arbeiten mit ihm.“ Damit das breite Lächeln vom Samstag keine Ausnahme bleibt.

Lesen Sie jetzt