Die Entwicklung von Luca Unbehaun beim BVB ist ins Stocken geraten. © BVB
Borussia Dortmund

BVB-Youngster Luca Unbehaun und die Frage nach der Zukunft

In Gregor Kobel hat der BVB eine neue Nummer eins verpflichtet. Bewegung könnte es auch noch auf der dritten Torhüter-Position geben - Youngster Luca Unbehaun muss über seine Zukunft entscheiden.

Seit einigen Tagen befindet sich der gebürtige Bochumer Luca Unbehaun mit der aufgestiegenen U23 der Borussia in der Vorbereitung auf die Saison in der 3. Liga. Für den 20-Jährigen beginnt somit auch das letzte Vertragsjahr im BVB-Trikot. Und es stellt sich die Frage nach der sportlichen Zukunft. Zwischenzeitlich stockte Unbehauns Entwicklung – doch in der finalen Phase des Regionalliga-Aufstiegskampfs hat der Blondschopf Werbung in eigener Sache gemacht.

Knieverletzung bremst Unbehaun in einer wichtigen Phase beim BVB aus

Mit der U17 und der U19 des BVB wurde Unbehaun Deutscher Meister, ab der U16 stand er regelmäßig in den Nachwuchs-Auswahlen des deutschen Fußball-Bundes. Sein Talent rückte den 20-Jährigen auch schon früh in den Blickpunkt der Profi-Abteilung der Borussia. Er galt perspektivisch als ein möglicher Nachfolger von Roman Bürki. Doch eine langwierige Knieverletzung bremste ihn in seiner Entwicklung aus. Unbehaun fehlte ab April 2019 für rund acht Monate just in der Phase des Übergangs von der U19 in den Erwachsenenbereich, eher er ins Tor der Regionalliga-Mannschaft rückte und dort Anfang 2020 sein Debüt feierte.

In der vergangenen Saison stand er in 26 der 40 Saisonspiele der U23 im Tor des BVB-Nachwuchses, wurde aber von Positionskonkurrent Stefan Drljaca (22) eingeholt, der vor allem in der Rückrunde häufiger in den Profikader berufen wurde. Das hatte zum einen mit den guten Leistungen Drljacas zu tun, am Ende auch mit den besonderen Bestimmungen der Corona-Situation. Die Keeper im Rotationsmodus ins Profitraining zu schicken, war aufgrund der bestehenden Testpflicht in der 1. Liga, die es im Amateurbereich so nicht gab, schwierig.

Beide Torhüter-Leistungen waren gerade in der Rückrunde ansprechend und ein Garant für den letztlichen Aufstieg der U23. Unbehaun hielt sieben Mal seinen Kasten sauber, kassierte 21 Gegentore in den 26 Liga-Einsätzen. Drljacas Quote ist ähnlich bei zehn Gegentoren in 14 Partien. Auch er blieb sieben Mal ohne Gegentor.

Drljaca überzeugt auch im Kreis der BVB-Profis

Intern wird dem 22-Jährigen mit serbischen Wurzeln eine weitere Entwicklung und der Sprung nach ganz oben durchaus zugetraut – auch Unbehaun allerdings steigerte sich im Verlauf der Saison. Geschätzt wird an ihm vor allem sein fußballerisches Vermögen. Er sucht – wann immer möglich – die spielerische Lösung. „Wir sind mit der Entwicklung von Luca sehr zufrieden“, erklärte U23-Trainer Enrico Maaßen im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten.

Dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass der Bochumer bei einem entsprechenden Angebot den Klub noch in diesem Sommer verlassen könnte. Interesse an Unbehaun soll es dem Vernehmen nach sogar aus der Bundesliga geben. Union Berlin, mit einer Lücke hinter Andreas Luthe (34) durch den endenden Leihvertrag von Loris Karius, soll ebenso die Fühler ausgestreckt haben wie die TSG Hoffenheim, wo hinter Oliver Baumann in Philipp Pentke und Luca Philipp aber noch zwei weitere Torhüter unter Vertrag stehen.

Luca Unbehaun bei Borussia Dortmund: Verlängern und verleihen?

Mehrere Varianten sind allerdings auch mit BVB-Beteiligung denkbar: Da die 3. Liga sportlich anspruchsvoll ist, ist ein Verbleib in Dortmund mit einem Zweikampf mit Drljaca die derzeit wahrscheinlichste. Passiert auf dem Transfermarkt nichts, dürfte einer der beiden dann als Nummer drei zu den Profis gehören. Variante zwei: Eine Vertragsverlängerung mit anschließender Leihe – nach dem Aufstieg der U23 würde das allerdings nur Sinn machen, wenn sich ein Zweitligist finden würde, der ihm auch eine Garantie auf viel Spielpraxis bieten würde. Auf der Torhüterposition sieht sich der BVB II daher momentan gut aufgestellt. Neu im U23-Kader ist Leon Klußmann, der wie Unbehaun mit der Empfehlung von zwei Meistertiteln im U19- und U17-Bereich zu den Senioren wechselt.

Während einige Feldspieler aus dem erfolgreichen Dortmunder Nachwuchs-Leistungszentrum in den vergangenen Jahren den Sprung zu den BVB-Profis geschafft haben, ist die Quote bei den Torhütern nicht besonders gut. In Klußmann startet der nächste talentierte Schlussmann einen Anlauf, vor Unbehaun klopfte bereits Dominik Reimann (jetzt 1. FC Magdeburg) vergeblich „oben“ an. Eric Oelschlägel, von Werder Bremen II geholt, stand nur einmal im DFB-Pokal bei den Profis zwischen den Pfosten und entwickelte sich ebenso nicht wie erhofft weiter. Nach seinem ablösefreien Wechsel zum FC Utrecht im Oktober 2020 ist der 25-Jährige allerdings mittlerweile Stammtorhüter beim Klub aus der holländischen Eredivisie.

Über den Autor
BVB-Redaktion
Dirk Krampe, Jahrgang 1965, war als Außenverteidiger ähnlich schnell wie Achraf Hakimi. Leider kamen seine Flanken nicht annähernd so präzise. Heute nicht mehr persönlich am Ball, dafür viel mit dem Crossbike unterwegs. Schreibt seit 1991 für Lensing Media, seit 2008 über Borussia Dortmund.
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Dirk Krampe

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