BVB will Brügge-Enttäuschung in Spielfreude umwandeln

Heimspiel gegen Freiburg

Das 0:0 gegen Brügge kann Borussia Dortmund nur 65 Stunden später verarbeiten. Gegen den SC Freiburg ist der BVB heute klarer Favorit. Den Breisgauern aber liegt die Außenseiterrolle.

Dortmund

, 01.12.2018 / Lesedauer: 3 min
BVB will Brügge-Enttäuschung in Spielfreude umwandeln

Da half auch die Hilfe von Marco Reus nicht: Axel Witsel musste gegen Brügge kurz vor dem Abpfiff mit Krämpfen werden. Der Belgier dürfte gegen Freiburg eine Pause erhalten. © imago

Den großen BVB zu schlagen, daran arbeitet sich der SC Freiburg seit Jahren in schöner Regelmäßigkeit ab. Kein anderer Bundesligist liegt der Dortmunder Borussia so wie der heutige Gast aus dem Breisgau. Wer tief in die Historie eintaucht, findet allerdings am 21. Oktober 2001 einen bemerkenswerten 2:0-Erfolg des kleinen SC im damaligen Westfalenstadion. Torschütze des 2:0 in der Nachspielzeit: Sebastian Kehl. Der heutige Lizenzspieler-Chef, längst ein Dortmunder Idol, sorgte mit seinem Treffer für die endgültige Entscheidung.

Business as usual bei Favre

Vor seinem 200. Spiel als Bundesliga-Trainer hat Christian Streich am Donnerstag das gemacht, was er vor den Duellen mit dem BVB immer getan hat: Er hat die Ausnahmestellung der Borussia gelobt und natürlich darauf hingewiesen, welch schwere Aufgabe da auf die Freiburger wartet. Auch bei seinem Gegenüber war am Donnerstag, kaum 14 Stunden nach dem 0:0 gegen Brügge, business as usual angesagt: Lucien Favre lobte den Gegner, er erwartet (wie vor den bisherigen 19 Pflichtspielen auch) „ein schweres Spiel gegen einen gut organisierten Gegner.“

In der Tat gelingt es Streich in jedem Jahr, seine Elf mit den relativ bescheidenen Mitteln wettbewerbsfähig zu halten. Zunehmend auch gegen favorisierte Gegner: So gelangen in dieser Saison Siege gegen Schalke (1:0) und Gladbach (3:1), in München erreichte die Mannschaft ein viel beachtetes 1:1. Aber es ging auch anders: 1:2 im Pokal beim Zweitligisten Holstein Kiel. Oder jüngst ein 1:3 gegen Mainz 05.

Sechs Spiele in 21 Tagen

Favre, der aus seiner Besetzung stets ein gut gehütetes Geheimnis macht, legte sich angesichts der noch folgenden sechs Spiele in den nächsten 21 Tagen bis zur Weihnachtspause zumindest in einem Punkt fest: „Ohne Rotation geht es nicht.“ Kandidaten gibt es einige: Axel Witsel pausierte zuletzt im Pokalspiel Ende Oktober gegen Union Berlin, er stand zudem in den letzten beiden Länderspielen der Belgier jeweils über die vollen 90 Minuten auf dem Rasen. Eine Woche vor dem Revierderby scheint der perfekte Zeitpunkt für eine Pause gekommen. Auch Marco Reus und Dan-Axel Zagadou sind Vielspieler ohne nennenswerte Pausen.

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Dortmunds XXL-Kader gibt genügend Alternativen her: Julian Weigl ist einer der Verlierer des ersten Saisondrittels, er steht für Witsel parat. Ömer Toprak oder Abdou Diallo könnten Zagadou ersetzen. Weiter vorn wechselt Favre regelmäßiger. Gegen Freiburg, das mit zwei zurückweichenden defensiven Außenbahnspielern die Dreierkette gegen den Ball zur Fünferkette ausweitet, brauche es ein deutlich höheres Tempo im eigenen Spiel, meinte Dortmunds Trainer: „Wir müssen schneller spielen und mehr Schärfe in den Pässen haben.“ Das spricht vor allem für eine Startelf-Rückkehr von Jadon Sancho.

So könnte der BVB spielen: Bürki - Hakimi, Akanji, Toprak, Diallo - Delaney, Weigl - Sancho, Reus, Bruun Larsen - Götze

Bei seinen Spielern wird Favre mit seinen Forderungen auf offene Ohren treffen. Obwohl das 0:0 vom Mittwoch zu verschmerzen war und genügte, um in der Champions League zu überwintern, zeigten sich die Spieler ausnahmslos tief enttäuscht von der eigenen Leistung.

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