BVB vor Paderborn: Der nette Monsieur Favre bleibt der nette Monsieur Favre

Borussia Dortmund

BVB-Trainer Lucien Favre schlägt vor dem Spiel gegen Schlusslicht Paderborn sanfte Töne an. Er richtet den Blick nach vorn – und möchte über das München-Spiel „nicht mehr sprechen“.

Dortmund

, 20.11.2019, 15:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB vor Paderborn: Der nette Monsieur Favre bleibt der nette Monsieur Favre

BVB-Trainer Lucien Favre wollte nach der Länderspielpause nicht mehr über die 0:4-Niederlage in München sprechen. © imago images/ActionPictures

Wirklich viel deutete am Mittwoch nicht mehr darauf hin, dass Borussia Dortmunds jüngstes Bundesliga-Spiel zu einer Schmach geworden war, zumindest nicht beim Trainer. Lucien Favre, der sich nach dem 0:4 des BVB in München am vergangenen Spieltag spürbar gezeichnet zur Pressekonferenz in der Allianz Arena geschleppt hatte, wirkte deutlich aufgemuntert und hatte sein Lächeln wiedergefunden.

Er wolle nicht mehr über die Niederlage bei den Bayern sprechen, erklärte der Schweizer vor dem Heimspiel gegen Aufsteiger und Liga-Schlusslicht Paderborn am Freitagabend (20.30 Uhr, live auf DAZN). „Es war schwer zu verdauen“, sagte Favre nur, „aber jetzt ist es verdaut und wir schauen nach vorne.“ Die Mannschaft müsse viele Dinge besser machen als in München, aber er wolle eben nicht mehr darüber reden. „Das ist die beste Lösung.“

BVB-Trainer Favre: „Wir haben schlecht gespielt, das kann passieren“

Auch die Analyse des Debakels von München wird für die in dieser Woche nach und nach zurückkehrenden Nationalspieler wohl nicht mehr allzu intensiv ausfallen. „Wir haben mit den Spielern, die in der vergangenen Woche da waren, das Spiel analysiert“, sagte Favre, „mit den Spielern, die jetzt zurückkommen, werden wir es individuell besprechen, aber nicht zu viel. Wir müssen es vergessen, auch wenn es schwer ist.“

München vergessen und beim nächsten Mal besser machen, so lässt sich Favres Ansatz für die kommenden acht Spiele bis zur Winterpause ganz gut zusammenfassen. Natürlich wisse er, dass gegen Paderborn ein BVB-Sieg Pflicht sei – „und wir wollen das Spiel auch unbedingt gewinnen, auch wenn wir Respekt haben müssen“.

Hart ins Gericht mit seiner Mannschaft ging Favre wegen der „Nicht-Leistung“ gegen die Bayern, wie Sportdirektor Michael Zorc es unmittelbar nach dem 0:4 formuliert hatte, rückblickend nicht mehr. Ob er eher dazu tendiere, den Spielern des München-Spiels die Chance zur Wiedergutmachung einzuräumen oder ob der eine oder andere BVB-Profi einen Denkzettel befürchten müsse, wurde der 62-Jährige gefragt. Die Antwort: „Warum nicht? Es ist eine Idee, aber wahrscheinlich nicht.“ Und dann sagte Favre noch: „Wir haben schlecht gespielt. Das kann passieren.“

Lucien Favre äußert sich nicht zur Elefantenrunde des BVB

Ob diese Meinung bei der Mehrheit der BVB-Fans Anklang findet, darf bezweifelt werden. Zu enttäuschend, zu blutleer, zu demütigend war die Reise nach München ausgefallen, an deren Ende es mal wieder eine schmerzhafte Watschn aus Sicht der Schwarzgelben und ein deutliches Pfeifkonzert des Dortmunder Anhangs gesetzt hatte. Doch der nette Monsieur Favre blieb auch am Mittwoch zumindest in der Öffentlichkeit der nette Monsieur Favre.

Einen klaren Appell an die Mannschaft, die Favre in München über weite Teile des Spiels im Stich gelassen hatte, gab’s jedenfalls nicht – und auch die Zusammenkunft der Elefantenrunde und die von BVB-Boss Hans-Joachim Watzke angekündigte Analyse des „Ist-Zustands“ am vergangenen Freitag ließ Favre weitgehend unkommentiert. Er habe am Montag „kurz“ mit Zorc gesprochen, das sei alles gewesen. Nun gelte es, wieder „von Spiel zu Spiel“ zu schauen und „Gas“ zu geben. Freitagabend hat Borussia Dortmund die Chance dazu.

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