BVB verlangt mehr Geld - noch keine Einigung bei Ausrüster-Vertrag mit Puma

dzBorussia Dortmund

Zwischen dem BVB und Puma laufen Gespräche über eine längere Zusammenarbeit. Beidseitiges Interesse ist da, es geht aber ums Geld. Bis zur Unterschrift wird noch einige Zeit vergehen.

Dortmund

, 18.11.2018, 16:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr als eine halbe Million mal verkauft Borussia Dortmund pro Jahr sein aktuelles Trikot in den unterschiedlichsten Varianten. Stundenlang ist das Logo des Ausrüsters Puma im TV zu sehen und auf allen anderen Plattformen. Der BVB läuft seit 2012 mit der Raubkatze auf der Brust, auf der Hose und an den Stutzen auf den Rasen.

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Geschätzte neun Millionen Euro kassiert der Klub dafür in jeder Spielzeit, der Vertrag, ursprünglich bis 2020 datiert, wurde zwischenzeitlich per Option bis 2022 verlängert. Doch bereits jetzt laufen die Gespräche über eine längerfristige Bindung der beiden strategischen Partner. Dabei geht es, wie sollte es im Fußballgeschäft auch anders sein, um Geld. Um viel mehr Geld.

Im Vergleich mit Mönchengladbachunterbewertet

Zum Vergleich: Seit dieser Saison kooperiert Puma auch mit Borussia Mönchengladbach, für angeblich rund acht Millionen Euro. Da wäre Borussia Dortmund mit seiner viel größeren (internationalen) Strahlkraft und x-mal mehr Trikotverkäufen klar unterbewertet. Zwar reichen die Werte des BVB nicht an die von Bayern München heran und schon gar nicht an die der Konkurrenz in England und Spanien, doch deutlich mehr als das Doppelte an Einnahmen hätte der BVB schon gerne verbrieft.

BVB verlangt mehr Geld - noch keine Einigung bei Ausrüster-Vertrag mit Puma

In England stattet Puma Arsenal London aus - für rund 33 Millionen Euro im Jahr. In der kommenden Saison soll auch Manchester City dazukommen. Für die Skyblues soll Puma mehr als 40 Millionen Euro zahlen. © imago

Die Verhandlungen mit Puma, das mit fünf Prozent Anteilen an der KGaA beteiligt ist, laufen. Sie sind nach Informationen dieser Redaktion allerdings weit von einer Unterschrift entfernt. Puma-Chef Björn Gulden, der auch im Aufsichtsrat von Borussia Dortmund sitzt, hatte gegenüber der Wirtschaftswoche eine baldige Ausdehnung der Partnerschaft angekündigt. Dagegen gibt es in Dortmund keine grundsätzlichen Einwände, im Gegenteil. Doch wenn der FC Bayern mehr als 60 Millionen Euro per annum von Adidas einstreicht, dann, so die Lesart in Westfalen, wollen sich die Schwarzgelben nicht mit weniger als einem Drittel zufriedengeben.

Der Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach wiederum will und muss sich positionieren. Die Branchenriesen Adidas und Nike konzentrieren sich zunehmend auf Mega-Verträge für die internationalen Top-Klubs. Der FC Barcelona soll 150 Millionen von Nike kassieren, Real Madrid 125 Millionen von Adidas, Manchester United hat 2015 mit Adidas einen Zehnjahresvertrag über 830 Millionen Euro unterzeichnet. Puma wiederum hat 2017 4,1 Milliarden Umsatz und 136 Millionen Euro Gewinn verzeichnet.

Der Ausrüstervertrag umfasst unter anderem die Ausstattung der Lizenzmannschaft des Bundesligisten einschließlich aller Jugend- und Amateurmannschaften mit Trikots, Trainingsbekleidung und Accessoires.
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