BVB trotzt seiner Personalnot in beeindruckender Manier

3:2-Sieg in Berlin

Der BVB trotzt seiner Personalnot in beeindruckender Manier und fährt in Berlin drei immens wichtige Zähler ein. Das mitreißende Duell entscheiden Jadon Sancho und Marco Reus.

Berlin

, 16.03.2019 / Lesedauer: 4 min
BVB trotzt seiner Personalnot in beeindruckender Manier

Ausgelassener BVB-Jubel in Berlin (v.l.): Ömer Toprak, Julian Weigl, Thomas Delaney, Marco Reus und Raphael Guerreiro. © imago

Dank des 3:2 (1:2) in der Hauptstadt eroberte Borussia Dortmund die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga für mindestens 23 Stunden zurück - die Bayern müssen am Sonntagabend (18 Uhr) gegen Mainz nachlegen.

Dicker Patzer von Bürki

Direkt mit dem Anpfiff der Partie machte die Hertha Druck, der aufgrund etlicher Ausfälle umformierte BVB sah sich defensiv stark gefordert - und kassierte das frühe Gegentor. Roman Bürki ließ einen Schuss von Maximilian Mittelstädt nach vorne abprallen, Salomon Kalou sprintete zum Ball und drückte aus kurzer Distanz zum 1:0 ein (4.).

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Bundesliga, 26. Spieltag: Hertha BSC - BVB 2:3 (2:1)

Die Bilder des Bundesliga-Spiels zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund.
16.03.2019
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Schlagworte Fußball, Bundesliga

Es war ein Tiefschlag für die Borussia, die schon mit einigen Hiobsbotschaften in die Hauptstadt gereist war: Axel Witsel fiel wegen eines Muskelfaserrisses aus, Mario Götze hatte sich im Abschlusstraining am Freitag eine Rippe gebrochen und Paco Alcacer eine Zerrung zugezogen. Also ruhten die Dortmunder Hoffnungen im Angriff auf Jacob Bruun Larsen. Der junge Däne setzte nach dem 0:1 auch die erste offensive Duftmarke der Schwarzgelben: Seinen strammen Schuss in der 13. Minute konnte Herthas Keeper Rune Jarstein nur mit Mühe um den Pfosten lenken.

Dortmund drängt auf den Ausgleich

Borussia drängte nun mutig auf den Ausgleich - und wurde prompt belohnt. Berlins Valentino Lazaro unterlief ein kapitaler Fehlpass direkt in die Füße von Thomas Delaney. Der Däne trieb das Leder sogleich beherzt nach vorne, und als der Borusse bis zur Strafraumgrenze nicht ernsthaft angegriffen wurde, da zog er einfach ab. Von Karim Rekiks Hacke abgefälscht flog der Ball unhaltbar für Berlins Schlussmann Rune Jarstein zum 1:1 ins Netz (14).

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Es entwickelte sich jetzt ein munteres Spiel in Berlin, es ging hin und her, mit viel Tempo, schnellen Pässen und Lust auf Torabschlüsse. Und plötzlich war sie da, die große Chance zur Führung für den BVB: Bruun Larsen sprintete mit dem Ball am Fuß nach klugem Zuspiel von Marco Reus allein auf Jarstein zu, schoss - doch der Herthaner rettete stark per Fuß (22.).

Weigl springt der Ball an die Hand

Auf der anderen Seite beschäftigte Davie Selke die Dortmunder Abwehrkette ordentlich, Lazaro forderte zudem Abdou Diallo in einigen Duellen alles ab. Und genau über die linke Dortmunder Abwehrseite entstand der zweite Treffer der Gastgeber. Die Berliner kombinierten sich blitzschnell bis in den BVB-Strafraum, Julian Weigl bekam den Flankenball von Ondrej Duda aus kurzer Distanz an den Arm - und Schiedsrichter Tobias Welz pfiff Elfmeter. Eine harte Entscheidung. Kalou aber war das herzlich egal, er ließ sich die Chance vom Punkt nicht entgehen und das Olympiastadion beben. Cool versenkte er den Strafstoß und verlud Bürki - 2:1 (35.).

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Beim BVB blieben die Köpfe danach oben: Jarstein verhinderte einen Treffer von Aktivposten Jadon Sancho per starker Reaktion (43.). Während Marco Reus und Christian Pulisic in den ersten 45 Minuten blass blieben und nur rund ein Viertel ihrer Zweikämpfe gewannen, lieferte Sancho. Direkt nach der Pause trat er eine Ecke, der Ball fand Dan-Axel Zagadous Kopf im Herthaner Strafraum - 2:2 (47.). Es war Sanchos 16. Torvorlage in dieser Saison.

Glück für Diallo

Der BVB war jetzt am Drücker, schnürte die Hertha ein. Die Berliner kamen mit dem taktischen Kniff, dass Christian Pulisic (jetzt auf links) und Sancho (jetzt auf rechts) die Seiten tauschten, zunächst nicht zurecht, plötzlich schwammen die Hauptstädter. Jarstein klärte mehrfach in brenzligen Lagen. Doch dann wäre der BVB für seinen Offensivdrang fast per Hertha-Konter bestraft worden: Marko Grujics Schuss klatschte an den rechten Pfosten (57.).

Kurz darauf kochte das Olympiastadion. Wegen eines Spektakels im Doppelpack. Zunächst schubste Abdou Diallo den einschussbereiten Ondrej Duda im Strafraum, doch Schiedsrichter Welz gab den fälligen Elfmeter nicht. Als sich die Herthaner noch beschwerten, lief die Partie weiter und Sancho allein auf Jarstein zu. Der Schuss des Engländers strich am langen Pfosten vorbei. Nichts für Bluthochdruck-Patienten, diese 59. Spielminute.

Mitreißender Schlagabtausch

Der mitreißende Schlagabtausch ging ungebremst weiter. Offenes Visier zweier bissiger Teams, die sich nichts schenkten. Die Hertha war nun wieder ebenbürtig und befreite sich aus dem Klammergriff des BVB, der aber durch Christian Pulisic die nächste vielversprechende Chance besaß (71.). Lucien Favre wollte seine Offensive noch weiter ankurbeln und brachte Raphael Guerreiro für Bruun Larsen (75.), Reus rückte in die Spitze vor. Auch Achraf Hakimi, der Marius Wolf ablöste, bekam den Auftrag, seine Qualitäten nach vorn zu nutzen. Und tatsächlich: Dortmund drängte die Hertha wieder zurück, erspielte sich gleich drei hochkarätige Möglichkeiten, war nun deutlich überlegen. Doch die unermüdlichen Herthaner warfen sich vor 74.667 bestens unterhaltenen Zuschauern in jeden Ball.

Als Jordan Torunarigha wegen wiederholten Foulspiels mit der Ampelkarte vom Platz flog (85.) roch es nach dem späten Treffer für den nun in Überzahl agierenden und mit voller Wucht anrennenden BVB. Thomas Delaneys Schuss aus 18 Metern traf die Oberkante der Querlatte (88.). Berlin wackelte, BVB-Trainer Lucien Favre dirigierte seine Elf sogar weit außerhalb seiner Coaching-Zone nach vorn - er stand mitunter sogar mit den Armen rudernd auf dem Platz (!), als wolle er den Ball irgendwie ins Hertha-Tor schieben. Und dann klingelte es tatsächlich. Sancho dribbelte sich in den Strafraum, steckte auf Marco Reus durch, und der Kapitän schob perfekt ins lange Eck - 3:2 für die Borussia in der Nachspielzeit (90.+3).

Ibisevic hat seine Nerven nicht im Griff

Die BVB-Fans flippten aus vor Glück, die gesamte Dortmunder Ersatzbank sprang explosiv auf, die Anspannung musste raus. Als dann noch Vedad Ibisevic mit Rot vom Feld musste, weil er Roman Bürki den Ball aus Wut an den Kopf geworfen hatte, war klar: An diesem so wichtigen Sieg der Borussia gab es nichts mehr zu rütteln. Schwarzgelb feierte - drei Punkte und die Tabellenspitze für mindestens einen Tag.

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