BVB-Trainer Lucien Favre zur Kritik an seiner Person: „Es geht sehr, sehr weit“

Borussia Dortmund

Die Kritik an BVB-Trainer Lucien Favre wächst. Vor dem Revierderby äußert er sich zum Umgang mit Trainern. Favre will nicht klagen, aber er will es auch nicht kommentarlos stehen lassen.

Dortmund

, 25.10.2019, 16:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Trainer Lucien Favre zur Kritik an seiner Person: „Es geht sehr, sehr weit“

Lucien Favre kann mit der Kritik an „sehr gut leben“. © picture alliance/dpa

Lucien Favre schüttelte den Kopf. Er sammelte sich einen Moment lang und überlegte, wie er es nun am besten ausdrücken sollte.

Ein Journalist hatte ihm auf der Pressekonferenz vor dem Derby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 (Samstag, 15.30 Uhr, Veltins-Arena) davon berichtet, dass Niko Kovac, sein Trainerkollege vom FC Bayern München, ein paar Stunden zuvor Partei für ihn und die Fußballehrer im Allgemeinen ergriffen hatte.

Kovac verteidigt BVB-Trainer Lucien Favre

Wörtlich hatte Kovac gesagt: „Wir reden von Respekt, und das hat nicht viel mit Respekt zu tun, wenn man direkt auf den Trainer losgeht. Das ist keine gute Tendenz. Jeder verlangt heutzutage Respekt. Man kann nicht, wenn man mal ein Spiel verliert, alles in Frage stellen.“

BVB-Trainer Lucien Favre zur Kritik an seiner Person: „Es geht sehr, sehr weit“

Niko Kovac bricht eine Lanze für Lucien Favre. © picture alliance/dpa

Und weiter: „Lucien Favre ist genauso wie wir mit 15 Punkten Vierter. Und auf einmal ist alles schlecht. Da werden schon Namen gehandelt, das verstehe ich nicht. Warum immer auf Kosten des Trainers? Auf dem Rücken des Trainers? Es ist komisch, wenn alles immer nur auf eine Person projiziert wird.“

BVB-Coach Favre: „Das heißt aber nicht, dass ich es okay finde...“

Was das alles mit ihm mache, wurde Favre schließlich gefragt? Und nach der kurzen Bedenkzeit sagte er: „Es ist heutzutage so. Aber was können wir machen?“ Er denke, es sei übertrieben. Übertrieben, „wenn es gut läuft“. Und übertrieben, „wenn es nicht so gut läuft“.

Er verstehe sogar, dass solche Sachen geschrieben würden, dass über mögliche Nachfolger spekuliert werde, während Trainer noch in Amt und Würden stünden. Das gehe allerdings weit, „sehr, sehr weit“, doch er habe kein Problem damit, „ich kann damit sehr gut leben“.

Damit schien zunächst alles gesagt, doch Favre setzte nach einer kurzen Pause noch einmal an. „Das heißt aber nicht, dass ich es okay finde. Aber ich will eigentlich nicht darüber sprechen. Ich konzentriere mich auf meinen Job. Meinen Job auf dem Platz, in der Kabine, das ist sehr wichtig. Und dann lege ich den Fokus auf das Spiel.“

Favre weiß genau, was Niederlagen im Revierderby bedeuten

Das nächste Spiel ist in diesem Fall ein „sehr spezielles“, wie Favre das Derby auf Schalke nennt. Und auch der Schweizer weiß, dass es nicht ruhiger um seine Person werden wird, wenn Borussia Dortmund am Samstag ähnlich schwach auftritt wie beim 0:2 gegen Inter Mailand am vergangenen Mittwoch.

Zwar bekräftigte der 61-Jährige am Freitag nochmal, dass es „okay“ gewesen sei, was seine Mannschaft im Giuseppe-Meazza-Stadion angeboten habe, aber spätestens seit dem 2:4 gegen Schalke in der vergangenen Rückrunde hat Favre eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was Niederlagen gegen den Erzrivalen aus Gelsenkirchen in Dortmund auslösen können.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc fordert, dass die Truppe „mit jeder Faser im Körper gewinnen will“

Michael Zorc forderte daher nicht ohne Grund: „Ich erwarte, dass man unserer Mannschaft ansieht, dass sie die Bedeutung dieses Spiels kennt und dass man ihr ansieht, dass sie dieses Spiel unbedingt gewinnen will.“

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Wenn Schalke einen Meter auf dem Platz mache, gehe es darum, auch einen Meter zu machen. „Und wenn es geht noch ein bisschen mehr.“ Neben aller Taktik gehe es vor allem darum, „dass die Truppe mit jeder Faser im Körper gewinnen will“. Man müsse sehen, dass es eben ein Derby ist.

Auch daran wird Lucien Favres Arbeit am Samstag gemessen werden. Nicht nur in der Öffentlichkeit.

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