BVB-Trainer Lucien Favre vor der Partie gegen Hertha: Nur noch Taten zählen

Borussia Dortmund

Der BVB und Lucien Favre benötigen bei der Hertha dringend einen Sieg. Der Trainer will sich auf „das Wesentliche“ konzentrieren - und der Sportdirektor nicht in den Konjunktiv abschweifen.

Dortmund

, 29.11.2019, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Trainer Lucien Favre vor der Partie gegen Hertha: Nur noch Taten zählen

„Mein Fall ist unwichtig“, sagt BVB-Trainer Lucien Favre vor dem BVB-Auswärtsspiel bei Hertha BSC. © dpa

Die Trainerfrage betrat die BVB-Pressekonferenz vor Borussia Dortmunds Gastspiel bei Hertha BSC (Samstag, 15.30 Uhr, live auf Sky) gewissermaßen durch die Hintertür.

Warum Lucien Favre auch am nächsten Spieltag, wenn Borussia Dortmund die Fortuna aus Düsseldorf zum Heimspiel empfängt (7. Dezember), noch BVB-Trainer sei, wurde Michael Zorc gefragt. Der Dortmunder Sportdirektor erwiderte, dazu sei seit der BVB-Mitgliederversammlung und der Aktionärsversammlung am vergangenen Sonntag und Montag „alles gesagt“ worden.

Das Spiel gegen Hertha BSC hat Endspielcharakter

Das war durchaus als Verweis an Hans-Joachim Watzkes Worte vom vergangenen Wochenende zu verstehen. Das BVB-Oberhaupt hatte in Richtung des Trainers erklärt: „Lucien, Du hast weiter unser volles Vertrauen.“ Watzke hatte danach allerdings auch die Endlichkeit dieser Zusage betont: „Du bist lange genug dabei um zu wissen, dass Fußball sich am Ende über Ergebnisse definiert.“

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BVB-Showdown in Berlin: Wirbel um Jadon Sancho

Ob diese Aussage nun als Ultimatum zu verstehen ist oder nicht, darüber wird, nachdem der BVB beim 1:3 in Barcelona am Mittwoch kein Ergebnis einfahren konnte, das Favre nachhaltig hilft, wohl vor allem Borussia Dortmunds Auftritt im Berliner Olympiastadion entscheiden.

Der Endspiel-Charakter, der den Besuch des BVB bei der Alten Dame aus der Hauptstadt umgibt, ist nicht wegzudiskutieren. Im Falle einer weiteren Enttäuschung droht weiteres Ungemach.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc: „Wir haben Vertrauen zu Lucien“

Zorc beließ es auf der gestrigen Pressekonferenz daher fürs Erste dabei, zumindest in der Öffentlichkeit keine Gedanken an mögliche Grusel-Szenarien aus Dortmunder Sicht zu verschwenden. „Wir bleiben in der Realität und begeben uns nicht in den Konjunktiv“, sagte er, „wir haben Vertrauen zu Lucien, er arbeitet sehr hart und will die Trendwende schaffen. Wir glauben, dass wir das hinkriegen in dieser Konstellation.“

BVB-Trainer Lucien Favre vor der Partie gegen Hertha: Nur noch Taten zählen

Lucien Favre (l.) und Michael Zorc auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Hertha BSC. © dpa

Favre selbst versuchte derweil einmal mehr, die immer lauter werdenden Diskussionen um seine Person zur Seite zu schieben. „Ich konzentriere mich auf das Wesentliche“, sagte der 62-Jährige Schweizer, „mein Fall ist unwichtig.“

Diese Debatten gehörten dazu, „wenn die Ergebnisse nicht da sind“. Er akzeptiere das. „Ich mache weiter und ich habe Vertrauen in die Mannschaft und in mich.“ Damit war dann zumindest bis Samstagnachmittag tatsächlich alles gesagt.

Jadon Sancho wird zum Dauerthema beim BVB

Auf die vielen Worte müssen nun endlich Taten folgen. Das gilt für den Trainer, das gilt freilich auch für die Mannschaft. „Jeder weiß, um was es geht“, sagte Zorc, „und das wollen und müssen wir auch von der Mannschaft erwarten können.“

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BVB-PK mit Favre und Zorc vor dem Berlin-Spiel

Sebastian Kehl, der Leiter der Lizenzspielerabteilung, hatte bereits unmittelbar nach dem Barcelona-Spiel erklärt: „Die Mannschaft weiß, dass wir eine richtig gute Leistung und einen Ruck brauchen. Wir wissen, wie wichtig die Bundesliga für uns ist und dass wir dringend in die Erfolgsspur zurückfinden müssen.“

Zumindest bei Jadon Sancho steht die Frage im Raum, ob er wirklich weiß, was die Stunde geschlagen hat. Seine Disziplinlosigkeit auf der Dienstreise nach Barcelona, wahrlich nicht die erste in dieser Saison, war auch am Freitag noch Thema.

Wie der WDR berichtete, soll Sancho am Mittwoch das gemeinsame Frühstück am Morgen, das Anschwitzen am Mittag und die Mannschaftssitzung am Nachmittag verpasst haben. Auf die Frage, ob die Vorwürfe stimmten, sagte Zorc: „Das stimmt so nicht ganz.“ Und weiter: „Wir haben das intern schon besprochen, mit Jadon persönlich und mit der Mannschaft. Das Thema ist abgehakt und erledigt.“

Sancho sei ein normaler Bestandteil der Mannschaft und er habe auch nicht den Eindruck, dass der 19-Jährige auf einen Wechsel im Winter dränge. In Berlin wird Sancho zeigen können, dass er es noch ernst meint mit dem BVB - und dass ihm das Schicksal seines Trainers und Förderers Favre nicht egal ist.

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Mit viel Druck geht es für den BVB in die Hauptstadt zum Spiel gegen Hertha BSC. Auf der Pressekonferenz vor der Partie äußerte sich Lucien Favre auch zu den Einsatzchancen von Paco Alcacer. Von Patrick Radtke

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