BVB-Trainer Lucien Favre fordert mehr Analysen – und spricht über sein Karriereende

Borussia Dortmund

Lucien Favre ist mit der Berichterstattung über Trainer zum Teil nicht einverstanden. Der Coach von Borussia Dortmund glaubt, den Grund dafür zu kennen.

Dortmund

, 13.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Trainer Lucien Favre fordert mehr Analysen – und spricht über sein Karriereende

BVB-Coach Lucien Favre findet den Umgang mit Trainern nicht gut © Kirchner-Media

BVB-Trainer Lucien Favre hat die Winterpause genutzt um runterzukommen. Die Hinrunde kostete viel Energie – vor allem wohl die Kritik an seiner Person. Vor dem Start ins Trainingslager gönnte er sich also ein paar freie Tage. Und will nun wieder voll angreifen.

Lucien Favre hat seinen Urlaub auf Teneriffa verbracht

„Die Tage haben mir gutgetan. Es war gut, sehr gut“, sagt Favre im Gespräch mit dem Kicker. Auf Teneriffa hat der BVB-Trainer seinen Akku wieder aufgeladen, auch wenn er ein paar Tage dafür gebraucht hat. „Wenn ich ehrlich bin: Das letzte Spiel in Hoffenheim zu verdauen, hat etwas länger gedauert“, sagt Favre. Und: „Mit einem Sieg wäre es schneller gegangen, wieder runterzukommen. Mit etwas Abstand bin ich aber doch jemand, der relativ schnell wieder nach vorne schaut und positiv denkt.“

Tatsächlich gönnte sich der Fußballlehrer eine Zeit ohne das runde Leder. Favre hätte im Urlaub die Premier League verfolgen können – entschied sich aber dagegen. „Ich habe kein Spiel geschaut. Aber es waren so viele Engländer in den Straßen, dass ich immer bestens informiert war“, sagt er in dem Gespräch.

BVB-Coach will abschalten und spricht offen über die Medienkritik

Gut möglich, dass Favre wirklich mal komplett abschalten wollte. Die Berichterstattung der vergangenen Wochen und Monaten zerrte an seinen Nerven – auch wenn er das so direkt nicht zugibt. „Ich weiß, dass Journalisten kritisch schreiben müssen, sonst werden ihre Texte nicht gelesen. Für meinen Geschmack wird in der Berichterstattung aber vieles übertrieben dargestellt“, meint Favre.

Jetzt lesen

Der BVB-Trainer hat dabei eine klare Vorstellung, wie es besser sein könnte. „Mir wird zu viel schwarz und weiß gemalt. Mir würde es gefallen, wenn Journalisten mehr analysieren würden“, sagt Favre.

Favre: „Früher waren Trainer oft unantastbar“

Das Rollenbild hat sich in Favres Augen etwas gewandelt. „Früher waren Trainer oft unantastbar. Wie heute mit ihnen umgegangen wird, ist teilweise verrückt“, so der BVB-Coach. Lange würde das nicht mehr gut gehen. Favre: „Es geht zuerst meistens auf die Trainer, aber ich prophezeie: Sie werden eines Tages anfangen, sich dagegen zu wehren.“

Jetzt lesen

Favre selbst „kann damit gut umgehen“, denkt aber auch bereits über sein Karriereende nach. Wohl nicht wegen anhaltender Kritik, sondern eher wegen seines Alters. 62 Jahre ist der Trainer von Borussia Dortmund alt. „Mit 70 sitze ich nicht mehr auf der Bank. Doch ein paar Jahre mache ich noch“, sagt er. Ein paar Jahre bleiben also noch. In denen gilt es aber, maximalen Erfolg einzufahren.

BVB-Coach Lucien Favre ist von Erling Haaland begeistert

Und das könnte für Favre und den BVB nach der Winterpause tatsächlich leichter werden. Die Verpflichtung Erling Haalands verspricht viel, Favre ist begeistert von seinem neuen Stürmer. „Haaland besitzt großes Potenzial, er hat etwas Besonderes“, sagt er. Fähigkeiten, die man beim BVB nutzen möchte.

„Er ist groß, aber er läuft in die Tiefe, er arbeitet mit der Mannschaft, und er kann auch kombinieren und spielen“, schwärmt Favre von seinem Neuzugang. „Nach allem, was ich bisher gesehen habe, bin ich sicher: Haaland hilft uns weiter“, so der BVB-Trainer.

Favre muss vielleicht noch auf Haaland verzichten

Fraglich allerdings, ob das bereits am Samstag im Auswärtsspiel gegen den FC Augsburg (15.30 Uhr) der Fall sein wird. Borussia Dortmund muss Erling Haaland zunächst noch weiter in den Kader integrieren – und dann kann er vielleicht dafür sorgen, dass Favre Spiele wie gegen Hoffenheim bald nicht mehr so lange verdauen muss.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Borussia Dortmund
Zorc will BVB-Euphorie um Haaland nutzen: Haben in dieser Saison schon genug gebremst
Meistgelesen