Nach seinem Kurzeinsatz in Freiburg saß Paco Alcacer als erster Spieler im BVB-Bus. Seinen Frust, erneut nicht in der Startelf gestanden zu haben, mochte der Spanier nicht verbergen. Michael Zorc freut das sogar.

Dortmund

, 25.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Es war eine große Geste von BVB-Kapitän Marco Reus. Als Schiedsrichter Robert Hartmann nach dem Handspiel des Freiburgers Pascal Stenzel auf Elfmeter für den BVB entschied, überließ Reus den fälligen Strafstoß dem erst fünf Minuten zuvor eingewechselten Alcacer. Der verwandelte sicher, sein 17. Bundesligator für die Borussia in dieser Saison. Glücklich wirkt der Spanier dennoch nicht in diesen Tagen, wo die Saison auf die Zielgerade einbiegt und sich für Alcacer und Co. sogar der Titel-Traum erfüllen könnte. Denn so richtig in Tritt kommt der 25-Jährige auch in der Rückrunde nicht.

Alle 57 Minuten ein Paco-Tor

Spötter könnten sagen, als Edeljoker könne Alcacer ja nun mal am besten an seiner unglaublichen Torquote schrauben. Nach seinem fünften Rückrundentreffer weist die Statistik immerhin noch einen Alcacer-Treffer alle 57 Minuten aus. Doch das ist allenfalls ein schwaches Trostpflaster.

„Dass Alcacer nach seinen Verletzungen um Einsatzzeiten kämpfen muss, ist eben so.“
Michael Zorc

Alcacer will mehr spielen, nicht nur dann, wenn die anderen den Gegner müde gespielt haben. Das kannte er aus Barcelona, das wollte er mit dem Wechsel in die Bundesliga hinter sich lassen. Alcacer schiebt Frust. Auch wenn er im Training wie gewohnt den Spaßvogel gibt, auch wenn er öffentlich kein Wort der Enttäuschung fallen lässt. BVB-Sportdirektor Michael Zorc findet das sogar gut. „Mir sind Spieler lieber, die in solchen Situationen dann auch mal etwas unzufrieden sind. Alles andere wäre ja merkwürdig.“ Nach dem Motto: Alles ist gut, so lange die Leistung nicht leidet. Und diesen Eindruck vermittelt Paco Alcacer nicht.

Dass sich der Spanier momentan ein wenig hinten anstellen muss, ist für Zorc eine logische Folge der guten Leistungen von Mario Götze - und der Verletzungsprobleme, die Alcacer auch in der Rückrunde nicht komplett abstreifen konnte. Trainingspausen wegen muskulärer Probleme blieben auch nach der Winterpause ein Thema, auch wenn sie nicht so häufig auftraten wie in der Hinrunde. Zuletzt kam die Armverletzung aus der Partie gegenden VfL Wolfsburg hinzu.

Schalke-Bollwerk knacken

Allmählich aber scheint sich sein Körper wieder an die Belastungen durch deutlich mehr Einsätze zu gewöhnen. „Dass Alcacer nach seinen Verletzungen um Einsatzzeiten kämpfen muss, ist eben so“, sagt Zorc. Das sei das Los eines Spielers in einem qualitativ stark besetzten Kader. „Er definiert sich extrem über Minuten und Tore. Tore sind sein Leben, von daher war es gut, dass Marco ihm den Elfmeter überlassen hat.“ Das, glaubt Zorc, werde dem Torjäger gut tun.

Am Mittwoch nahm die Borussia die Vorbereitung aufs Revierderby auf - und die Chance ist gar nicht so gering, dass Alcacer dort zum fünften Mal in der Rückrunde in der BVB-Startelf stehen könnte. Neben der Rechtsverteidiger-Problematik muss Trainer Lucien Favre auch die Frage klären, wie er seine Elf auf das zu erwartende Schalke-Bollwerk einstellen will. Eine Option wäre wie beim Heim-3:1 gegen den VfB Stuttgart eine taktische Umstellung auf ein 4-1-4-1-System mit Götze und Reus im Zentrum - hinter Stoßstürmer Paco Alcacer.

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