Dortmund und Schalke haben in dieser Saison jeweils 167 Mal aufs Tor geschossen. Die Unterschiede in der Ausbeute sind dramatisch - und spiegeln sich auch in der Tabelle wider.

Dortmund

, 08.12.2018, 12:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Tor misst exakt 7,32 mal 2,44 Meter. Oder 17,85 Quadratmeter. Borussia Dortmund und Schalke 04 haben jeweils 167 Mal auf das Gehäuse geschossen in dieser Bundesliga-Saison. In 13 Spielen. Der BVB hat dabei 37 Tore erzielt, Schalke nur 14. Parallelwelten, nur 25 Kilometer voneinander entfernt.

Es gibt keine Geheimnisse, Lucien Favre hat wie immer ein intensives Videostudium betrieben. Harmlose Gelsenkirchener hat er nicht gesehen bei seinen Analysen. Zuletzt beim 1:1 in Hoffenheim sei Schalke sogar „sehr gefährlich“ gewesen, sagt der BVB-Trainer, „gleich mehrere Spieler“ könnten den Unterschied ausmachen beim Reviernachbarn.

Wirklich nachgewiesen hat das in dieser Serie bislang kein Schalker. Die interne königsblaue Torschützenliste führt Nabil Bentaleb mit drei Treffern an. Durch drei verwandelte Strafstöße. Mittelstürmer Guido Burgstaller fehlt das Zielwasser, Mark Uth, Steven Skrzybski und Yevhen Konoplyanka überzeugten noch weniger, Franco di Santo und Haji Wright spielen keine Rolle. Für Sorglosigkeit sorgt die königsblaue Magerkost trotzdem nicht beim BVB. „Wir müssen uns top vorbereiten und eine sehr gute Leistung bringen“, sagt Favre vor dem 93. Bundesliga-Derby am Samstag (15.30 Uhr, live auf Sky).

Sein Innenverteidiger Manuel Akanji, der in die Startelf zurückkehren wird, möchte wegen möglicher Stärken und Schwächen des Gegners die eigene Herangehensweise nur wenig anpassen. Das beherrsche man zwar, sagt der Schweizer, aber gleichwohl gelte: „Wir wollen unser Spiel machen. Offensiv stark sein und defensiv gut zusammenarbeiten.“ Mit Akanji und Abdou Diallo in der Abwehr kassiert der BVB nur 0,67 Gegentore pro Spiel, insgesamt stellt der BVB die zweitbeste Defensive der Liga. Keine rosigen Aussichten für die Königsblauen.

Was aber erklärt die eklatant bessere Chancenverwertung der Schwarzgelben?

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Marcel Schmelzer und Manuel Akanji vor dem Derby

Mehrere Faktoren spielen eine Rolle. Zum einen die individuelle Qualität. Marco Reus oder Super-Joker Paco Alcacer lassen wenige Gelegenheiten aus, zumal beide seit Monaten in großer Form aufspielen. Hinter der Zielgenauigkeit, bei der fast jeder vierte Schuss ein Treffer ist, steckt aber auch Kalkül. Des Trainers Kalkül. Geduld im Spielaufbau, keine unnötigen Ballverluste, auf Chancen lauern und sie dann eiskalt ausnutzen – das ist Favre-Fußball. Es ist ein Kennzeichen seiner Mannschaften, nur erfolgversprechende Abschlüsse zu nehmen. Und dann wiederum gibt es vermutlich große Unterschiede bei den jeweils 167 Torschüssen der beiden Revierklubs.

Viele Zahlen, viele Argumente für einen BVB-Sieg

Auch bei der Zuspielquote (87 zu 79 Prozent) übertrumpft die Borussia die Schalker und legt bei der Laufdistanz (1549 zu 1484 Kilometer) pro Spiel knapp fünf Kilometer mehr zurück. Viele Zahlen, viele Argumente für einen BVB-Sieg – und den wichtigsten Anhaltspunkt liefert die Tabelle. Borussia Dortmund reist mit 19 Punkten Vorsprung nach Gelsenkirchen und ist in der Bundesliga noch ohne Niederlage.

Die weiße Weste des BVB soll auch beim ungeliebten Nachbarn fleckenlos bleiben. „Wir müssen gut Fußball spielen, dann sieht‘s auch Samstagabend gut aus“, sagt Michael Zorc, der den Fokus lieber auf die eigenen Stärken als die Schwächen des Gegners richtet. „Ich kann nur für uns sprechen“, sagt der BVB-Sportdirektor, „und ich finde, dass wir eine hervorragende Entwicklung genommen haben.“ Ein Rückschlag am Samstag ist nicht eingeplant.

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