BVB-Torhüter Bürki über Favre: Hatte noch nie einen Trainer, der so krass kritisiert wurde

Borussia Dortmund

Als Roman Bürki zum BVB wechselte, war er ein aufstrebender Torhüter - mittlerweile hat er sich zur festen Größe entwickelt. Nun spricht er über Meisterchancen und die Kritik an Lucien Favre.

Dortmund

, 24.12.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Torhüter Bürki über Favre: Hatte noch nie einen Trainer, der so krass kritisiert wurde

Roman Bürki bezeichnet seine Hinrunde als „konstant“ - und hofft noch auf den Meistertitel mit dem BVB. © Kirchner-Media

Die Hinrunde von Borussia Dortmund verlief nicht zufriedenstellend. Das sieht auch BVB-Torhüter Roman Bürki so, auch wenn er seine eigene Leistung im Interview mit dem Schweizer „Blick“ als „konstant“ bezeichnet.

„Mit Ausnahme meiner verunglückten Rettung gegen Leipzig habe ich keine großen Fehler gemacht. Prag war natürlich ein großes Spiel. In der Spielzeit zuvor hatte ich mehr Chancen, mich auszuzeichnen. In dieser Vorrunde kamen die Gegner zu oft auf mich alleine zu.“

Roman Bürk: „Wir wollen um den Meistertitel spielen“

Das führte auch dazu, dass es „leider zeitweise schwierig“ war, weil es „eine Zeit brauchte, bis alle neuen Spieler ins System eingepasst waren und andere, die in der vergangenen Saison überragend waren, diese starken Leistungen ganz natürlich nicht permanent abrufen konnten. Aber der Wille und das Ziel bleiben ­unverändert: Wir wollen um den Meistertitel spielen.“ Bürki ist aber auch klar: „Nur vom Reden ist noch keiner Meister geworden.“

BVB-Torhüter Bürki über Favre: Hatte noch nie einen Trainer, der so krass kritisiert wurde

Die Kritik an BVB-Trainer Lucien Favre empfindet Roman Bürki als heftig. © Kirchner-Media

Zu diesem Ziel habe sich vor der Saison auch Trainer Lucien Favre bekannt, auch wenn die Vorgabe Meisterschaft für einen Coach natürlich „ein enormer Druck“ sei, so Bürki. Aber: „Es ist immer noch alles möglich, die Bayern holten letzte Saison neun Punkte auf uns auf.“

Die Kritik an Favre kann Bürki nicht immer nachvollziehen. „Ich hatte noch nie einen Trainer, der so krass kritisiert wurde. Ich verstehe es auch nicht, Lucien Favre war schon immer so, er geht in der Öffentlichkeit nun mal nicht so aus sich raus wie andere.“ Trainer zu sein, sei ein undankbarer Job. „Vor allem, weil eigentlich die Spieler dafür verantwortlich sind, was dann auf dem Platz geschieht. Aber der Trainer ist nun mal das schwächste Glied.“

Die Mentalitätsdebatte kann Bürki teilweise nachvollziehen

Mitten in der Hinrunde kam auch die Mentalitätsfrage beim BVB auf. Eine Diskussion, die Bürki getroffen hat, die er in Teilen aber auch nachvollziehen kann. „Für dich als Spieler ist es etwas vom Schlimmsten, wenn man dir fehlende Mentalität vorwirft. Gerade hier im Ruhrgebiet. Aber schlussendlich muss ich sagen, dass es trotzdem etwas mit Mentalität zu tun hat, wenn du auf dem Platz nicht das abrufst, was du kannst.“

Sein Leistungsvermögen hätte Bürki auch bei der Nationalmannschaft gerne häufiger gezeigt. Doch in seinen sechs Jahren absolvierte er nur neun Spiele. „Es war am Schluss mehr ein Müssen als ein Dürfen. Gegen Gegner wie San Marino, Panama oder Andorra, in denen die Stammelf geschont wird, zu spielen, ist sehr undankbar. Du kannst in solchen Spielen nicht viel gewinnen. Wenn du zu Null spielst, sagt jeder: Ist ja klar, gegen die muss man zu Null spielen“.

Bürki war unzufrieden mit der Rolle als Nummer zwei

Trotzdem war Bürki „immer sehr stolz“, das Nationaltrikot tragen zu dürfen. Doch nach der „WM 2018 in Russland, die reisetechnisch sehr anstrengend war, hatte ich genug.“

Denn Bürki war unzufrieden mit der Rolle als Nummer zwei. „Ich hätte mir einfach mal eine Gelegenheit in einem wichtigen Spiel gewünscht. Ich habe leider keine Chance bekommen. Aber klar, ich sehe auch, dass man nicht zwingend etwas ändern muss. Yann Sommer macht seine Sache in der Nati und im Klub super.“

Lesen Sie jetzt