BVB-Torhüter Bürki lobt die Mentalität der Mannschaft

„Charakter bewiesen“

Zweites Saisonspiel, zweiter Rückstand für den BVB! Doch die Borussen beweisen gegen Köln in der Schlussphase Charakater. Nach dem 3:1 lobt Torhüter Bürki seine Teamkollegen in den höchsten Tönen.

Köln

, 24.08.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
BVB-Torhüter Bürki lobt die Mentalität der Mannschaft

Roman Bürki feierte gegen Köln sein Saisondebüt. © dpa

Es war ein harter Kampf. Hat Sie der couragierte Auftritt der Kölner überrascht?

Wir wussten, dass es so kommen konnte, der Trainer hat uns vor dem Spiel gewarnt. In der ersten Halbzeit hatten wir hart zu beißen, sie haben sehr physisch gespielt und haben das sehr gut gemacht. Sie haben auch mit Tempo gespielt und das haben wir dann gemerkt, wir hatten keine Lösungen nach vorne.


Haben Sie zu langsam gespielt?

Ja, in manchen Phasen auf jeden Fall. Wir haben zwar gut Fußball gespielt, aber nicht zielstrebig genug und konnten uns nicht durchsetzen. In der Halbzeit hat der Trainer aber auch gesagt, dass sie dieses Tempo wahrscheinlich nicht über 90 Minuten halten werden. So war es auch und wir haben geduldig weitergespielt. Wir haben versucht, mit einer Dreierkette das Spiel aufzubauen und so war es dann stabiler.


Wie hat sich der Systemwechsel auf das 4-1-4-1 ausgewirkt?

Ich muss sagen, dass die Spieler, die reingekommen sind, es wirklich sehr gut gemacht haben. Ich glaube, dass wir allgemein betrachtet am Ende Charakter bewiesen haben. Einmal mehr. Das ist das Schönste heute.

Bei Ihnen persönlich gab es eine Situation, die beinahe nach hinten losgegangen wäre. Was ist da schief gelaufen?

Ich wollte den ersten Ball wegschlagen, aber Mats Hummels ist noch durchgelaufen und deswegen war das nicht möglich. Dann hatte ich einen schlechten ersten Kontakt und der Ball lag direkt frontal vor mir.

Ich hätte noch zurückgehen müssen, um den Ball wegzuschlagen. Das war nicht optimal, aber ich bin froh, dass nichts passiert ist.


Hatte die kleine Unsicherheit damit zu tun, dass Ihnen nach der Verletzung noch etwas der Rhythmus fehlt?

Es ist klar, dass ich nach drei Wochen erst wieder Rhythmus bekommen muss. Ich bin froh, dass ich heute im Tor stehen durfte. Marwin Hitz hat das top gemacht. Ich versuche immer, mich reinzukämpfen und ruhig zu bleiben, falls etwas nicht gelingt und so der Mannschaft zu helfen.


War es ein schwieriges Spiel für Sie persönlich, weil Sie fast gar nichts zu tun hatten?

Das ist manchmal so. Bei Marwin Hitz ist es gegen Augsburg ähnlich gewesen. Du hast keine Chance, um Dich richtig auszuzeichnen. Ich konnte einen Kopfball halten, aber da wurde dann Abseits gepfiffen.


Hatten Sie trotz des Rückstands das Gefühl, dass Sie die Partie noch drehen würden und waren entsprechend ruhig?

Es bringt ja nichts, wenn ich dann auch noch rumschreie. Unsere Jungs haben es sehr gut gemacht. Mentalität und Charakter waren da. Das ist genau das, was wir brauchen. Heute war es ein sehr schweres Spiel - und ich bin froh, dass wir es gewonnen haben.

BVB-Torhüter Bürki lobt die Mentalität der Mannschaft

Voller Einsatz: Bürki (r.) ist vor Jhon Cordoba am Ball. © dpa

Sie haben gesagt, dass die Einwechselspieler es heute sehr gut gemacht haben. Ist diese Breite im Kader das große Faustpfand der Mannschaft?

Ich glaube, dass genau das auch die Absicht der Verantwortlichen war.

So können wir Leute von der Bank bringen, die enorme Qualität haben. Achraf Hakimi hat Speed und körperliche Präsenz. Julian Brandts fußballerische Qualität ist top. Genau das haben wir gebraucht. Jetzt haben wir das und ich hoffe, dass wir das Maximale rausholen.


Trotzdem wirkten Sie in der ersten Halbzeit beeindruckt vom Gegentor und der Spielweise des Gegners ...

Es hat angefangen, als ich den Ball meiner Meinung nach nicht berührt habe. Er geht dann ins Aus und es gibt Eckball. Manuel Akanji hatte dann auch zwei Pässe, die nicht sauber waren. Das sind Phasen, in denen man dran bleiben muss. Es ist egal, was alle anderen denken. Du musst ruhig bleiben und versuchen, wieder konzentriert zu spielen. Zugelassen haben wir nicht viel. Aber ich bin froh, dass wir drei schöne Tore gemacht haben.


Sie haben in der Vorsaison fünfmal nach einem Rückstand gewonnen, nun schon zum zweiten Mal im zweiten Spiel. Haben Sie während der Partie so etwas auch im Kopf, denken Sie daran? Und gibt Ihnen das auch eine gewisse Ruhe?

Man hofft natürlich nie, dass man in Rückstand gerät. Wenn es aber so ist, dann haben wir schon im Unterbewusstsein, dass wir ruhig bleiben müssen. Wir werden unsere Chancen bekommen, das hat der Trainer uns in der Halbzeit gesagt. So war es dann ja auch. Man darf nicht den Kopf verlieren und nur versuchen, lange Bälle zu schlagen.

Wir müssen bei unserem Fußball bleiben und das haben wir heute gemacht.

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Wie haben Sie die Atmosphäre wahrgenommen?

Es war enorm laut, eine super Stimmung. Ich glaube schon, dass es die Kölner Spieler beeinflusst hat, wie aggressiv und körperlich sie waren - und wie gut sie in den Zweikämpfen agiert haben. Sie haben uns das Leben sehr schwer gemacht. Es war aber klar, dass sie das nicht über 90 Minuten halten können.


Ist bei Union Berlin in der kommenden Woche eine ähnliche Partie zu erwarten?

Darauf müssen wir vorbereitet sein. Union hat uns das Leben im Pokal schon mal schwer gemacht. Ich hoffe, dass wir wie heute einen Sieg mitnehmen werden.

Aufgezeichnet in der Mixed Zone von Tobias Jöhren.
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