Derzeit noch auf Krücken unterwegs: U23-Stürmer Moritz Broschinski (M.). © imago / Thomas Bielefeld
Borussia Dortmund II

BVB-Stürmer Moritz Broschinski und der intensive Kampf ums Comeback

Moritz Broschinski ist mit großen Erwartungen zu Borussia Dortmund gewechselt, verletzt sich aber während der Vorbereitung schwer. Der BVB-Stürmer kämpft ums Comeback - muss sich aber gedulden.

Die zweiwöchige Spielpause vor dem 3:2-Sieg der U23-Kollegen gegen Wegberg-Beeck nutzte auch Moritz Broschinski, um den Kopf frei zu bekommen. Ein paar Tage fuhr der 20-Jährige in seine Heimat Cottbus, traf seine Mutter, verbrachte Zeit mit seiner Freundin – und kam auf andere, eher sportferne Gedanken. Zuweilen zumindest. Denn zwischendurch ging Broschinski noch ins Fitnessstudio. Aktuell ist das seine Hauptbeschäftigung.

Broschinski erlebt ein bitteres Profi-Debüt beim BVB

Ein Mittelfußbruch hat den Stürmer Ende August dienstunfähig gemacht. Dortmunds Profi-Abteilung feierte ihre Saisoneröffnung, testete erst gegen den SC Paderborn (1:1), dann gegen den VfL Bochum (1:3). Schön für Broschinski: Der U23-Angreifer durfte bei Trainer Lucien Favre vorspielen, kam 17 Minuten lang zum Einsatz. Schlecht für Broschinski: Es blieben seine vorerst letzten.

Der im Sommer von Energie Cottbus zum BVB gewechselte Broschinski wurde in der 89. Minute von Emre Can auf die Reise geschickt, lang und weit per Flugball. Er versuchte, seinen Körper hinter SCP-Verteidiger Christian Strohdiek zu schieben, um anschließend freie Bahn aufs Tor der Ostwestfalen zu haben – und wälzte sich wenige Augenblicke später heftig schreiend auf dem Rasen.

BVB-Teammanager Preuß erwartet Broschinski sehnlichst zurück

„Strohdiek traf mich zwar, als ich ihn gekreuzt habe“, meint Broschinski sechs Wochen nach der folgenschweren Szene. „Er ist aber nicht Schuld an der Verletzung und ist mir nicht direkt auf den Fuß getreten.“ Broschinskis Fußkante habe sich stattdessen im Rasen verhakt und das Grün in Dortmund-Brackel nicht nachgegeben. Danach folgte der Zusammenprall.

Beim Testspiel der BVB-Profis gegen Paderborn zog sich Moritz Broschinski einen Mittelfußbruch zu. © imago / Team 2 © imago / Team 2

„Ich vermute, dass vorher schon etwas am Fuß war – und dass der finale Schlag dort stattgefunden hat“, sagt Broschinski, der sich wenige Tage später von Borussia Dortmunds Mannschaftsarzt Dr. Markus Braun operieren ließ. Seither läuft er auf Krücken und arbeitet an seiner Rückkehr. BVB-II-Manager Ingo Preuß bemerkte kürzlich, dass er „sehnlichst“ auf den Neuzugang warte.

Broschinski kann es kaum erwarten, wieder „zu zocken“

Broschinski, der bei der Borussia bis 2022 unterschrieben hat, freuen diese Worte. Und er sagt: „Ich kann es kaum abwarten, wieder zu zocken. Das fehlt mir.“ Zu Beginn habe ihn seine Verletzung „ein wenig traurig“ gemacht. „Alles lief ja so gut.“ In der Vorbereitung bei Dortmunds neuem U23-Trainer Enrico Maaßen überzeugte er. Dann folgte der Rückschlag. Letztlich, meint Broschinski, habe er diese Situation „angenommen“.

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Regionalliga West, 8. Spieltag: BVB II – FC Wegberg-Beeck 3:2 (1:1)

Für ihn gehe es „sehr gut voran. Ich warte momentan auf die nächste Kontrolle.“ Dann werde auf Basis des Röntgenbildes entschieden, wie es weitergeht. „Am liebsten würde ich die Krücken sofort weglegen“, sagt Broschinski – und bekräftigt noch einmal: „Ich will zurück auf den Platz. Aber das muss der Arzt entscheiden. Ich kann ja nicht in den Fuß reinschauen – und gucken, was da ist.“ Er müsse sich „leider“ gedulden.

Der BVB II führt die Tabelle der Regionalliga West an

Sein Tagesablauf sieht derzeit wie folgt aus: Broschinski steht früh auf, lässt sich behandeln. Danach findet er sich im Kraftraum ein, trainiert seinen Oberkörper, die Rücken- und Bauchmuskulatur. Den rechten Fuß darf er nicht belasten, ebenso wie den linken, der sonst einen zu großen Vorsprung gegenüber dem anderen hätte. Ab und an nimmt Broschinski zudem an Videoanalysen von Coach Maaßen teil.

„Für die Rückrunde kann das für mich noch mal wichtig werden“, betont er. „Ich achte auf meine potenziellen Gegenspieler. Und dann gehe ich nach Hause und ruhe mich aus.“ Im November könnte er im Optimalfall wieder mitmischen beim BVB II, der in der Regionalliga West die Tabelle anführt. Das wünsche er sich „natürlich“. In der Regel dauere es allerdings drei bis vier Monate, „bis man wieder einsetzbar ist“.

Tribünengast Broschinski ist mit den BVB-Leistungen zufrieden

Broschinski muss also abwarten. Sorge, dass er den Anschluss an die sehr gut spielenden Kollegen verlieren könnte, plagen ihn nicht. Mit Gefallen hat der Angreifer die bisherigen Leistungen der Dortmunder U23 verfolgt, zumeist im Stadion. „Wir sind eine junge Mannschaft – und machen es richtig gut“, sagt er. Allein die Unentschieden gegen Bonn und „vor allem“ gegen RWE fand Broschinski „schade“.

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Das ist der Kader des BVB II für die Saison 2020/21

Für gewöhnlich sei er „ein ruhiger Zuschauer. Mich ärgern nur gewisse Situationen – und dann mache ich mich auch bemerkbar“, sagt der Angreifer. Alsbald will sich Broschinski wieder positiv-verhaltensauffällig zeigen. Auf dem Rasen, als elementarer Bestandteil des BVB II.

Über den Autor
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Schreibt seit 2015. Arbeitet seit 2018 für die Ruhr Nachrichten und ist da vor allem in der Sportredaktion und rund um den BVB unterwegs.
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Leon Elspaß

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