BVB-Stürmer Brandt: Ein bisschen Balsam für die Seele

Champions League

Julian Brandt überzeugt beim 2:0 des BVB in Prag auf ungewohnter Position. Der Neuzugang bereitet beide Tore vor - und bekräftigt, dass er lieber im Zentrum als auf der Außenbahn spielt.

Prag

, 03.10.2019, 08:50 Uhr / Lesedauer: 3 min
BVB-Stürmer Brandt: Ein bisschen Balsam für die Seele

BVB-Neuzugang Julian Brandt sagt: „Ich glaube, dass ich die Situation in den vergangenen Wochen ganz gut angenommen habe.“ © dpa

2:0 gegen Slavia Prag. Wie groß ist die Erleichterung?

Natürlich ist eine gewisse Erleichterung da. Wir haben uns die beiden jüngsten Spiele in der Bundesliga auch ein bisschen anders vorgestellt. Siege tun immer gut. Gerade in so Spielen wie heute, wenn es sehr umkämpft ist. Die Stimmung im Stadion war fantastisch, Slavia ist eine gute Mannschaft. Wir haben versucht, immer dagegenzuhalten. Es war sicherlich nicht alles perfekt, aber am Ende wird von uns verlangt, dass wir gewinnen - und das haben wir geschafft. Und das war auch das Wichtigste heute.


Heute hat die Mannschaft das 2:0 nachgelegt. Sehr spät, aber immerhin nachgelegt. Das zweite Tor hätte deutlich früher fallen können. Gab’s auf dem Platz Deja-vu-Momente, in denen Sie gedacht haben: Jetzt bekommen wir das Spiel wieder nicht zugemacht, jetzt wird’s wieder wild?

Es hat häufig gewechselt. Phasenweise hatten wir Kontrolle und Dominanz, phasenweise war Slavia am Drücker. Ich glaube, dass vor allem unsere Verteidiger es heute gut gemacht haben. Wir haben uns manchmal selbst in die Bredouille gebracht, aber wir haben es immer wieder geklärt bekommen. Klar ist aber auch: Wenn wir kurz nach der Pause das 2:0 nachgelegt hätten, dann wäre es nicht so eine turbulente zweite Hälfte geworden.

Jetzt lesen

Sie haben heute im Sturm gespielt. Was haben Sie gedacht, als der Trainer es Ihnen mitgeteilt hat?

Ich habe am Dienstag mit dem Trainer darüber gesprochen. Er hat mich gefragt, ob ich es mir zutraue. Ich hatte damit überhaupt kein Problem. Es ist natürlich schwierig, sich schnell daran zu gewöhnen, wenn man eine Position nicht häufig spielt. Was mir geholfen hat, war, dass ich in der Rückrunde in Leverkusen im Zentrum gespielt habe. Dadurch war’s zumindest ein bisschen bekannter für mich. Ich habe versucht, mich ins Spiel und in die Position reinzukämpfen und alles zu geben. Das ist unter dem Strich auch das, was erwartet wird. Ich bin froh, dass es ganz gut geklappt hat und ich Achraf (Hakimi, Anm. d. Red.) zweimal auf die Reise schicken konnte.


Wie ist das Stellenprofil, wenn Sie im Sturmzentrum spielen? Gibt der Trainer Ihnen da alle Freiheiten?

Ich denke schon. Defensiv muss man natürlich aufpassen, man muss die Mitte zumachen, man muss sich taktisch richtig verhalten. Offensiv sind wir ziemlich frei in unseren Entscheidungen. Marco (Reus, Anm. d. Red.) kann ja auch mal in die Spitze gehen. Das Positive an der Geschichte ist, dass es für die Verteidiger nicht unbedingt leicht ist. Wenn Sie mitgehen, entstehen hinter mir Räume. Wenn Sie stehen bleiben, kann ich aufdrehen und die gegnerische Abwehr andribbeln. Man kann schon Vorteile schöpfen. So ist ja auch das 1:0 gefallen, weil viel Platz für Achraf da war. Natürlich bin ich noch kein perfekter Neuner oder falscher Neuner, aber es ist ja gut zu wissen, dass es diese Option gibt.


Ist das ein Modell, das Zukunft hat?

Das Modell ist ja nicht ganz neu. Mario Götze hat in der Vergangenheit ja auch schon oft auf dieser Position gespielt.


Aber speziell für Sie?

Ich stehe zur Verfügung, ja (lacht).

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Champions League, 2. Spieltag: Slavia Prag - BVB 0:2 (0:1)

Die Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.
02.10.2019
/
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa
Bilder des Champions-League-Spiels zwischen Slavia Prag und Borussia Dortmund.© dpa

Und das Spiel heute gibt neues Selbstvertrauen?

Natürlich. In den letzten Spielen habe ich nicht oft von Anfang an gespielt. Das war schon ein bisschen Balsam für die Seele heute. Nicht nur, weil ich an den Toren beteiligt war, sondern vor allem, weil ich fast durchgespielt habe. Das hilft, ein bisschen mehr Rhythmus zu bekommen. Es ist doch klar, dass man spielen und sich beweisen will. Jeder von uns ist Fußballer geworden, um im Idealfall immer auf dem Platz zu stehen, auch wenn mir bewusst ist, dass wir viele gute Spieler haben und der Trainer da manchmal einen undankbaren Job hat, weil er sich für elf Spieler entscheiden muss. Ich glaube, dass ich die Situation in den vergangenen Wochen ganz gut angenommen habe. Mal schauen, was die Zukunft bringt.


Aber wenn Sie es sich aussuchen dürften und die Zehnerposition vergeben wäre: dann lieber Neuner als auf der Außenbahn?

Ja.

Aufgezeichnet von Tobias Jöhren in der Mixed Zone.
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Borussia Dortmund

Mitarbeiter, Vereinsheld, Fan: Norbert Dickel feiert sein Jubiläum als BVB-Stadionsprecher

Meistgelesen