BVB-Stimmungswende soll her! Dortmund spielt in Prag gegen den Trend

Champions League

In Prag kämpft Borussia Dortmund um den Turnaround nach zuletzt drei sieglosen Spielen in Serie. Der Druck auf den BVB ist auch in der Champions League hoch, der Gegner strotzt vor Selbstvertrauen.

Dortmund

, 02.10.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Stimmungswende soll her! Dortmund spielt in Prag gegen den Trend

Julian Brandt könnte gegen Slavia Prag in die BVB-Startelf zurückkehren. © dpa

Ein feines Lächeln umspielte die Gesichter der Prager Delegation bei der Auslosung der Gruppenphase der Champions League in Monaco Ende August. Es hätte kaum schlimmer kommen können für den tschechischen Meister, der bei seiner Rückkehr auf die Bühne der Königsklasse drei europäische Schwergewichte zugelost bekam. In Prag aber hat man sich stattdessen gefreut. Auf tolle Reisen und Stadien, auf namhafte Gegner mit großer Strahlkraft - und man hat gleich zu Beginn gezeigt, dass man mehr ist als das „Fallobst“ in dieser Gruppe.

BVB-Diskussion um Mentalität und Qualität

Für den BVB war das 1:1 der Prager bei Inter Mailand keine gute Nachricht, denn es stärkt das Selbstvertrauen des Gruppen-Außenseiters noch weiter. Ohnehin darf Slavia heute Abend (18.55 Uhr/ live bei Sky) mit breiter Brust auflaufen: Die Mannschaft ist seit 24 Spielen wettbewerbsübergreifend ungeschlagen und blieb in zehn der vergangenen zwölf Partien ohne Gegentor.

Das passt nun gar nicht zu einer Dortmunder Statistik, die von der aufgeregten Diskussion um Mentalität, Qualität und ausbleibenden Ergebnissen völlig in den Hintergrund gedrängt wurde.

Erschreckende Auswärtsbilanz des BVB

Doch Borussia Dortmund und Auswärtsreisen in der Champions League, das ist nicht unbedingt das Erlebnis, das es früher schon mal war. Stammgast im Achtelfinale beim Konzert der Besten zu sein, hat sich der BVB in den vergangenen Jahren zumeist im eigenen Stadion erarbeitet. In der Fremde schwächelt der Klub.

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Der BVB vor dem Spiel bei Slavia Prag

Die Diskrepanz zwischen den zu Hause gezeigten Leistungen und den Auftritten auf fremdem Terrain ist auch in der Königsklasse auffällig. Von den saisonübergreifend vergangenen zwölf Auswärtsauftritten gewann Dortmund nur zwei. Die Saison davor hat jeder Fan ohnehin aus seinem Gedächtnis gestrichen, als man mit nur zwei Unentschieden gegen den Fußball-Zwerg Nikosia sogar noch in der Europa League weiterspielen durfte. Ebenso bedenklich ist eine andere Statistik: In den vergangenen sechs Champions-League-Partien, daheim und auswärts, blieb die Borussia fünf Mal ohne eigenen Treffer.

Jeder Ausrutscher kann für den BVB gravierende Folgen haben

Der tschechische Double-Sieger kann aber in der kleinen Eden Arena, wo am Mittwoch 1070 BVB-Fans unter den knapp 20.000 Zuschauern sein werden, ohne Angst aufspielen. Dadurch, dass sich die vier Mannschaften der Dortmunder Gruppe F am ersten Spieltag unentschieden getrennt haben, bleiben den großen Favoriten fünf Partien, um die Konkurrenz in Schach zu halten - jeder Ausrutscher kann gravierende Folgen haben, jeder Sieg zum Meilenstein werden.

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Für die Borussia käme ein Erfolg in Prag genau zur rechten Zeit. „Das Spiel ist die Möglichkeit, mehr Selbstvertrauen zu holen und auch eine andere Stimmung in die Mannschaft zu bekommen“, sagte Lizenzspieler-Leiter Sebastian Kehl vor dem Abflug am Dienstagvormittag. Der ehemalige Kapitän sieht „viele Gründe für die letzten Ergebnisse, die haben wir intensiv analysiert.“ Jeder Einzelne müsse, so Kehl, „an seiner Performance arbeiten. Wir alle verlangen mehr von uns selbst.“

Hummels-Rückkehr soll Stabilität verleihen

Bei böigem Seitenwind war die Landung in Prag nach nur knapp einer Stunde Flug eine Herausforderung. Der schicke Mannschafts-Airbus im BVB-Design machte Eindruck auf dem Rollfeld des Flughafens „Vaclav Havel“, in ihm saß erwartungsgemäß auch Abwehrchef Mats Hummels. Dessen Rückkehr in die Mannschaft nach hoffentlich komplett auskurierten Rückenproblemen soll der Defensive Stabilität und Halt geben.

Dass Mittelstürmer Paco Alcacer wegen Achillessehnen-Problemen hingegen in Dortmund bleiben musste, konnte Trainer Lucien Favre weniger gefallen. Somit wird Mario Götze wohl zu seinem zweiten Startelf-Einsatz in Serie kommen. Weitere Veränderungen sind wahrscheinlich. Die gegen Bremen geschonten Thomas Delaney und Raphael Guerreiro drängen zurück ins Team.

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