BVB-Star Mats Hummels verteidigt Ilkay Gündogan und Emre Can in der „Like-Affäre“

Borussia Dortmund

Zwei Likes von Ilkay Gündogan und Emre Can sorgen für Diskussionen. Jetzt verteidigt BVB-Abwehrchef Mats Hummels die beiden Nationalspieler - und plädiert für klare Zeichen gegen Rassismus.

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, 18.10.2019, 17:59 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Star Mats Hummels verteidigt Ilkay Gündogan und Emre Can in der „Like-Affäre“

Mats Hummels bricht in seinem Podcast eine Lanze für die ehemaligen Nationalmannschafts-Kollegen. © picture alliance/dpa

Ein kurzes Zucken mit dem Daumen und schon ging die Diskussion los. Mit dem Liken des Instagram-Posts von Cenk Tosun haben die deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan und Emre Can eine mediale Diskussion ins Rollen gebracht.

BVB-Innenverteidiger Hummels fordert mehr Nachsicht

Nun fordert BVB-Innenverteidiger Mats Hummels mehr Nachsicht. Bei den Likes müsse er „eine Lanze brechen für die beiden, weil ich oft auch nur auf das Bild schaue und ein Bild like“, so Hummels in dem Podcast „Alleine ist schwer“, den er gemeinsam mit seinem Bruder Jonas aufnimmt.

Zum Vergleich zieht Mats Hummels den Account des russischen Tennisspielers Daniil Medwedew heran. „Der postet ja auch auf Russisch, da verstehe ich kein Wort. Wenn ich das Bild schön finde, dann like ich halt. Und da kann ich auch nicht für garantieren, dass es inhaltlich vom Text her immer etwas ist, wofür ich dann auch stehe.“

Auch Hummels liked also manchmal einfach „was mir gerade vor die Flinte kommt sozusagen, ohne groß nachzudenken und dann wird da immer ein Riesen-Thema draus gemacht.“

Da sei es Aufgabe der Medien, „mal eine kleine Spur zurückzuschrauben“. Natürlich müssten die Spieler auch aufpassen, aber die „Medien müssten im Zuge dessen, was es auch schüren kann, sich definitiv ein bisschen zurücknehmen und nicht so schnell Leute verurteilen. Weil das führt auch teilweise zu Auseinandersetzungen und teilweise auch Hass.“

Hummels selbst erinnert sich an einen Vorfall bei der Nationalelf

Allgemein hält Hummels den Fußball für eine gute Bühne, ein Zeichen gegen politische Probleme zu setzen. „Ich glaube, dass die Aufmerksamkeit dafür da ist und immer mehr kommt und sich auch noch mehr Leute klar positionieren werden in Zukunft.“

Er erwarte auch auf der Tribüne einen Prozess, dass die Fans, die sich danebenbenehmen „nicht toleriert, sondern einfach ausgegrenzt werden und im besten Fall natürlich gar nicht mehr ins Stadion kommen“, sagt Hummels.

Er selbst sei noch nie rassistisch verunglimpft worden, Beleidungen würde man aber „natürlich ganz viele“ hören. Das einzige Mal, dass er mit rassistischen Äußerungen in Kontakt gekommen sei, war beim Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft 2017 in Tschechien.

BVB-Star Mats Hummels verteidigt Ilkay Gündogan und Emre Can in der „Like-Affäre“

Bei dem Länderspiel 2017 in Tschechien kam es zu üblen Rufen von den Rängen. © picture alliance / Jan Woitas/dp

„Da haben sich leider einige deutsche Fans eingefunden, die in deutschen Stadien scheinbar schon bekannt sind und da eben keine Karten mehr für kriegen, wie ich im Nachhinein gehört habe.“ Diese Fans hätten dann „Nazi-Parolen gerufen“. Es gäbe ja den Schlachtruf, bei dem getrommelt wird, gefolgt von einem lauten „Sieg“-Ruf. „Da haben sie leider noch ein Wort drangehängt, was die Bedeutung komplett verändert hat. Und das war schon krass, das live mitzuerleben.“

Hummels hätte gerne ein klareres Zeichen gesetzt

Da die Rufe damals gegen Ende des Spiels aufgekommen waren, habe die Mannschaft lediglich die Konsequenz gezogen, „dass wir eben nicht zu den Fans gehen und das danach natürlich scharf verurteilen - und das haben wir auch getan damals.“

Hummels schränkte jedoch ein. „Es ist fast schon ein bisschen schade, kein klareres Zeichen dagegen setzen zu können, als es zu ignorieren in dem Fall und danach eben zu sagen, wie grundbeschissen das ist.“

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