BVB-Profi Julian Brandt: „Da werde ich dann auch leicht sentimental“

Borussia Dortmund

BVB-Profi Julian Brandt hält Ablösesummen und Gehälter im Fußball für überzogen. Die Schnelllebigkeit seiner Karriere bezeichnet er als „irre“ - und wird dabei auch mal „leicht sentimental“.

Dortmund

, 16.06.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Julian Brandt (r.) im Gespräch mit BVB-Trainer Lucien Favre.

Julian Brandt (r.) im Gespräch mit BVB-Trainer Lucien Favre. © imago / Jürgen Fromme / firo Sportphoto

„Auch wenn Fußball der größte Sport der Welt ist, stehen die Gehälter in keinem Verhältnis zu denen von Normalverdienern“, sagte Brandt im Interview mit „11 Freunde“. Das sei nur möglich, „weil Sponsoren unfassbar hohe Summen in den Fußball pumpen“. Er wisse, „dass das alles nicht mit normalen Maßstäben zu messen ist und wir teilweise eine eigene Blase bilden“.

BVB-Spieler Brandt: „Das finde ich alles Schwachsinn“

Borussia Dortmunds Sommer-Neuzugang glaubt nicht, dass die Ablösesummen für Stars wegen der Corona-Krise sinken werden: „Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass ein Mbappe nächstes Jahr nur für 80 Millionen Euro wechselt. Irgendein Verein wird die astronomischen Summen zahlen.“

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In der Diskussion um die Erneuerung des Fußballs schlug er sich auf die Seite der Traditionalisten: „Gelegentlich kommen neue Vorschläge auf: die Spielzeit auf 60 Minuten reduzieren, neue Turniere, Eliteligen - das finde ich alles Schwachsinn. Lasst den Fußball, wie er ist. So wie wir ihn lieben gelernt haben. Mit all seinen Macken und Tücken. Auch wenn mal was schiefgeht.“

Auf dem Balkon eines Freundes blickt Brandt an Silvester zurück

Dass er im Alter von 24 Jahren bereits über 200 Bundesliga-Spiele absolviert hat, macht Brandt stolz - seine Entwicklung im Fußball sei „sehr schnell“ verlaufen: „Ich kann mich noch wie gestern daran erinnern, als ich zu Leverkusen kam, mein erstes Spiel in der U23 gegen Rot-Weiss Essen, eine Woche später mein Profidebüt gegen Schalke. Das ist etwas mehr als sechs Jahre her. Irre. (...) Alle drei, vier Tage ein Spiel, neue Bilder, neue Ereignisse, man hat wenig Zeit, um innezuhalten. Ich mache das immer Silvester. Bei einem Freund auf dem Balkon. Da werde ich dann auch leicht sentimental.“

Mit dpa-Material

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