BVB-Pokalgegner: MSV Duisburg weiß, wie die Überraschung gelingen kann

Borussia Dortmund

Borussia Dortmunds Gegner im DFB-Pokal kennt die ungleichen Kraftverhältnisse. Doch MSV-Trainer Torsten Lieberknecht will sich nicht einschüchtern lassen und gibt die Marschroute vor.

Duisburg/Dortmund

, 12.09.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
MSV-Trainer Torsten Lieberknecht hat sich gründlich Gedanken gemacht vor dem Pokalduell mit Borussia Dortmund - und sein Team entsprechend vorbereitet.

MSV-Trainer Torsten Lieberknecht hat sich gründlich Gedanken gemacht vor dem Pokalduell mit Borussia Dortmund - und sein Team entsprechend vorbereitet. © picture alliance/dpa

Torsten Lieberknecht schien zunächst wenig erfreut über das Pokal-Los Borussia Dortmund seines MSV Duisburg. „So ein Los, dann vermutlich weiter ohne unsere Fans oder wenn überhaupt nur mit einem kleinen Teil - das ist alles sch...“, hatte der Trainer kurz nach der Auslosung der „WAZ“ gesagt. Auf der Pressekonferenz vor dem Pokalduell MSV Duisburg – Borussia Dortmund (Anpfiff: Montag, 20.45 Uhr/bei uns im Live-Ticker) hat Lieberknecht seinen Unmut nun begründet.

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„Man weiß, man braucht eine Über-über-Leistung, um eine Runde weiterzukommen. Aber was am meisten drückt, ist die Tatsache - wir wissen alle warum und akzeptieren das - aber das Spiel findet halt vor 300 Zuschauern, die erlaubt sind, statt“, erklärte Lieberknecht. Diese Partie im Pokal gegen Borussia Dortmund sei ein Highlight, das man den MSV-Fans auf jeden Fall gegönnt hätte. „Das war der große Ärger“, so Lieberknecht. „Das war schon so ein super Los, das willst du vor ausverkauftem Haus spielen.“ Das wird am Montag bekanntlich nicht möglich sein. Der MSV Duisburg darf nur vor 300 Zuschauern gegen den BVB spielen.

Vorfreude beim MSV Duisburg auf BVB-Duell - und Überraschung?

Dennoch will der MSV-Coach, der auch viel Lob für BVB-Trainer Lucien Favre übrig hatte, sich die Vorfreude auf die Partie nicht verderben lassen. „Das ist definitiv ein Highlight. Und auch bei meinen Jungs ist die Freude da, von denen ein Großteil noch nie gegen den BVB gespielt hat, außer vielleicht mal in einem Testspiel.“ Er selbst freue sich grundsätzlich „auf jedes Fußballspiel, das stattfindet, alles perfekt vorzubereiten, eine Mannschaft, die etwas versprüht an dem Abend - sodass man vielleicht eine Überraschung schaffen kann“.

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Doch wie kann der MSV die große Überraschung gegen Vizemeister Borussia Dortmund schaffen? „In solchen Spielen kommt es darauf an, diesen Moment des Glücks auf deiner Seite zu haben. Das kann sein, dass dich im entscheidenden Moment eine Parade vom Torhüter im Spiel hält, aber vielleicht auch, dass du zum richtigen Zeitpunkt dein Tor machst“, weiß Lieberknecht. „Du brauchst definitiv auf jeder Position eine Topleistung. Die Spieler des BVB spielen nicht zur zwei Klassen höher, sondern da sind auch viele Nationalspieler darunter.“

BVB-Gegner MSV Duisburg will auf eigene Stärken vertrauen

Mit zu viel Vorsicht wollen die Duisburger trotzdem nicht ins Spiel gegen den BVB gehen - sondern auch auf die eigenen Stärken vertrauen. „Wir möchten auch das Vertrauen in uns selbst präsentieren, dass wir uns mehr als ordentlich aus der Affäre ziehen. Beide Mannschaften werden auf den Platz gehen mit dem Willen, das Spiel gewinnen zu wollen“, unterstreicht Lieberknecht und fasst zusammen: „Für die einen wäre es eine ganz große Sensation, für die andere Mannschaft das, was man eigentlich gar nicht ansprechen soll. Aber wir wollen das Spiel auch gewinnen!“

Auf taktischer Seite sei dafür wichtig, ob der BVB mit einer Dreier- oder Viererkette verteidige. „Da liegt die Sicherheit drin: Dass die Jungs wissen, auf dem Platz entstehen die und die Räume. Die müssen wir auch besetzen, um zu Tormöglichkeiten zu kommen. Beim Schau-ins-Land-Cup, machen wir uns nichts vor, haben wir 1:5 verloren, aber wir hätten nach einer Minute einen Elfmeter bekommen müssen. Nach einer Minute hätten wir in Führung gehen müssen.“

MSV-Coach Lieberknecht: Keine Angst vorm Zeugwart und Freude über Marco Reus‘ Genesung

Vor welchen Dortmunder Spielern er warne, sei er kürzlich gefragt worden, so Lieberknecht: „Es wäre einfacher gewesen, wenn ich gesagt hätte, ich hab‘ vorm Zeugwart keine Angst, aber vor allen anderen – vor wem soll ich da warnen? Ich habe die ganze Truppe gar nicht zusammen bekommen in Dortmund.“

Er freue sich aber, dass Marco Reus wieder fit sei. „Das freut mich als Trainer, der so einen Spieler auch mag, für Fußball-Deutschland, dass es dem auch wieder gutgeht“, sagte Lieberknecht und fügte an: „Wir haben auch den einen oder anderen, der kicken kann, und das sollen sie am Montagabend auch zeigen.“

Lieberknecht erwartet, dass der BVB am Montag mit seiner besten Mannschaft aufläuft. „Wir wissen das alles nicht, aber ich gehe davon aus, dass sie uns so ernst nehmen und auch mit der Mannschaft spielen, die in der Bundesliga spielen soll. Aber das weiß ich natürlich nicht, da bin ich weg vom BVB - wo wir auf Positionen doppelt besetzt sind, sind die vierfach besetzt.“ Dennoch freut er sich auf das Duell MSV Duisburg – Borussia Dortmund - doch nicht „alles sch...“.

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