BVB-Organisations-Chef Hockenjos: Da kommt schon was auf die Stadionbetreiber zu

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BVB-Organisations-Chef Dr. Christian Hockenjos spricht über die aktuellen Herausforderungen für die Stadionbetreiber in Deutschland – und was das für den Signal Iduna Park bedeutet.

Dortmund

, 12.02.2020, 17:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dr. Christian Hockenjos (56) ist von Anfang an dabei. Seit die Vereinigung deutscher Stadionbetreiber, kurz VdS, 2007 gegründet wurde, sitzt Borussia Dortmunds Direktor Organisation in ihrem Vorstand. Seit 2018 ist er Vorsitzender der VdS und jüngst für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt worden. Im Interview spricht er über die aktuellen Herausforderungen für die Stadionbetreiber in Deutschland - und sagt, was sie für den Signal Iduna Park bedeuten.


Sie sind für zwei weitere Jahre als Vorsitzender der VdS bestätigt worden. Welche Herausforderungen sehen Sie auf die Stadionbetreiber in Deutschland zukommen?

Es geht häufig darum, dass sich die Gesetzeslage ändert. Dadurch entstehen immer wieder neue Herausforderungen für uns. Ich nenne mal das Beispiel Belegausgabe-Pflicht. Die gibt es seit dem 1. Januar - und bis zum Ablauf einer gewissen Karenzzeit müssen einige Vorgaben erfüllt werden. Für jedes Bier, für jede Stadionwurst, für jede Weingummi-Tüte muss ein Bon ausgestellt werden. Dafür müssen Drucker angeschafft werden, die Kassen müssen teilweise umgestellt werden. Da kommt schon was auf die Stadionbetreiber zu. Beim BVB sind wir diesbezüglich allerdings gut aufgestellt, weil unsere Kassen bereits über das Gros der entsprechenden technischen Voraussetzungen verfügen. Wir müssen nur bei den mobilen Verkäufern noch nachrüsten.

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Welche Themen beschäftigen die Stadionbetreiber darüber hinaus?

Das Thema Nachhaltigkeit rückt immer stärker auf die Agenda. Natürlich schauen wir, was wir da tun können, gerade in puncto Energieeffizienz. Aber auch die An- und Abreise der Fans, Entsorgungsfragen oder beispielsweise logistische Prozesse beim Public Catering sind bei diesem Themenkomplex von Bedeutung. Ansonsten bleibt die Taubenproblematik leider ein Evergreen. Dieses Thema beschäftigt uns seit der VdS-Gründung 2007, es ist ja nicht nur in Dortmund ein Problem. Des Weiteren beschäftigen uns der Länderspiel-Rahmenvertrag, Sicherheitstechniken wie zum Beispiel Videoüberwachung oder Zugangskontrollsysteme. Viele Stadien haben vor der WM 2006 in Zugangskontrollsysteme investiert - und die sind mittlerweile in die Jahre gekommen. Hier findet innerhalb der VdS ein reger Erfahrungsaustausch statt, den ich als sehr hilfreich empfinde.


Wie ist der Stand bei den Zugangskontrollsystemen im Signal Iduna Park?

Wir haben unser System 2005 installiert. Wir werden sicherlich in absehbarer Zeit neu investieren müssen. Wie genau das dann aussehen wird, beispielsweise beim Thema Mobile-Ticketing, um mal ein Schlagwort zu nennen, das kann ich noch nicht sagen. Aber dass wir in unser Zugangskontrollsystem investieren werden, ist unstrittig.

BVB-Organisations-Chef Hockenjos: Da kommt schon was auf die Stadionbetreiber zu

Dr. Christian Hockenjos (M.), Direktor Organisation beim BVB, ist seit 2018 Vorsitzender der VdS, Stephan Lemke (l., Braunschweig) und Jürgen Muth (r., München) sind seine Stellvertreter. © BVB

Früher konnte nur Mitglied in der VdS werden, wer in seinem Stadion mindestens über eine Zuschauerkapazität von 35.000 Besuchern und über eine Zulassung zum Spielbetrieb für die 1. und 2. Liga verfügte. Jetzt hat sich die VdS auch für Stadien mit einer Mindestkapazität von 25.000 Zuschauern und einer Zulassung für die 3. Liga geöffnet. Warum?

Schauen Sie sich einige Länderspiele in den vergangenen Jahren an. Da war es oft sehr schwierig, einen Ausverkauf zu gewährleisten. Außerdem sollen Länderspiele in vielen unterschiedlichen Regionen stattfinden, was ich absolut richtig finde. Deswegen, und auch um uns mit diesen Betreibern noch besser austauschen zu können, ergibt es Sinn, die VdS auch für kleinere Stadien zu öffnen. Ein kleineres Stadion, in dem nicht jedes Wochenende Bundesliga-Fußball stattfindet, lockt vielleicht mehr Zuschauer bei einem Länderspiel gegen eine kleinere Fußballnation an als beispielsweise das Berliner Olympiastadion in einem solchen Fall.

Vereinigung deutscher Stadionbetreiber

Die Vereinigung deutscher Stadionbetreiber (VdS) wurde 2007 gegründet. Sie ist ein Zusammenschluss aller Betreiber von multifunktionalen Stadien, die für Fußballspiele, weitere internationale Sportveranstaltungen, Konzerte und andere Großevents zugelassen sind. Zur VdS gehören mittlerweile 47 Arenen in Deutschland, die eine Mindestkapazität von 25.000 Zuschauern aufweisen oder mindestens für den Spielbetrieb in der 1. Fußball-Bundesliga, in der 2. Fußball-Bundesliga oder in der 3. Fußball-Liga zugelassen sind.
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