BVB-Leistungsdaten: Sancho vor Lewandowski - Hakimis einsamer Rekord

dzBorussia Dortmund

Vor dem möglichen Bundesliga-Neustart im Mai liegt der BVB vier Punkte hinter dem FC Bayern. Geht das Kopf-an-Kopf-Rennen weiter? Die Leistungsdaten sprechen dafür.

Dortmund

, 14.04.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Was wäre, wenn Erling Braut Haaland schon seit Saisonbeginn das BVB-Trikot tragen würde? Klar, spekulativ, aber womöglich müsste sich Bayerns Robert Lewandowski im nahenden Liga-Endspurt den Norweger im Rennen um die begehrte Torjägerkanone vom Leib halten. So zieht Lewandowski aber allein seine Kreise an der Spitze des Stürmer-Rankings, trotz seiner aktuellen Verletzung brachte er es bereits auf 25 Saisontreffer. Ein Borusse kann ihm hier nicht direkt folgen, Jadon Sancho weist als treffsicherster Dortmunder aber immerhin 14 Tore aus.

BVB-Dribbler Jadon Sancho liegt an der Spitze

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In der Scorerwertung jedoch übertrumpft der junge Engländer den routinierten Bayern. 16 Assists zu seinen 14 Toren hinzugerechnet bringen Sancho 30 Scorerpunkte - und ligaweit Platz eins in dieser Wertung. Vor Lewandowski (29 Punkte), der aber wiederum die Streberkrone festhält: Das Fachmagazin „Kicker“ führt den Polen, der ja einst auch vier Jahre lang erfolgreich für den BVB stürmte, als aktuell notenbesten Spieler der Bundesliga (Durchschnittsnote 2,41). Mats Hummels schafft es als Siebter (2,89) als einziger Dortmunder in die Top Ten.

BVB-Leistungsdaten: Sancho vor Lewandowski - Hakimis einsamer Rekord

© Deltatre

Auch in der Fleißwertung liegt ein Münchner vorn. Nationalspieler Joshua Kimmich spulte in dieser Spielzeit bereits 293,6 Kilometer ab, mehr als jeder andere Bundesligaspieler. Kimmich rannte damit 51 Kilometer mehr als der fleißigste BVB-Profi: Achraf Hakimi. Der Marokkaner verbuchte 242.000 Meter auf seinem Konto, nutzte seine schnellen Beine aber auch, um sich in einer anderen Wertung ganz nach vorne zu katapultieren - bei den Sprints.

Hakimi ist fast so schnell wie Usain Bolt bei seinem Weltrekord

Hakimi trägt nicht nur den Titel „schnellster Profi der Bundesliga“, denn seit Beginn der Tempo-Datenerfassung vor neun Jahren gelang es nur ihm, in einem Spiel die 36-km/h-Grenze zu überbieten. Mit satten 36,52 Stundenkilometern wurde er gegen Union Berlin Anfang des Jahres straffrei geblitzt. Einsamer Rekord. Bayerns flinkster Flitzer Kingsley Coman muss sich da mit 0,86 km/h Rückstand hinten anstellen. Zum Vergleich: Usain Bolt, der schnellste Mensch des Planeten, sprintete bei seinem 100-Meter-Weltrekord 2009 in Berlin im Schnitt 37,58 km/h schnell. Erreichbar für Hakimi?

Sei es drum. Satte 841 Sprints hat der unermüdliche Hakimi in dieser Saison schon durchgezogen. Mehr als jeder andere Spieler in Deutschlands Fußball-Oberhaus. Rang zwei in der Liga erobert hier ebenfalls ein Borusse: Jadon Sancho, der 709 Mal seinen Turbo zündete. Ein Münchner taucht unter den Top-5-Sprintern nicht auf. Nach einem Bayern sucht man überraschenderweise auch unter den zweikampfstärksten Profis vergebens. Die Borussen-Fahne hält dort dafür ein Ex-Bayer hoch: Mats Hummels. Der BVB-Abwehrchef gewann 64,6 Prozent seiner Duelle und erklimmt so Platz fünf. Der frühere Dortmunder Leonardo Bittencourt (Werder Bremen) rangiert überraschend ganz oben (75 Prozent gewonnene Zweikämpfe).

Für BVB-Spielmacher Witsel ist der Fehlpass ein Fremdwort

Aufholbedarf auf die Münchner haben die Borussen noch in zwei anderen nicht unwichtigen Kategorien: Torschüsse und Ballbesitz. Kapitän Marco Reus und Jadon Sancho feuerten zusammen als aktivste Dortmunder Schützen 93 Mal auf des Gegners Gehäuse - Bayerns Robert Lewandowski allein bringt es auf 110 Torschüsse. Und Münchens Joshua Kimmich war exakt 2397 Mal am Ball. Der Topwert. Immerhin: Achraf Hakimi ist als Vierter in Sichtweite (2082 Ballkontakte), ebenso wie Mats Hummels (1949), der dem fünftplatzierten Münchner David Alaba (1960) im Nacken sitzt.

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Bleibt im meisterlichen Statistik-Zweikampf noch die Frage der Pass-Sicherheit. Und, Trommelwirbel: Für Dortmund holt ein Belgier hier den Ligasieg. Axel Witsel. Der Mittelfeldmotor der Schwarzgelben bringt 95,3 Prozent der Zuspiele zum eigenen Mann. Hauchdünn vor Bayerns Javier Martinez (94,9 Prozent). Und weil der BVB in dieser Kategorie sogar noch einen zweiten Spitzenwert liefert, darf er hier auf keinen Fall fehlen: Youngster Leonardo Balerdi brachte das Kunststück fertig, in nur zwölf Einsatzminuten (beim 5:0 gegen Fortuna Düsseldorf) 18 Pässe zu spielen. Ohne Fehlpass. Eine solch lange Tadellos-Serie wie dem 21-jährigen Argentinier, der bisher beim BVB eigentlich keine Rolle spielt, gelang sonst keinem Bundesliga-Profi. Kurios.

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