BVB-Leihspieler Toprak hofft auf Comeback – Werder macht ihm Hoffnung

Relegation

Bei Werder Bremen könnte BVB-Leihspieler Ömer Toprak zum elementaren Puzzleteil in der Relegation werden. Für ihn wäre es ein wichtiger Schritt.

Dortmund

, 04.07.2020, 12:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Werder-Coach Florian Kohfeldt und Innenverteidiger Ömer Toprak (r.) im Gespräch.

Werder-Coach Florian Kohfeldt und Innenverteidiger Ömer Toprak (r.) im Gespräch. © picture alliance/dpa

In Bremen bleiben, oder zurück zu Borussia Dortmund? Vom Ausgang des Relegationsrückspiels von Werder Bremen gegen den FC Heidenheim hängt auch die sportliche Zukunft von Ömer Toprak ab. Der Innenverteidiger steht nach langer Verletzungspause in diesem wichtigen Spiel vor einem Comeback. Das ist nicht ohne Risiko.

BVB-Leihspieler Toprak konnte Corona-Unterbrechung nutzen

Beim tristen 0:0 im Relegationshinspiel am Donnerstag sah Ömer Toprak 90 Minuten von der Bank aus zu. Erstmals nach langer Pause gehörte er wieder zum Kader. Nach einem Anriss der Syndesmose, den er sich nach dem Liga-Spiel gegen BVB Ende Februar im Training zugezogen hatte, schien die Saison für den baumlangen Innenverteidiger schon vorzeitig beendet zu sein. Dann kam die Corona-Unterbrechung – und nun könnte Toprak ganz am Ende noch ein entscheidendes Puzzleteil für Werder-Trainer Florian Kohfeldt werden.

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Nach der Gelb-Roten Karte für Kapitän Niklas Moisander braucht Kohfeldt einen Ersatz in der Innenverteidigung. Toprak wäre die logische Alternative - sein Einsatz aber wäre auch ein Risiko nach vier Monaten ohne Spielpraxis. Bremens Sportchef Frank Baumann bestätigte gegenüber der Deichstube: „Grundsätzlich ist es möglich, dass er spielt. Ömer ist ja schon seit einigen Wochen wieder dabei – und wenn er kein Kandidat für die Spiele wäre, würde er nicht im Kader stehen.“

BVB-Leihspieler Ömer Toprak: Durchwachsene Saison könnte positiv enden

Für Toprak wäre es am Ende einer durchwachsenen Saison in Bremen ein positives Ende, wenn er das Zünglein an der Waage spielen und selbst über seine Zukunft mitentscheiden könnte. Die Fakten liegen auf dem Tisch: Toprak hatte in der abgelaufenen Saison zehn Bundesliga-Einsätze, dadurch griff bereits die im Leihvertrag mit Dortmund verankerte Kaufverpflichtung für die Werderaner. Fünf Millionen Euro sollen demnach im Sommer gen Ruhrgebiet fließen, doch die Vertragsklausel hat einen kleinen Haken: Sie greift letztlich nur dann, wenn Werder die Klasse hält. Steigen die Bremer am Montag aus der Bundesliga ab, ist Toprak (vorerst) wieder ein Spieler der Borussia. Mit einem Vertrag, der noch ein weiteres Jahr läuft.

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Die Leihe mit Bremen war für den 30-Jährigen von Höhen und Tiefen geprägt. Erst bremste ihn kurz nach seiner Verpflichtung ein Muskelfaserriss für einige Wochen aus, dann im Winter eine langwierige Sehnenentzündung. Gerade hatte er sich wieder herangekämpft, ereilte ihn erneut das Verletzungspech. Toprak kam kaum einmal in den Rhythmus, deutete in den wenigen Spielen aber an, dass seine Erfahrung der Werder-Abwehr helfen könnte. Menschlich hinterließ Toprak wie schon auch in Dortmund, wo er intern als besonnen, nett und leicht zu händelnder Profi geschätzt wurde, einen herausragenden Eindruck.

Kehrt Ömer Toprak zurück zum BVB?

Ob Toprak bereit wäre, im Fall der Fälle auch (mit deutlichen Gehaltsabstrichen) für Werder in der 2. Liga aufzulaufen, ist eine bislang ebenso wenig diskutierte Frage wie die, ob es der Borussia nicht gut zu Gesicht stehen würde, angesichts der hohen Belastung im Herbst mit fast ausschließlich Spielen im Drei-Tages-Rhythmus einen Spieler mit seiner Erfahrung einfach als weitere Alternative mit in den Kader zu nehmen. Eigentlich spielen alle verbliebenen Leihspieler in den Überlegungen keine Rolle, nicht zuletzt die Verletzung von Dan-Axel Zagadou und die Probleme, die Leonardo Balerdi beim 0:4 gegen Hoffenheim offenbarte, zeigen aber, wie schnell die Personaldecke in diesem Bereich dünn werden könnte.

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Doch das ist ein Thema, mit dem sich auch Toprak erst beschäftigen dürfte, wenn es am Montag nicht klappen sollte. Seine Konzentration wird darauf liegen, mit Werder die Liga zu halten. Das wäre für den Klub und für ihn ein versöhnliches Ende einer durchweg komplizierten Saison.

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