Marco Reus erzielt gegen RB Leipzig sein 100. Bundesliga-Tor. Der BVB-Kapitän stellt beim Saisonstart einmal mehr unter Beweis, wie wichtig er für die Dortmunder Offensive ist - egal auf welcher Position.

Dortmund

, 27.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Nobby Dickel war der erste Gratulant. Und eigentlich war er ein bisschen zu früh dran. Über die Lautsprecher gratulierte Dortmunds Stadionsprecher BVB-Kapitän Marco Reus zum 100. Bundesliga-Treffer seiner Karriere. Reus hatte im Spiel gegen RB Leipzig einen Freistoß von der halblinken Seite scharf in den Leipziger Strafraum gezogen - und am Ende war der Ball unten rechts im Toreck eingeschlagen: 2:1 für den BVB. Spiel gedreht. Party im Signal Iduna Park. Party bei Nobby Dickel am Mikrofon.

In prominenter Gesellschaft

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Kleiner Haken an der Sache war eigentlich nur, dass der Treffer gar nicht Reus zugesprochen worden war, RB-Mittelfeldmann Marcel Sabitzer hatte per Kopf unhaltbar abgefälscht, es war ein Eigentor. Am Jubel über die erste BVB-Führung der neuen Bundesliga-Saison änderte das überhaupt nichts. Und kurz vor Schluss rechtfertigte Reus dann auch endgültig Dickels Glückwünsche, als er nach Vorlage des eingewechselten Jadon Sancho mit dem linken Fuß zum 4:1-Endstand einnetzte. Ende gut, Glückwunsch gut, alles gut.

100 Tore in der Bundesliga also. Marco Reus betritt nach 234 Partien den „Klub der Hunderter“ und begibt sich in prominente Gesellschaft. Unter anderen Jürgen Klinsmann, Robert Lewandowski, Miroslav Klose, Rudi Völler, Michael Zorc und Lothar Matthäus geben sich hier die Klinke in die Hand. 64 Tore erzielte Reus in der Liga für Schwarzgelb, 36 für Borussia Mönchengladbach.

Erinnerungen an Leverkusen

Für Reus war das am Sonntag alles nicht so wichtig. „Wir haben das Spiel zum Glück umdrehen können“, sagte der 29-Jährige in die Aufnahmegeräte der Journalisten - und hielt sich nicht lange mit seinem Jubiläumstor auf. Vielmehr beschäftigte ihn der Horrorstart in die Partie. „Das war natürlich äußerst unglücklich. Wir haben uns sehr viel vorgenommen für das erste Spiel und bekommen dann gleich so einen Schock.“

Unweigerlich kamen die Erinnerungen an den Saisonstart vor vier Jahren hoch, als der BVB gegen Leverkusen nach neun Sekunden in Rückstand geriet und am Ende 0:2 verlor. „Dieses Mal haben wir es zum Glück umdrehen können“, sagte Reus. Trotzdem sei längst noch nicht alles so, „wie sich der Trainer und wir uns das vorstellen“.

Nur 38 Ballkontakte

Der BVB-Kapitän hatte gegen Leipzig anders als zuletzt nicht als zentraler Angreifer, sondern wieder auf der vertrauteren Position vorne links gespielt. Auffällig dabei war, dass Reus mit 38 Ballkontakten eher wenig Spielanteile hatte. Doch die Aktionen, die der gebürtige Dortmunder hatte, unterstrichen seine besondere Qualität. Sein Freistoß nach 40 Minuten erzwang das Eigentor zum 2:1, seine Volleyvorlage für Mahmoud Dahoud (57.) hätte das 4:1 verdient gehabt - und sein Treffer in der Nachspielzeit sorgte endgültig für klare Verhältnisse.

BVB-Kapitän Marco Reus ist gegen Leipzig direkt auf Flughöhe

Beim Spiel gegen Leipzig auf der Tribüne: Reus-Freundin Scarlett Gartmann (M.). © imago

Reus‘ Bilanz aus den ersten beiden Pflichtspielen könnte kaum besser sein. Zwei Partien, zwei Tore, zwei Assists. Trotzdem sagt er: „Wir haben alle noch viel Luft nach oben.“ Das klingt einerseits demütig, andererseits fast wie eine Drohung an die Konkurrenz. Der BVB-Kapitän ist jedenfalls schon auf Flughöhe. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Nobby Dickel seinen Namen in dieser Saison noch häufiger bejubeln wird.

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