BVB kann Ticket für die Champions League lösen - Favre hat die Wahl

Borussia Dortmund

Der BVB will in Düsseldorf einen entscheidenden Schritt in Richtung Minimalziel Champions League gehen. Personell gibt es neue Möglichkeiten für Trainer Lucien Favre.

Dortmund

, 12.06.2020, 19:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Trainer Lucien Favre (r.) dürfte auch gegen Düsseldorf auf Emre Can setzen.

BVB-Trainer Lucien Favre (r.) dürfte auch gegen Düsseldorf auf Emre Can setzen. © Ralf Ibing firosportphoto/POOL

Vielleicht ist Uwe Rösler ja der richtige Mann, um den von der Gesellschaft entrückten Fußball-Zirkus wieder ein bisschen näher an die Menschen zu bringen. Rösler, Trainer bei Fortuna Düsseldorf, sagt jedenfalls Sätze, die heute in der Bundesliga wohl nur noch jemand sagt, der mit dem 1. FC Kaiserslautern noch in der Champions League gespielt hat. Muss eine Weile her sein. 1998. Rösler, heute 51 Jahre alt, schoss damals sogar mal drei Tore in einem Spiel für die „Roten Teufel“ in der Königsklasse. 5:2 gegen HJK Helsinki. Was für ein Abend auf dem Betzenberg in einem Land vor unserer Zeit.

Der BVB spielt nie unentschieden, Düsseldorf fast immer

Jener Rösler also, der weder einen Berater beschäftigt noch mit einem festen Trainerstab von Verein zu Verein tingelt, spricht auch heute noch so, dass es ein bisschen nach früher klingt. Seine Spielphilosophie sei es, „Spiele zu gewinnen“, hat er bei seinem Amtsantritt in Düsseldorf im Januar gesagt. Und vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund an diesem Samstag (15.30, live auf Sky) sagt er: „Wir sind heiß wie Frittenfett.“ So einfach ist es manchmal. Das Runde muss nun mal ins Eckige, nicht nur vertikal zwischen die Linien im letzten Drittel. Vielleicht sagt Rösler zu seinem Verteidiger Kaan Ayhan: „Wenn der Sancho auf Toilette geht, dann gehst du mit!“ Das ist leider nur eine schöne Vermutung.

Röslers Problem freilich ist, dass er seine ja eigentlich recht simple Spielphilosophie bei Fortuna Düsseldorf noch nicht ausreichend implementiert hat. Bisher hat es für den Tabellen-16. im Abstiegskampf trotz vieler starker und beherzter Auftritte nämlich meistens nur zum Nicht-Verlieren, aber fast nie zum Gewinnen gereicht. Sieben Unentschieden holte Düsseldorf in der Liga unter Röslers Regie (das war nur gut, als es die Zwei-Punkte-Regel noch gab), lediglich zwei Siege sprangen heraus, und zweimal gab‘s gegen die Spitzenteams aus Mönchengladbach (1:4) und München (0:5) richtig auf die Mütze.

Der BVB kann die Champions League bereits am Samstag eintüten

Nun schaut in Lucien Favre ausgerechnet der Trainerkollege Röslers vorbei, der zwar nie so schöne Worte wie Frittenfett in den Mund nimmt und auf Pressekonferenzen am liebsten gar nichts sagt, aber dafür in der Bundesliga-Rückrunde fast jedes Spiel so bestreitet, wie es sich Rösler nur erträumen kann. Seit der Winterpause hat Borussia Dortmund in der Liga elfmal gewonnen und nur zweimal verloren. Ein Unentschieden, das Ergebnis, das Fortuna Düsseldorf am besten kann, war noch gar nicht dabei. Und ein weiterer schwarzgelber Sieg am Samstag in der Merkur Spiel-Arena (was für ein scheußlicher Name für ein Fußballstadion) würde den BVB auf seinem Weg zum Minimalziel, der Qualifikation für die nächste Champions-League-Saison, ein entscheidendes Stück voranbringen.

Sollte Borussia Mönchengladbach gegen Bayern München nicht gewinnen, was ziemlich wahrscheinlich erscheint, oder sollte Bayer Leverkusen gegen Schalke 04 nicht gewinnen, was ziemlich unwahrscheinlich erscheint, reicht ein Dortmunder Sieg in Düsseldorf wegen des deutlich besseren Torverhältnisses bereits für Platz vier und die Teilnahme an der Königsklasse. Personell eröffnen sich Trainer Lucien Favre neue Möglichkeiten: Mats Hummels und Erling Haaland kehren in den Kader zurück. Die gegen Hertha BSC zum Kader zählenden Marco Rente und Chris Führich (beide U23) stiegen am Freitagabend hingegen nicht mit in den BVB-Mannschaftsbus - im Gegensatz zu Immanuel Pherai.

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