BVB II mit breiter Brust ins Topspiel - Krebs ist die Überraschung

dzBorussia Dortmund

Drei Spiele, drei Siege - die U23 des BVB geht mit breiter Brust ins Regionalliga-Topspiel gegen Rot-Weiss Essen. Neuzugang Florian Krebs spielt sich zu Saisonbeginn in den Fokus.

Dortmund

, 18.09.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es lief nicht sonderlich gut in dieser ersten halben Stunde. Der BVB II schleppte sich am Mittwochabend über den Rasen, hatte Probleme mit dem tiefen Platz und Gastgeber Lotte, der aggressiv dagegenhielt. Angreifer Richmond Tachie verschoss zudem einen selbst provozierten Foulelfmeter. Und Teammanager Ingo Preuß raufte sich die Haare.

Jhonny Peitzheimer, der Keeper der Sportfreunde Lotte, hatte Tachies Strafstoß abgewehrt. Der anschließenden Ecke nahm sich Florian Krebs an, servierte den Ball mit etwas Schnitt auf den Kopf von Kapitän Steffen Tigges. Eine Co-Produktion, die zum verspäteten Führungstreffer führte. Preuß reckte seine Faust in die Luft. Zuweilen liegen Freud und Leid sehr nah beieinander.

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Der Flankenball von Krebs ebnete den Weg zum 2:0-Auswärtssieg. Es war der dritte Erfolg in Serie für Dortmunds U23. Preuß bewertete den Ausgang als „durchaus verdient. Wir hatten mehr Torchancen.“ Und Trainer Enrico Maaßen resümierte erfreut: „Wir haben zu jeder Zeit versucht, Fußball zu spielen.“

Neuzugang Krebs ist fester Bestandteil der BVB-Startformation

Dabei genügte die Rasenqualität in Lotte wahrlich nicht den höchsten Ansprüchen. Feines Kurzpassspiel war kaum möglich. Umso passender, dass ein Eckball die Führung einleitete. „Wir üben Standards im Training. So viele Spiele werden dadurch entschieden“, meinte Krebs.

Aggressiver Balldieb und umsichtiger Passgeber: Florian Krebs.

Aggressiver Balldieb und umsichtiger Passgeber: Florian Krebs. © imago / Revierfoto

Vor allem der Neuzugang kümmert sich mit viel Hingabe um diese Disziplin. Bereits in der Sommervorbereitung hatte er ein spektakuläres Freistoßtor gegen Wolfsburgs Zweitvertretung erzielt. Krebs ist aktuell Dortmunds Standardbeauftragter Nummer eins. Und fester Bestandteil der Startformation.

Routinier Hober kommt derzeit nicht über die Reservistenrolle hinaus

Für Marco Hober, mit 25 Jahren einer der älteren U23-Kräfte, blieb deshalb zum wiederholten Mal nur ein Bankplatz übrig. „Ich habe großen Respekt vor Marco“, sagte der vom Chemnitzer FC gekommene Krebs. „Er gibt immer hundert Prozent, auch wenn er nicht spielt.“ Und er sei natürlich weiterhin von gewichtiger Bedeutung. Hober befinde sich schließlich im Mannschaftsrat.

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Das dafür qualifizierende Standing besitzt Krebs noch lange nicht. Sportlich allerdings hat er sich gut eingefunden bei der Borussia. Gegen Lotte spielte der 21-Jährige neben Franz Pfanne als aggressiver Balldieb und umsichtiger Passgeber - und sagte hinterher: „Eine klassische U23 sind wir nicht. Natürlich sind wir jung. Aber wir können kämpfen.“ Ein wichtiges Attribut gegen physisch gut aufgestellte Gegner.

BVB geht mit breiter Brust ins Topspiel gegen Essen

„Die Jungs haben den nötigen Willen“, meinte auch Preuß. „Man merkt jedem an, dass er will - und dass wir in jeder Phase des Spiels Tore machen können. Das ist anders als in der vergangenen Saison.“ Da zeigte sich Dortmunds U23 beileibe nicht so geschlossen und widerstandsfähig - und landete auf Position neun. In dieser Spielzeit soll es höher hinaus gehen. Deutlich höher.

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Das Topspiel gegen Rot-Weiss Essen (Sonntag, 14 Uhr) besitzt deshalb gesteigerten Wert. „Wir haben Respekt, aber ich bin optimistisch“, sagte Preuß. Und Krebs, der bei Hertha BSC ausgebildet wurde und in Chemnitz zuletzt deutlich zu wenig Einsatzzeit bekam, prognostizierte, auf „sehr körperbetont“ auftretende Essener zu treffen. Er stellte klar: „Wir werden dagegen halten.“ Um die weiße Weste zu wahren und sich den Meisterschafts- und Aufstiegsanwärter vom Leib zu halten.

Ob das mit oder ohne Standardtor gelingt, dürfte der Borussia völlig egal sein.

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