BVB-Hausaufgaben erledigt! Der große Gewinner der Sommerpause ist Michael Zorc

dzKommentar

Hut ab, Michael Zorc. Der Sportdirektor des BVB hat nicht nur Einkaufskracher auf dem Transfermarkt gelandet. Er hat auch auf der Abgabenseite jetzt alle Hausaufgaben erledigt.

Dortmund

, 09.08.2019, 15:54 Uhr / Lesedauer: 3 min

Für sieben Profis, die sportlich in Dortmund keine Rolle mehr gespielt hätten, hat Zorc einen neuen Klub gefunden. Jeremy Toljan, Felix Passlack und Andre Schürrle sind weiter ausgeliehen, Sebastian Rode, Alex Isak und seit Freitag auch Shinji Kagawa und Maximilian Philipp sind verkauft. Das entspannt die Gehaltsliste der Borussia ebenso wie die Trainingsarbeit.

Zorc verkauft Maximilian Philipp über Marktwert

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Vor allem der Transfer von Maximilian Philipp dokumentiert Zorcs gutes Händchen. Er hat den Angreifer ohne Verlust verkauft, obwohl dessen aktueller Marktwert eigentlich tiefer lag als die 20 Millionen Euro, die die Borussia nun für Philipp bekommt. Gut gepokert, Michael Zorc. Denn Dortmund erhält für den Transfer des Offensivspielers genau die Summe von Dynamo Moskau, die der SC Freiburg vor zwei Jahren für Philipp vom BVB bekommen hat. Und das, obwohl Philipp eine eher enttäuschende Zeit in Schwarzgelb hinter sich hat.

In seiner ersten Spielzeit in Dortmund weckte der heute 25-Jährige noch große Hoffnungen, schoss neun Tore in der Bundesliga, lieferte drei Vorlagen, zeigte etliche ansprechende Leistungen. Im zweiten Jahr allerdings lief es nicht mehr für Philipp. Er fand nicht mehr zu seiner Topform, hatte mit Verletzungen zu kämpfen – und er sank tief in der Gunst von Cheftrainer Lucien Favre. Siebenmal schaffte er es gar nicht erst in Borussias Bundesliga-Kader, obwohl er fit war. Philipp fühlte sich nicht mehr wohl, ihm fehlte das Vertrauen, darunter litt seine Leistung merklich.

Zorc bleibt in den Verhandlungen hart

Als der BVB dann auch noch im Sommer seine Offensive mit Julian Brandt und Thorgan Hazard kräftig aufrüstete, sah Philipp trotz seiner unbestritten hohen Qualität keine große Perspektive mehr. Er äußerte den klaren Wechselwunsch. Genau genommen schon im vergangenen Winter, doch das Interesse des VfB Stuttgart lehnte die Borussia noch ab.

Zwar platzte nun im Sommer zunächst der angestrebte Transfer zum VfL Wolfsburg, da sich die Niedersachsen Philipp schlicht nicht leisten konnten, Zorc blieb bei seiner Ablöseforderung hart in den Verhandlungen. Mit Erfolg aus Sicht des Klubs, denn jetzt griff Dynamo Moskau zu.

Philipp erhält die Chance zum Neuanfang - Moskau als Schaufenster

Und es ist letztlich eine Konstellation, die für alle Seiten Sinn ergibt. Der BVB kassiert 20 Millionen Euro für einen Ersatzspieler, der in der neuen Saison wohl nur noch selten zum Einsatz gekommen wäre. Traditionsklub Dynamo Moskau hat nach einer sehr schwachen Vorsaison in der russischen Liga eine Offensivkraft gesucht und gefunden, die am Aufschwung mitwirken soll. Und Maximilian Philipp bekommt einen echten Neuanfang mit Aussicht auf viel Spielpraxis.

BVB-Hausaufgaben erledigt! Der große Gewinner der Sommerpause ist Michael Zorc

Maximilian Philipp geht künftig in Russland auf Torejagd. © imago

Er wird diese Chance nutzen wollen, um sich ins Schaufenster zu stellen. Für den Sprung (zurück) zu einem noch attraktiveren Klub. So professionell und vorbildlich, wie sich Philipp in Dortmund auch in für ihn schwierigen Tagen eingebracht hat, ist ihm zu wünschen, dass das gelingt.

Kagawa erfüllt sich den Traum von Spanien

Genau das zählt auch für Shinji Kagawa. Der nie klagende Japaner, der in seinen stärksten Tagen eine prägende Figur im BVB-Trikot auf dem Weg zum Titel 2011 und zum Double 2012 war, kann sich endlich seinen Traum von Spanien erfüllen.

Zwar spielt sein neuer Arbeitgeber Real Saragossa nur in der zweiten Liga, aber auch Kagawa erhält so die Chance, sich noch einmal zu empfehlen für höhere Aufgaben. Gerade Kagawa, dessen besondere menschliche Qualität im Klub hoch geachtet wird, dürfte das jeder BVB-Fan gönnen.

BVB-Hausaufgaben erledigt! Der große Gewinner der Sommerpause ist Michael Zorc

Das Testspiel in Schweinberg war Shinji Kagawas letzter Auftritt im BVB-Trikot. © imago

Und Michael Zorc? Er geht als einer der großen Gewinner aus der Sommerpause hervor. Der BVB-Kader ist nun noch stärker besetzt als in der Vorsaison – und wenn man Ausgaben und Einnahmen für Zorcs Transfers vor dieser Saison (inklusive der Wechsel von Abdou Diallo zu Paris und Christian Pulisic zu Chelsea) einmal nebeneinanderstellt, dann ist das quasi ein Nullsummenspiel. Viel besser kann man das ehrlich gesagt nicht machen.

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